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Aktuelles

16. September 2021 | Erstes “Dresden Robotics Festivals” bringt die führenden Köpfe der Robotik-Szene zusammen

Das Dresden Robotics Festival bringt die führenden Köpfe der internationalen Robotik-Szene in die sächsische Landeshauptstadt
Das Dresden Robotics Festival bringt die führenden Köpfe der internationalen Robotik-Szene in die sächsische Landeshauptstadt

Das erste Dresden Robotics Festival bringt vom 16. bis zum 22. September die internationale Robotik-Szene aus Industrie, Forschung und New Business in der sächsischen Landeshauptstadt zusammen. Unter den 350 Teilnehmern und 60 internationalen Referenten des Events befinden sich führende Robotik-Hersteller wie Fanuc, Siemens, Stäubli und Yaskawa, genauso wie renommierte Wissenschaftler, Führungskräfte und Start-ups. Das Dresden Robotics Festival wurde vom “Robot Valley Saxony” ins Leben gerufen, einem Branchenverband, der gemeinsam mit sächsischen Startups, Zulieferern, Dienstleistern, Forschungsinstituten und öffentliche Einrichtungen den Robotik-Standort Sachsen fördert. Mit dem Dresden Robotics Festival unterstreicht die Innovationsregion Dresden einmal mehr ihre Fähigkeit, die Zukunft der Wachstumsbranche Robotik entscheidend mitzubestimmen.

9. September 2021 | Projektstart für 6G-Life-Forschungshub in Dresden

Eröffnung des 6G-life-Forschungshubs: Prof. Frank H. P. Fitzek, 6G-life Program Manager Sarah Franke, TUD-Rektorin Prof. Ursula M. Staudinger und der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer.
Eröffnung des 6G-life-Forschungshubs: Prof. Frank H. P. Fitzek, 6G-life Program Manager Sarah Franke, TUD-Rektorin Prof. Ursula M. Staudinger und der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer.

Mit „6G-Life“ ist an der Technischen Universität Dresden ein neuer Forschungs-Hub eröffnet worden, bei dem sich alles um 6G dreht – den Mobilfunkstandard der Zukunft. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und hat das Ziel, die Entwicklung der Quantenkommunikation und der Künstlichen Intelligenz im Mobilfunkbereich entscheidend voranzubringen. So sollen Entwicklungen wie Virtual Reality oder das Taktile Internet (Echtzeit-Fernsteuerung physischer Objekte) mit der Einführung des 6G-Netzes künftig Anwendung in einem breiten Markt finden.

Derzeit beschränken sich solche Anwendungen vor allem auf lokale 5G-Campusnetze. Im Unterschied zum 5G-Standard sind dafür jedoch deutliche Verbesserungen bei der Latenz, der Resilienz und der Netzsicherheit nötig, woran der 6G-Life-Hub ab sofort forscht. Darüber hinaus liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Förderung von Startups. Mit Blick auf die 6G-Entwicklung gilt Dresden als eines der weltweit führenden Forschungszentren. Mit seiner Förderung verbindet das BMBF das Ziel, Deutschland in der Weltspitze als Technologiepartner zu etablieren und den technologischen Wandel mitzugestalten.

2. September 2021 | Klimaschutz durch digitale Technologien: Bundesministerium zeichnet zwei Dresdner Forschungsprojekte aus

