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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/umweltinformation/umweltberichte.php 15.04.2024 14:19:02 Uhr 14.07.2024 15:47:42 Uhr

Umweltberichte

Alle zwei Jahre veröffentlicht das Umweltamt einen Überblick über den aktuellen Zustand der Umwelt im Stadtgebiet und zu den Beeinträchtigungen der Dresdnerinnen und Dresdner. Die Daten zeigen, wo umgesetzte Maßnahmen greifen und Handeln weiterhin zwingend erforderlich ist.

Umweltbericht 2021/2022 Fakten zur Umwelt

Der aktuelle Umweltbericht liegt nun vor. Fazit für 2021 und 2022: Dresdner Klima, Natur und Gewässer stehen unter Druck, aber es gibt auch einige Erfolge vorzuweisen.

Stadtgrün

Das Stadtgrün war in den beiden Berichtsjahren 2021 und 2022 durch verschiedene Ereignisse und Faktoren geprägt: Neben der COVID-19-Pandemie standen insbesondere der Klimawandel und daraus resultierende Folgen im Mittelpunkt aller Anstrengungen bei Erhalt, Pflege und Verwaltung des Dresdner Stadtgrüns im Sinn einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung. Verlust von Bäumen, Zunahme von Krankheiten an Bäumen und Schädlingsbefall (Stadtbäume, Wald und Forst) sowie steigender Aufwand für Wässerung und Bedarf an Gießwasser (Bäume, Pflanzflächen usw.) sind Auswirkungen des Klimawandels. Der Einsatz klimaangepasster Pflanzenarten und eine teilweise veränderte Pflege des Stadtgrüns (etwa des Mahdregimes) sind Maßnahmen der Anpassung. 2021 und 2022 erhöhte sich die Anzahl der zu verwaltenden und zu pflegenden Flächen weiter.

Außerdem war eine verstärkte Nachfrage und Wertschätzung der Grünflächen zu verzeichnen, um diese für soziale Kontakte, den Aufenthalt im Freien, sportliche oder gärtnerische Betätigung zu nutzen – unter anderem als Folge der Corona-Pandemie.

Erfolge können wir bei der Erweiterung des Stadtgrüns vorzeigen. Wichtige Projekte wie der nördliche Blüherpark und der Spielplatz Tauernstraße verbessern das lokale Stadtklima gerade im überwärmten Gebiet und sind anziehende Orte zum Erholen und Bewegen für die Menschen in der Stadt. Kontinuierlich haben wir die extensive Pflege von Grünflächen ausgeweitet und mit der Ansaat von Blühwiesen verbunden – zum Beispiel im Westlichen Promenadenring. Damit fördern wir die Biodiversität und das Naturerlebnis gleichermaßen. Mit den neuen, nachhaltig gepflegten Grünflächen tragen wir erheblich zum Lebenswert und zur Resilienz unserer Stadt bei. Angesichts baulicher Verdichtung und zunehmenden Klimawandels braucht es weiterhin großer Anstrengungen und genügender personeller und finanzieller Ressourcen, um die Stadt lebenswert und resilient zu gestalten.

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen

Klima

Nachdem das Jahr 2021 nach drei Jahren endlich nicht mehr zu trocken war, sondern insgesamt eher nass und kühl, brachte das Jahr 2022 als viertwärmstes Jahr seit 1961 schon wieder einen neuen Temperaturrekord von 38,2 Grad Celsius und extreme Trockenheit. Passend dazu gewann das Projekt HeatResilientCity mit der Untersuchung von geeigneten Maßnahmen zur Hitze-angepassten Stadtgestaltung den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2022 (www.dresden.de/klimaanpassung). Dabei wurde insbesondere gewürdigt, dass die Stadtbevölkerung im Zuge des Projektes intensiv beteiligt wurde.

Starkregen

Neben den sehr trockenen Witterungsabschnitten war und ist das Dresdner Stadtgebiet immer wieder von Starkregenereignissen betroffen. Dies war beispielsweise im Juni 2021 und August 2022 der Fall. Starkregenereignisse können zu lokalen Überflutungen führen. Seit 2022 werden die besonders gefährdeten Bereiche im Themenstadtplan unter „Hochwasser & Starkregen“ dargestellt. Zwei Karten liefern einen Überblick, wo im Stadtgebiet Dresden bei einem flächendeckenden Extremereignis, analog dem im Ahrtal im Juli 2021, eine Gefährdung durch Überflutung und hohe Fließgeschwindigkeiten besteht.

