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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/klima-und-energie/klimaanpassung/inklibau/anpassungsmassnahmen/inklibau_erhoehung_thermischer_speicherkapazitaet.php 16.06.2023 08:01:36 Uhr 27.05.2024 14:53:32 Uhr

Erhöhung der thermischen Speicherkapazität

Foto einer Ziegelsteinwand
Schwere Konstruktionen können helfen, Temperaturspitzen zu puffern.

Im Gegensatz zur Wärmedämmung, die aus Materialien mit geringer Dichte hergestellt wird und den Wärmetransport durch ein Bauteil verlangsamen soll, können Bauteile mit hoher Masse als Wärmespeicher dienen. So können Temperaturspitzen reduziert werden. Dies ist besonders dann von Vorteil, wenn der Wärmeeintrag ins Gebäude hauptsächlich über die Strahlung durch transparente Bauteile und durch den Einfluss der warmen Außenluft erfolgt.

Steigt die Lufttemperatur in einem Raum an, können die angrenzenden Bauteile einen Teil der Wärme aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder an die Luft abgeben. Sie dienen als Wärmepuffer. Wichtig dabei ist, dass das massive Bauteil direkt an den Innenraum angrenzt und nicht durch Dämmschichten oder Zwischendecken abgetrennt wird.

Wie viel Energie ein Material aufnehmen kann, hängt von der thermischen Speicherkapazität und damit von der Masse des Materials ab. So können leichte Konstruktionen aus Holz oder Gipskarton deutlich weniger Wärme speichern, als ein massives Mauerwerk oder eine Betondecke. Dies ist ein Grund dafür, dass insbesondere Dachräume stark von sommerlicher Überhitzung betroffen sein können.

Die Erhöhung der thermischen Speicherkapazität ist in der Regel mit dem Austausch eines Bauteils und somit mit hohem Aufwand verbunden. Sie sollte daher nur dann als Maßnahme in Betracht gezogen werden, wenn weitreichende Sanierungsmaßnahmen am Gebäude geplant werden. Beispielsweise kann eine defekte Holzbalkendecke – solange die Statik es zulässt – durch eine Massivdecke ersetzt oder nicht-tragende Wände beim Ausbau eines Dachgeschosses aus Mauerwerk hergestellt werden. Für tragende Wände oder Dachkonstruktionen kommt diese Anpassungsmaßnahme im Sanierungsfall in der Regel nicht in Frage.