Mit innovativen Technologien den Ressourcenverbrauch der Digitalisierung reduzieren – das ist das Ziel des “Green ICT”, einem Innovationswettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Gestartet ist der Wettbewerb mit 22 Forschungsteams, von denen Bundesministerin Anja Karliczek nun drei ausgezeichnet hat. Zwei stammen von der Technischen Universität Dresden – das "E4C" und das "DAKORE". Die beiden Projekte unter der Leitung von Professor Gerhard Fettweis und Professor Frank Ellinger entwickeln digitale Lösungen, die die Energieeffizienz von zukünftigen Kommunikations- und Informationstechnologien verbessern sollen. „Digitale Technik und Klimaschutz müssen Hand in Hand gehen. Deshalb arbeiten wir schon heute an Lösungen zur Frage nach energieeffizienter Digitaltechnik", so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bei der Preisverleihung. Insgesamt werden die drei Siegerteams vom BMBF mit Fördermitteln von bis zu 12 Millionen Euro unterstützt.
Prof. Frank Ellinger präsentiert einen Aufbau zum Messen von sehr schnellen Mikrochips. Auf dem Monitor ist ein stark vergrößerter Chip zu sehen, der bei sehr hohen Frequenzen von etwa 200 Gigahertz arbeitet.
Prof. Frank Ellinger präsentiert einen Aufbau zum Messen von sehr schnellen Mikrochips. Auf dem Monitor ist ein stark vergrößerter Chip zu sehen, der bei sehr hohen Frequenzen von etwa 200 Gigahertz arbeitet.

27. August 2021 | Künstliche Intelligenz als Frühindikator: Wissenschaftler der TU Dresden erzielen Durchbruch bei implantierbaren KI-Systemen

Künstliche Intelligenz (KI) findet in der Medizin bereits an vielen Stellen Anwendung, zum Beispiel bei der Auswertung von Patientendaten, um anhand kleinster Veränderungen Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Wissenschaftler der TU Dresden gehen einen Schritt weiter: Mit einer bio-kompatiblen KI-Plattform gelang ihnen erstmals die Implantierung von KI in den menschlichen Körper. Ziel des Forscher-Teams um Prof. Karl Leo, Dr. Hans Kleemann und Matteo Cucchi der Professur für Optoelektronik ist es, mittels der KI-Plattform gesunde und krankhafte Muster in biologischen Signalen aufzudecken, Herzschläge in Echtzeit zu klassifizieren und so krankhafte Veränderungen ohne eine permanente ärztliche Überwachung in einem frühen Stadium zu erkennen. Basis für den KI-Chip sind polymer-basierte Faser-Netzwerke, die dem menschlichen Gehirn strukturell ähneln und die komplexe Verarbeitung von Daten ermöglichen („Reservoir Computing“). In dem Ansatz sehen die Wissenschafter eine Möglichkeit Smart Health-Lösungen für die Zukunft weiterzuentwickeln.

Polymer-basiertes künstliches neuronales Netz. Das stark nichtlineare Verhalten dieser Netze ermöglicht ihren Einsatz im Reservoir-Computing.
Polymer-basiertes künstliches neuronales Netz. Das stark nichtlineare Verhalten dieser Netze ermöglicht ihren Einsatz im Reservoir-Computing.

20. August 2021 | Dresdner Forscher entwickeln neue Hardware für das künstliche Gehirn

Das menschliche Gehirn arbeitet hoch-dynamisch und extrem effizient. Neuroinspirierte Rechner ahmen das nach – bislang hauptsächlich durch Softwarelösungen. Geht es jedoch nach Dr. Alina Deac, Projektleiterin am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), soll die Arbeitsweise des Gehirns künftig auch auf der Hardware-Ebene nachgebildet werden können. Gemeinsam mit ihrem Forschungsteam untersucht sie dafür kleinste Materialien, sogenannte Nano-Scheiben, die mit Ionenstrahlen manipuliert ein ähnliches Aktivitätsmuster aufweisen wie miteinander kommunizierende Nervenzellen im Gehirn. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für miniaturisierte Hardware-Anwendungen im Bereich der künstlichen Intelligenz, deren Praxistauglichkeit sich am Wissenschaftsstandort Dresden hervorragend erforschen lässt, so Dr. Alina Deac: „Dresden ist ein einzigartiger Standort für Innovationen rund um neuromorphes Computing oder Wi-Fi-Technologien. Es ist ein Riesenvorteil, dass wir unsere Entwicklung hier bereits vor Ort auf ihre Praxistauglichkeit testen können. Zum Beispiel können wir die Nano-Scheiben mit unseren Partnern an der TU Dresden und bei der Industrie langfristig auch in komplexere Elektronik integrieren“. Das Anwendungsspektrum der Nano-Scheiben ist enorm. Bereits heute werden vergleichbare Technologien in kommerziellen Magnetspeichern und für neue Drahtlos-Technologien eingesetzt.