Oberflächenwasser

In den Jahren 2021/2022 konnten an den Bächen und Flüssen zweiter Ordnung im Stadtgebiet durch das Umweltamt oder mit dessen Beteiligung 23 Maßnahmen für insgesamt etwa 3,25 Millionen Euro fertiggestellt werden. Außerdem wurde das Messnetz zur Erfassung von Wasserständen an den Gewässern zweiter Ordnung erweitert.

Das Umweltamt hat mit erheblichen Anstrengungen Gewässer entwickelt. Jede dieser Renaturierungen zahlt sich aus. Dennoch zeigen die Untersuchungen, dass die Mehrzahl unserer Fließgewässer den von der Wasserrahmenrichtlinie geforderten ‚guten Zustand‘ nicht erreichen. Das betrifft besonders die Wasserläufe in der Stadt, die noch verrohrt oder sonst naturfern ausgebaut sind. Im Zusammenspiel mit zu hohen Einträgen von Nähr-, Schweb- und Schadstoffen ist eine Erholung dieser Gewässer ohne Umbau unmöglich. Beim Gewässerumbau verbinden wir die naturnahe Umgestaltung, die Förderung größerer Pflanzen und Tiervielfalt sowie die positiven klimatischen Aspekte auch mit dem Hochwasserschutz. Diese Arbeiten werden auch in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt im Umweltamt sein. Aktuell legen wir zum Beispiel den Schönborner Dorfbach offen und bauen ihn naturnah aus. Die Arbeiten wollen wir in diesem Jahr abschließen und Mitte des Jahres mit der Renaturierung des Flössertgrabens in Klotzsche im Bereich Grenzstraße/Königsbrücker Straße beginnen.

Umweltamtsleiter René Herold

Grundwasser

Die Grundwasserstände lagen 2021 und 2022 generell auf einem niedrigen Niveau – ein sorgsamer und sparsamer Umgang mit der Ressource Grundwasser wird zunehmend wichtiger. Neben den aktuellen Wasserständen der oberirdischen Gewässer sind ebenso aktuelle Informationen über die Grundwasserstände von großer Bedeutung – ob zum vorsorgenden Schutz von Gebäuden und Sachwerten bei Hochwasserereignissen oder zum Schutz der Grundwasservorräte in Niedrigwasserphasen. Daher hat Dresden im Berichtszeitraum zwei innovative und deutschlandweit einmalige Echtzeitdarstellungen zu Grundwasserisohypsen (Linien gleicher Grundwasserhöhe) und Grundwasserflurabständen entwickelt. Ein neu erstelltes Berechnungsmodul errechnet aus punktuell gemessenen Grundwasserständen flächendeckende Pläne. Die Ergebnisse werden tagaktuell automatisch im Themenstadtplan der Landeshauptstadt Dresden veröffentlicht.

Hochwasservorsorge

Im Berichtszeitraum jährten sich die den Plan Hochwasservorsorge Dresden (PHD) begründenden Hochwasserereignisse des Jahres 2002 zum zwanzigsten Mal und waren Anlass eines separaten Fachberichtes „20 Jahre nach der Flut“. Das Ausbleiben von Fluss-Hochwasser über einen längeren Zeitraum hat, bei unveränderter Gefahrenlage, in Teilen der Bevölkerung jedoch zu einem trügerischen Gefühl der Sicherheit geführt. Auch langfristig kann nicht für alle Siedlungsgebiete mit zusammenhängender Bebauung, Industrie oder Gewerbe ein Schutzgrad von HQ100 (100-jährliches Hochwasser) erreicht werden. Diese Gebiete mit einem verbleibenden Schutzgrad kleiner HQ100 (kurz als Defizitgebiete bezeichnet) wurden im Jahr 2021 für die Elbe neu abgegrenzt.

Für die geplante Hochwasserschutzanlage am Alt-Elbarm zwischen Marburger Straße und Tauernstraße liegt seit Juni 2021 der Planfeststellungsbeschluss vor. Die Anlage soll Laubegast vor über den Alt-Elbarm einströmendes Hochwasser mit einem Schutzziel HQ100 schützen. Die Verlagerung von hochwassergefährdeten Kleingartenanlagen aus dem Abflussgebiet der Elbe konnte im Berichtszeitraum fortgesetzt werden. Bis Anfang 2022 konnten so in enger Absprache mit den Beteiligten rund 180 Parzellen umgestaltet und deren Pächter entschädigt werden. Durch intensive Beteiligungsverfahren und Absprachen durch das Umweltamt und das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft konnte für diese Maßnahmen eine breite Akzeptanz erzielt werden.

Für den Kaitzbach und den Lotzebach (Gewässer zweiter Ordnung) wurden 2021 bis 2022 eigene Hochwasserrisikomanagementpläne erarbeitet und die Hochwassergefahren mittels aktueller Modellierungen untersucht.

