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Bildwelt angetroffen und aufgeschnappt

25. Mai bis 16. August 2018

In der Ausstellung „Bildwelt angetroffen und aufgeschnappt“ zeigten fünf Künstlerinnen und Künstler ihre fotografischen Welt-Sichten: Matthias Lüttig, Luc Saalfeld, Ralf Schlie, Gabriele Seitz und Dominik Wolf.

Das Medium der Fotografie hat einen sehr klaren und unmittelbaren Bezug zur Realität. Jedes Foto spiegelt nicht zuletzt auch die Person wieder, die den Auslöser drückt und ist damit ein primärer Aspekt ihrer Wahrnehmung der äußeren Realität. Das Objektiv ist wie ein verlängertes Auge. Der Motivwahl voraus geht ein inneres Suchen, das fertige Foto schließlich drängt mitteilsam in die Außenwelt. Das Was ist dabei wichtig. Hier ließe sich differenzieren, die Herangehensweise ist äußerst komplex und unterschiedlich. Zu bedenken sind auch die technischen Entwicklungen der Kameras und des Druckes. Letztendlich wird in der Fotografie die Bildwelt sehr unmittelbar zur Weltsicht. Im Gegensatz zum Malen ist der Prozess des Festhaltens beim Fotografieren sehr verkürzt und plötzlich. Doch gibt es auch in der Vorgehensweise eine Vielzahl von Möglichkeiten: gestellte Porträts, Landschaftsdarstellungen, Schnappschüsse und vieles mehr.

Matthias Lüttig zeigte „Ausschnitte“ aus der Serie „Sachsen im Überflug“. In Zeiten einer fotografischen Reizüberflutung möchte er, ohne Bildmanipulation, den Blick auf das ästhetische Detail im Alltag lenken und den Betrachter mit der Frage konfrontieren, was er eigentlich sieht.

Luc Saalfeld arbeitet in seinem Werk zyklisch und beobachtet Prozesse der Veränderung im urbanen und landschaftlichen Raum. Die Titel des jeweiligen Zyklus, zum Beispiel „Museum ohne Bilder“, „Eisenhüttenstadt“ und „Postplatzarchiv“, bekunden den Ort der Motivwahl. Dabei entsteht durch das Vergleichen der Eindruck von Vielfalt. Die Orte sind Veränderungen ausgesetzt und zeigen projektiert den Wandel der Zeit und der Wertungen, dem wir obliegen.

Ralf Schlie geht mit seinem Blick auf Reisen. In der Türkei, in Kappadokien, hat er eine Landschaft gefunden, die er in seinen Fotos festgehalten hat. Der Betrachter kann einerseits die Landschaft mit ihrer speziellen Geologie genießen, anderseits wirken die Fotografien metaphorisch verschlüsselt. In seinen Bildwelten eröffnen sich mehrere Zugänge des Reflektierens.

Gabriele Seitz zeigte in ihrer Serie von Migranten Menschen, die sich uns durch ihre Erscheinung und ihrem Blick annähern. Es sind Porträts und Lebenssituationen. Wichtig ist der Aspekt des Gegenübers und die Annäherung, die dabei stattfindet. Der Zugang ist unmittelbar und menschlich mit der Aussage: „Schauen wir uns an, erleben wir gemeinsam“.

Dominik Wolf hat sich auf drei Möglichkeiten spezialisiert: Portraits, Architektur und Interieur. Sein Blick ist metaphorisch beobachtend, distanziert. In den seriellen Arbeiten stellt er scheinbar Gegensätzliches gegenüber. Damit bekundet er, aus einer eigenen, konzeptuellen und höheren Bezugnahme heraus, wie der Mensch sich in seiner Umwelt befindet, wie er sie durch seine Präsenz gestaltet und was er mit ihr macht.

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