Eine Scheibe aus magnetischem Material wird mit Ionen bestrahlt.
Eine Scheibe aus magnetischem Material wird mit Ionen bestrahlt.

12. August 2021 | Dresdner Forscher entwickeln Feststoffbatterien für elektrische Flugzeuge

Mit Schwefel zu leichteren Batterien: Das Fraunhofer IWS arbeitet am Durchbruch der Technologie.
Mit Schwefel zu leichteren Batterien: Das Fraunhofer IWS arbeitet am Durchbruch der Technologie.

Aus der Grundlagenforschung in die industrielle Anwendung – so das Ziel von “SoLiS”, einem Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das seit 2021 an der Marktreife von Feststoffbatterien arbeitet. An dem Projekt sind unter anderem die TU Dresden und das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) aus Dresden beteiligt, wo letzteres die Projektkoordination übernimmt. Anders als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus bestehen Feststoffbatterien aus einem Lithium-Schwefel-Gemisch und verfügen über vergleichsweise hohe Speicherkapazitäten und niedrige Materialkosten. In dem Projekt sollen innovative Herstellungsverfahren der neuen Technologie erprobt und optimiert werden. Die Forschungsergebnisse könnten dabei helfen die besonders leichten und kostengünstigen Batterien künftig in der elektrischen Luftfahrt einzusetzen. Das Projekt wird mit einer Gesamtsumme von knapp 1,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

06.08.2021 | Ohne Verkehrschaos zum Stadion? Hacker mit Ideen gesucht!

Open Data Camp 2019
Open Data Camp 2019

Dynamo-Fans, die Dresdner Stadtverwaltung und der Stadionbetreiber veranstalten Hackathon im Oktober 2021. Am Sonnabend, 23. Oktober 2021, und Sonntag, 24. Oktober 2021, werden Teams aus Hard- und Softwareentwicklern Ideen für neue Mobilitätslösungen im Umfeld des Rudolf-Harbig-Stadions gemeinsam entwickeln. Die Veranstalter stellen dafür zahlreiche offene Daten zur Verfügung, etwa aus dem Amt für Geodaten und Kataster oder von den Verkehrsbetrieben. Ziel ist es, dem hohen Verkehrsaufkommen bei Spielen von Dynamo Dresden mithilfe moderner technischer Möglichkeiten zu begegnen.

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4. August 2021 | Volkswagen und TraceTronic gründen neocx: Ein Joint Venture für automatisierte Software Integration

Axel Heinrich, Leiter der Elektrik-/Elektronik-Entwicklung bei Volkswagen, und Rocco Deutschmann, Geschäftsführer von TraceTronic, feiern die Gründung von neocx in Dresden.
Axel Heinrich, Leiter der Elektrik-/Elektronik-Entwicklung bei Volkswagen, und Rocco Deutschmann, Geschäftsführer von TraceTronic, feiern die Gründung von neocx in Dresden.

Leistungsfähige Fahrzeugfunktionen basieren auf dem vernetzten Zusammenspiel vieler Einzelkomponenten aus Software und Hardware. Diese Komponenten zusammenzuführen und im Gesamtverbund zu testen, ist eine der derzeit wichtigsten Entwicklungsaufgaben der Automobilindustrie. Das Joint Venture neocx, gegründet von Volkswagen und dem Dresdner IT-Spezialisten TraceTronic, will dabei helfen sie zu lösen. TraceTronic wurde 2004 als Spin-Off der TU Dresden gegründet und gehört heute mit rund 300 Mitarbeitern zu den weltweit führenden Anbietern von Lösungen für das Testen und Integrieren von Fahrzeugsoftware.