Abwasserentsorgung

In die Sanierung, Erneuerung und Erweiterung der Dresdner Abwasseranlagen erfolgten in den beiden Berichtsjahren Investitionen in Höhe von insgesamt etwa 60 Millionen Euro. Besonders her­vorzuheben sind die Geruchsbekämpfung auf der Schlammbehandlungsanlage im Klärwerk Kaditz (Inbetriebnahme der neuen Abluftbehandlung), die Komplexbaumaßnahme Großenhainer Straße (Sanierung des Mischwasserkanals zwischen Fritz-Reuter-Straße und Conradstraße sowie Erneuerung mehrerer Abschnitte des Mischwasserkanals zwischen Fritz-Reuter-Straße und Riesaer Straße) sowie die Sanierung des letzten Abschnitts des Neustädter Abfangkanals.

Eingriffsausgleich

Auch im Rahmen von Bauvorhaben wird Natur durch Versiegelung oder Umnutzung „verbraucht“. Um den Zustand von Natur und Landschaft nicht zu verschlechtern, müssen an anderer Stelle Natur und die Funktionen der einzelnen Schutzgüter wiederhergestellt werden. Dieser sogenannte Eingriffsausgleich ist gesetzlich verpflichtend und von der Naturschutzbehörde bei kleineren und größeren Bauvorhaben mit den jeweiligen Bauherren vereinbar.

Die Stadt Dresden versucht jedoch auch darüber hinaus, Flächen für Natur und Landschaft aufzuwerten und für die Erholung ihrer Einwohnerinnen und Einwohner bereitzustellen. So auch im Berichtszeitraum: Als Beispiel sei hier die Streuobstwiese an der Heideschanze genannt. Streuobstwiesen zählen zu den besonders geschützten Biotopen, die nur öffentlich zugänglich bleiben können, wenn den mühsam gepflegten Bäumen kein Schaden zugefügt oder die Wiese beispielsweise nicht verunreinigt oder vermüllt wird.

Der Flächenverbrauch im Stadtgebiet Dresden hat durch zahlreiche Baummaßnahmen auch in den letzten Jahren stetig zugenommen. Um dennoch den Zustand von Natur und Landschaft nicht weiter zu verschlechtern und eine lebenswerte Umwelt für die Bürgerinnen und Bürger zu erhalten, setzten wir jedes Jahr zahlreiche Naturschutz- und Kompensationsmaßnahmen, wie Abriss und Entsiegelung, Pflanzungen von Gehölzstrukturen, Offenlegung von Gewässern oder Verringerung von Nutzungsintensitäten, verschiedenen Umfangs durch. Beispielhaft wurde seit dem Jahr 2020 der Abriss von noch verbliebenen Gebäuden der bereits vor über 30 Jahren aus der Nutzung gegangenen ehemaligen Schweinemastanlage in Schönfeld fortgesetzt. Auch die Renaturierungsarbeiten auf den Flächen der ehemaligen LPG-Anlagen nördlich der Ortslage Zschieren konnten im Winterhalbjahr 2021/2022 abgeschlossen werden. Insgesamt wurden dort innerhalb von vier Jahren circa 11.000 Quadratmeter Fläche dem Naturraum zurückgegeben.

Umweltamtsleiter René Herold

Artenschutz

Die Witterung hatte Folgen für den Artenschutz in Dresden: Auch 2021 und 2022 bedrohten Lebensraumverluste durch fehlendes Wasser und städtische Innenverdichtung unsere Amphibien- und Reptilienarten. Amphibien sind auf Wasser angewiesen. Fehlende Niederschläge, steigende Temperaturen, sinkende Grundwasserstände und starke Verdunstung in Trockenphasen führen zum Austrocknen von essenziellen Laichgewässern und haben demnach unmittelbare Auswirkungen auf den Fortpflanzungserfolg von Amphibien.

Erst seit der Aufsehen erregenden Krefelder Studie, die besagt, dass die Biomasse der Insekten in den letzten Jahrzehnten drastisch um bis zu 76 Prozent gesunken ist, schwenkt die öffentliche Wahrnehmung zunehmend auf die Insekten um. Das daraus abgeleitete Handeln richtet sich bisher auf die weitaus bekanntesten Insektenarten, wie Schmetterlinge und Bienen. Die Insektengruppe der Käfer und deren essenzielle Bedeutung im Naturhaushalt spielen bislang eine untergeordnete Rolle. Bekannt sind lediglich die Artvertreter, wie die als Forstschädlinge bekannten Borkenkäfer. Jedoch ist auch der Schutz von Käferarten sowie derer Lebensräume von unschätzbarem Wert, sowohl für das menschliche Wohlergehen als auch im Sinne der Aufrechterhaltung von existentiellen Ökosystemdienstleitungen – ob als Destruenten (Abbau von totem organischen Material), als Jäger von Schadinsekten (wie blattfressende Raupen), als Nahrungsgrundlage für andere Tierarten oder vieles mehr.