Für Dr. Robert Franke, Amtsleiter der Wirtschaftsförderung Dresden, stellt TraceTronic ein Paradebeispiel für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Dresden dar: “Das neue Gemeinschaftsunternehmen neocx mit Volkswagen ist ein besonderer Meilenstein in der Erfolgsgeschichte von TraceTronic. Im Zukunftsmarkt Integration und Testen von hochvernetzter Fahrzeug-Software wird es nicht das letzte Kapitel des Dresdner Unternehmens sein. Die großen Themen der Automobilbranche – CO2-Minderung, Elektromobilität und hochautomatisiertes Fahren – treiben die Komplexität der Elektronik und Software und damit auch den Bedarf, diese automatisiert zu testen. Genau hier liegt die weltweit gefragte Expertise von Tracetronic.“

An dem Joint Venture neocx sind Volkswagen und TraceTronic zu jeweils 50 Prozent beteiligt.

03.08.2021 | Dresden fördert innovative Projekte aus Wirtschaft und Forschung

Die Landeshauptstadt Dresden fördert innovative Projekte aus Wirtschaft und Forschung mit 10.000 Euro bis maximal 100.000 Euro. Insgesamt stehen etwa 250.000 Euro zur Verfügung. Die Förderung ist bewusst themenoffen und ermöglicht z. B. Vorhaben aus den Bereichen Industrie 4.0, Smart City, neue Materialien, zukünftige Energiesysteme oder auch nicht-technische Neuerungen. Bewerbungen sind bis zum 19. September 2021 möglich. Die Antragsformulare sowie weitere Informationen zur Förderung gibt es unter www.dresden.de/innovativ.

Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung: „Unsere Innovationsförderung hat sich vielfach als erfolgreicher Katalysator bewiesen, wenn es darum geht, exzellente Ideen mit städtischer Relevanz in zukunftsträchtige Geschäftsmodelle zu verwandeln.“

Antragsberechtigt sind Gründer und Startups aus dem Hochtechnologiebereich, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit Sitz in Dresden sowie Forschungseinrichtungen und Nicht-KMU im Rahmen von Unternehmensverbünden.

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29. Juli 2021 | NCT in Dresden entdeckt neue Therapiemöglichkeiten gegen Darmkrebs

Im NCT-Labor untersuchen Wissenschaftler die Wirksamkeit verschiedener Substanzen an Zellkulturen.
Im NCT-Labor untersuchen Wissenschaftler die Wirksamkeit verschiedener Substanzen an Zellkulturen.

Gut 58.000 Menschen erhalten in Deutschland jedes Jahr die Diagnose Darmkrebs. Dennoch gibt es bisher nur wenige effektive Therapien gegen die Erkrankung, vor allem, wenn sie sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet. Ein Forscherteam unter Leitung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Dresden und Heidelberg könnte das allerdings nun ändern. Bei seiner Forschung hat es ein Proteinkomplex (Cyclin K/CDK12) entdeckt, über das sich die Tumorzellen des Darmkrebs gezielt angreifen lassen. Als geeignetes Mittel dafür könnte eine bislang unbekannte Substanz aus der neuartigen Wirkstoffgruppe der molekularen Klebstoffe dienen, die ebenfalls von dem Forscherteam des NCT entdeckt wurde.

„Dies ist eine wichtige Grundlage, um künftig neue Medikamente für Patienten mit Darmkrebs zu entwickeln oder vorhandene CDK12-Inhibitoren auf ihre Wirksamkeit gegen diese Tumoren zu testen“, sagt Prof. Hanno Glimm, Direktor am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Dresden. Das NCT ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Dresdner Universitätsklinikums, der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR).

22. Juli 2021 | In Dresden spielt die KI-Musik

Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz wollen die Forschenden des CeTI die Fähigkeit des Klavierspiels digitalisieren, um sie anschließend in Lernprogramme zu überführen.
Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz wollen die Forschenden des CeTI die Fähigkeit des Klavierspiels digitalisieren, um sie anschließend in Lernprogramme zu überführen.

Die menschliche Hand am Klavier: Ein komplexes Zusammenspiel von Sehnen, Sinneszellen und verschiedensten Muskeln. Wie es genau funktioniert, untersucht ein Forschungsteam der TU Dresden und des „Zentrums für taktiles Internet mit Mensch-Maschine-Interaktion“ (CeTI). Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz wollen die Forschenden die Fähigkeit des Klavierspiels digitalisieren, um sie anschließend in Lernprogramme zu überführen. Dafür haben sie die Pianistin Inhye Park in einem Sensoranzug an ein Klavier gebeten und jede ihrer Bewegungen mittels Künstlicher Intelligenz analysiert. Jeder ihrer Tastenanschläge wird in Echtzeit auf dem Computer erfasst. Die so gesammelten Daten können nun als Grundlage für Lernprogramme dienen, bei denen Lernende ebenfalls in einen KI-Anzug schlüpfen und mittels Vibrationsfeedback sich selbst die richtigen Bewegungen antrainieren können. So lernen sie „beispielsweise, dass durch das Abfedern des Handgelenks ein eher weicherer oder härterer Ton entsteht", erklärt Karl-Heinz Simon, Klaviermethodiker am CeTI Dresden. Schon in einigen Jahren könnten solche Lernprogramme dabei helfen, Menschen unabhängig von Sprache oder anderen Barrieren verschiedenste Fähigkeiten beizubringen.

2. Juli 2021 | TU Dresden entwickelt Laserroboter zur Entsorgung von radioaktivem Giftmüll

Inhaber der Professur für Wasserstoff- und Kernenergietechnik: Prof. Dr.-Ing. habil. Antonio Hurtado
Inhaber der Professur für Wasserstoff- und Kernenergietechnik: Prof. Dr.-Ing. habil. Antonio Hurtado

Beim Abriss von alten Kernkraftwerken entstehen große Mengen radioaktiven Mülls. Sie zu entfernen kann für Menschen mit großen Gefahren verbunden sein. Forscherinnen und Forscher der Technischen Universität Dresden wollen das nun ändern. Dafür hat das Team der Professur für Wasserstoff- und Kernenergietechnik einen neuen Laserroboter entwickelt, der kontaminierte Materialien bereits vor dem Abriss unschädlich und für eine künftig Wiederverwendung zugänglich machen soll.

Im Fokus steht dabei eine krebserregende Lackierung aus Weichmachern, die sich auf vielen Wänden und Metallteilen von alten Kraftwerken befindet. Derzeit werden die radioaktiven Lacke mit Sandstrahlern abgetragen, was zu einer Kontaminierung des eingesetzten Sandes führt. Um das zu umgehen, wurde der Dresdner Roboter mit speziellen Lasern ausgestattet, die die Lacke so erhitzen können, dass die radioaktiven Stoffe zerfallen und sich anschließend absaugen lassen. Laut der TU Dresden besteht an der Technologie bereits ein internationales Interesse, da die Zahl maroder Kernkraftwerke immer weiter steigt.

25. Juni 2021 | Leichtbausymposium 2021 der TU Dresden: Mit Neutralleichtbau zu mehr Ressourceneinsparungen

Der Vorstand des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden lud zum 24. Leichtbausymposium in Dresden: Prof. Werner Hufenbach, Prof. Niels Modler, Prof. Hubert Jäger, Prof. Maik Gude (von links)
Der Vorstand des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden lud zum 24. Leichtbausymposium in Dresden: Prof. Werner Hufenbach, Prof. Niels Modler, Prof. Hubert Jäger, Prof. Maik Gude (von links)