Lärm und Luft

Im Berichtszeitraum wurde zudem der Teilgebiets-Lärmaktionsplan für die Innere Neustadt vom Stadtrat beschlossen und der Entwurf eines Integrierten Verkehrs- und Lärmminderungskonzeptes für den Stadtteil Friedrichstadt erarbeitet. Nach dem Einbruch der jährlichen Flugbewegungen in den Jahren 2020 und 2021 stieg im Jahr 2022 die Anzahl der Starts und Landungen und damit auch die Belastung durch Fluglärm wieder an. Dabei erreichte die Anzahl der Flugbewegungen noch nicht wieder den Durchschnittswert der Jahre vor dem Ausbruch der Pandemie. Die aktuellen Lärmkartografierungen zeigen jedoch immer noch erhebliche Betroffenheiten durch Verkehrslärm. Die Lärmkarten und die statistischen Ergebnisse über die Lärmbelastung der Bevölkerung sind auf www.dresden.de/laerm und im Themenstadtplan unter Umwelt, Lärm, Lärmkartierung veröffentlicht.

Der Umweltbericht 2021/22 zeigt, dass die Grenzwerte für die gesundheitsrelevanten Schadstoffe Feinstaub und Stickstoffdioxid im Berichtszeitraum sicher eingehalten wurden. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie führten zu einem markanten Rückgang des Verkehrs und somit auch zu einer Reduktion der Stickstoffdioxidkonzentrationen. Die Auswirkungen auf die Feinstaubkonzentrationen während dieser Zeit wird als gering eingeschätzt.

Lärmbelastungen sind unverändert für viele Menschen in unserer wachsenden Stadt ein wichtiges Umweltproblem. Als Umweltverwaltung müssen wir im Sinne des Gesundheitsschutzes weiter auf eine Begrenzung des Lärmes achten. Auch die Bedeutung der Luftreinhaltung nimmt besonders in den heißen Zeiten und für gesundheitlich empfindliche Menschen zu.

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen

Abfall

Die Restabfallanalyse 2021 zeigt, dass insgesamt etwa 136 Kilogramm Restabfall pro Einwohner anfallen – davon 39 Kilogramm Bio- und Grünabfälle, fast 15 Kilogramm Pappen und Kartonagen sowie 23 Kilogramm Kunststoffe. Die Zahlen sind in den vergangenen zwanzig Jahren zwar rückläufig, dennoch gibt es erhebliches Verbesserungspotential bei der richtigen Mülltrennung.

Die Elbwiesenreinigung 2021 konnte aufgrund der Pandemie nicht stattfinden. Stattdessen trafen sich insgesamt etwa 1.800 Dresdnerinnen und Dresdner für 120 kleinere Putzaktionen in den Stadtbezirken und Ortschaften. Im Jahr 2022 halfen insgesamt 5.500 Bürgerinnen und Bürger bei der Elbwiesenreinigung und 145 Putzaktionen.

Am 3. Juli 2021 sind die Einwegkunststoffverbotsverordnung (BGBL. I S. 95) und die Einwegkunststoffkennzeichnungsverordnung (BGBL. I. S. 2024) und damit das Verbot bestimmter Einwegkunststoffprodukte, wie Wattestäbchen oder Trinkhalme, in Kraft getreten. Deren Umsetzung wurde von der Stadtverwaltung kontrolliert. Bereits vor Einführung der Mehrwegsangebotspflicht zum 1. Januar 2023 waren im städtischen Themenstadtplan Einzelhändler, Gastronomie- und Imbissbetriebe, die Mehrwegalternativen anbieten und mitgebrachte Gefäße ihrer Kundinnen und Kunden befüllen, abrufbar unter Mehrweg - Nachfüllen statt wegwerfen.

Archiv

Einige der nachfolgenden pdf-Dateien sind nicht komplett barrierefrei. Informationen zum Inhalt erhalten Sie per E-Mail an umweltamt@dresden.de.

Folgende Faktenberichte können Sie im Umweltamt der Stadt bestellen oder einsehen:

  • Umweltbericht »Fakten 1999/2000«
  • Umweltbericht »Fakten 1997/98«
  • Umweltbericht »Fakten 1996«
  • Umweltbericht 1994/95
  • Umweltbericht 1993
  • Umweltbericht 1992
  • Umweltbericht 1991