„Neutralleichtbau - Mehrwert durch Ressourceneinsparung“, so das Motto des Dresdner Leichtbausymposiums 2021, das ganz im Zeichen einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wirtschaftsweise stand. Gemeinsam mit ausgewählten Experten wurden auf der Veranstaltung des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik der Technischen Universität Dresden die Leitplanken eines ressourcensparenden Leichtbaus im 21. Jahrhundert diskutiert. Ob „Cradle-to-Cradle“ oder innovative Lösungsansätze für die Kreislaufführung von Wertstoffströmen – die Plattform hat mit seinen etwa 100 digitalen Veranstaltungen eine große Bandbreite an Themen abgedeckt. Neben den Vorträgen konnten die mehr als 1.000 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft auch etliche Möglichkeiten zur interaktiven Netzwerkbildung nutzen. Das Dresdner Leichtbausymposium gilt seit vielen Jahren als eine wichtige branchenübergreifende Plattform zum Erfahrungsaustausch von internationalen Entscheidungsträgern. Auch in diesem Jahr hat das Symposium mit dem Thema Neutralleichtbau einmal mehr den Nerv der Zeit getroffen.

18. Juni 2021 | Smart System Hub: Digital Product Factory aus Dresden geht mit neuer Challenge in die dritte Runde

Michael Kaiser, CEO und Hans Klingstedt, Senior Project Manager Business Development & Co-Innovation bei Smart Systems Hub, Dr. Georg Püschel, Product Manager und Mitbegründer von Wandelbots, Harald Heinrich, Lead Principal Engineering Automation und Uwe Gäbler, Director Development Center Dresden bei Infineon
Michael Kaiser, CEO und Hans Klingstedt, Senior Project Manager Business Development & Co-Innovation bei Smart Systems Hub, Dr. Georg Püschel, Product Manager und Mitbegründer von Wandelbots, Harald Heinrich, Lead Principal Engineering Automation und Uwe Gäbler, Director Development Center Dresden bei Infineon

Das Auge von Infineon, die Muskeln von Wandelbots, das Nervensystem von SAP und objective partner: so sieht die dritte Runde der Digital Product Factory, kurz DPF, aus. Die DPF ist ein Innovationsprogramm des Smart Systems Hub aus Dresden, das sich die Entwicklung digitaler Industrieanwendungen zum Ziel gesetzt hat. Ihre Projekte sind auf eine Laufzeit von drei Monaten begrenzt und bringen Kooperationspartner aus verschiedenen Disziplinen zusammen. In der dritten, aktuellen Ausgabe der Digital Product Factory arbeitet nun das Technologieunternehmen Infineon mit den Softwarespezialisten SAP, objektive partner und Wandelbots daran, die Interaktion von Mensch und Roboter mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) zu verbessern. Dafür haben sich die Co-Innovatoren zwei Ziele gesetzt: Die Entwicklung eines flexibel einsetzbaren Roboters, der mit einer Sensorfusion-basierten Edge-AI Lösung angelernt und überwacht werden kann, sowie die Möglichkeit, den Roboter digital abzurechnen.

Beides zusammen bildet ein ganzheitliches und skalierbares Geschäftsmodell, das auch als „robot and asset as a service“ bezeichnet wird. Das Smart Systems Hub Dresden gestaltet dafür die virtuellen und physischen Räume, leitet methodisch die Produktentwicklung und übernimmt die Organisation und die Akquise von Know-How.

14. Juni 2021 | Jenoptik, Vodafone, Bosch - Dresdens Hightech-Standort auf Wachstumskurs

Neue Reinräume für die Dresdner Fertigung: Jenoptik will die Bauarbeiten an seinem neuen Standort bis 2025 abgeschlossen haben.
Neue Reinräume für die Dresdner Fertigung: Jenoptik will die Bauarbeiten an seinem neuen Standort bis 2025 abgeschlossen haben.

Vodafone, Jenoptik und Bosch sorgen für Zuwachs am Hochtechnologie-Standort Dresden. Während sich der Mobilfunkspezialist Vodafone mit einem globalen Kompetenzzentrum für Forschung und Entwicklung in der Landeshauptstadt niederlassen will, bauen Jenoptik und Bosch neue Fertigungsstätten im Silicon Saxony auf. Am neuen Vodafone-Standort sollen bis zu 200 Forscher an der Weiterentwicklung der 5G- und 6G-Technologie arbeiten und konkrete Anwendungen in den Bereichen autonomes Fahren, vernetzte Landwirtschaft, Chemie und Bau vorantreiben. Der Photonik-Konzern Jenoptik erwirbt ein Grundstück, um in eine neue Reinraum-Fabrik mit hochmodernem Fertigungsgebäude und Bürokomplex zu investieren. Der Industrieriese Bosch dagegen hat im Dresdner Norden gerade eine neue Halbleiterfabrik eröffnet. Der Standort gilt zu den modernsten seiner Art und als eine der größten Investitionen des Traditionsunternehmens. An allen drei Ansiedlungen war das Amt für Wirtschaftsförderung unmittelbar beteiligt. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert betont die Vorzüge des Standorts: „Das Zusammenspiel zahlreicher Unternehmen, Institute und Startups macht Dresden zu einem der führenden Hochtechnologiestandorte Europas. In Dresden ist die Zukunft zu Hause“. Dresdens exzellente Hochschulen würden gerade in den MINT-Fächern weltweit gefragte Talente ausbilden, denen sich vor Ort nun weitere sehr attraktive Chance bieten, so Hilbert.

3. Juni 2021 | Vodafone entscheidet sich für Dresden als Standort für neues globales Innovationszentrum

Die Vodafone Gruppe wird in Dresden ein globales Kompetenzzentrum für Forschung, Entwicklung und Innovation aufbauen. Damit schafft das Unternehmen in den kommenden Jahren mehr als 200 hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Landeshauptstadt. Im Januar 2021 startete die Vodafone Gruppe einen internationalen Wettbewerb, in dem sich acht vorab ausgewählte europäische Städte als Standort für das neue Zentrum bewerben konnten. In diesem Wettbewerb hat sich Dresden durchgesetzt. Das Kompetenzzentrum wird einen klaren Fokus auf Zukunftstechnologien wie 5G, 6G und OpenRAN haben – genau wie auf konkrete Anwendungen in den Bereichen autonomes Fahren, vernetzte Landwirtschaft, Chemie und Bau. In all diesen Bereichen ist Dresden bereits ein weltweit führender Forschungsstandort.

Hannes Ametsreiter, CEO Vodafone Deutschland: “Die Entscheidung ist ein weiteres starkes Bekenntnis zum Industriestandort im Herzen Europas. [...] ab 2021 wollen wir jetzt 6G in Dresden aus Deutschland für die Welt entwickeln. Unser Signal für dieses Land: Die Zukunft der Digitalisierung wird in Deutschland erdacht.”

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: “Die Attraktivität Dresdens und Sachsens als Innovationsregion wird hier erneut sichtbar.” Dirk Hilbert, Oberbürgermeister von Dresden: “Das Zusammenspiel zahlreicher Unternehmen, Institute und Startups macht Dresden zu einem der führenden Hochtechnologiestandorte Europas. Vodafones Entscheidung unterstreicht das noch einmal doppelt: In Dresden ist die Zukunft zu Hause.”

Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, ergänzt: “Wir sind stolz, dass wir Vodafone mit unserer Bewerbung überzeugen konnten. Ein wichtiges Argument für Technologieansiedlungen sind immer wieder unsere exzellenten Hochschulen, die besonders in den MINT-Fächern weltweit gefragte Talente ausbilden.”

28. Mai 2021 | Dresdner Forscher machen technische Oberflächen rein wie Lotusblüten

Ein Team aus Forschern des Fraunhofer IWS und aus der Wirtschaft gründen mit “Fusion Bionic” ein Hightech-Unternehmen aus: Benjamin Krupop, Dr. Tim Kunze und Dr. Sabri Alamri (v. l.) gehören dazu.

Moderne Lichtinterferenz-Technologien aus Dresden machen es möglich: Durch “Direct Laser Interference Patterning” (kurz: DLIP, auf Deutsch: “Direkte Laserinferenz-Strukturierung”) können die Gründer der “Fusion Bionic”, eines Spin-offs des Fraunhofer IWS, nun sehr schnell Lotuseffekte und andere raffinierte Strukturtricks der Natur auf technische Oberflächen wie Batteriekomponenten, Implantate oder sogar Flugzeuge übertragen. Diese mikroskopisch kleinen Oberflächenmuster gestalten Implantate verträglicher oder verhindern mit ihren Anti-Eis-Mustern, dass Fluggäste im Winter wegen tiefgefrosteter Tragflächen ewig auf den Start in den sonnigen Süden warten müssen. Die in der vergangenen Dekade am Fraunhofer IWS und an der TU Dresden erforschte Technologie ist nun marktreif. Dr. Tim Kunze, der bisher die Gruppe für Oberflächenfunktionalisierung am Fraunhofer IWS leitete, hat daher im April 2021 mit einem Team aus Wissenschaft und Wirtschaft “Fusion Bionic” gegründet. Der Firmenname steht für die Fusion von naturinspirierten Effekten in technische Produktoberflächen, also eine Art Symbiose aus Biologie und Technologie nach dem Vorbild der Bionik. “Dabei hat uns auch das Fraunhofer AHEAD-Programm stark weitergeholfen. In einem unternehmerischen Umfeld mit Unterstützung von Experten aus der Fraunhofer-Gesellschaft haben wir unser Geschäftsmodell sowie das Produkt geschärft und unser Team gut für die Gründung aufgestellt”, sagt Tim Kunze. Dieser Fraunhofer-Forschungstransfer in die Praxis möchte auch für neue Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Dresden und Sachsen sorgen. Die Belegschaft soll bis Ende 2022 auf etwa zehn Beschäftigte wachsen.

20. Mai 2021 | Preis für Wissenschaftskommunikation: Dresdner Doktorand tritt für Deutschland an

FameLab Germany Regionalentscheid 2021 – Stefan Golfier

Unter Mitstreitern aus ganz Deutschland hat sich der Dresdner Wissenschaftler Stefan Golfier durchgesetzt und ist im Finale des FameLab Germany 2021 als Sieger hervorgegangen. Das FameLab ist ein international renommierter Wettbewerb für Wissenschaftskommunikation, bei dem Nachwuchswissenschaftler ihre Arbeiten einer Jury innerhalb einer dreiminütigen Präsentation vorstellen müssen. Dabei gewinnt der Teilnehmer mit den verständlichsten und spannendsten Inhalten und kann sich über eine Reihe regionaler Wettbewerbe für das internationale Finale beim Cheltenham Science Festival in Großbritannien qualifizieren.

Für Deutschland ist das in diesem Jahr nun Stefan Golfier gelungen, der vor kurzem seine Doktorarbeit an dem Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik sowie dem Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme geschrieben hat. Mit seinem Vortrag “Unser entknotetes Erbgut” tritt er als nächstes gegen die besten Kommunikatoren der internationalen Wissenschaftsszene an: “Die Qualifikation für das Finale ist eine tolle Erfahrung und eine großartige Gelegenheit meine Faszination für die Wissenschaft mit einem breiten Publikum zu teilen. Für die Möglichkeit daran teilzunehmen, möchte ich mich bei den Dresdner Max-Planck-Instituten und der Dresdner Wissenschaftscommunity bedanken, durch die meine Begeisterung für die Wissenschaftskommunikation geweckt wurde.“ Das FameLab existiert bereits seit 2005 und gehört zu den führenden Veranstaltungen seiner Art.

12. Mai 2021 | TU Dresden steigt im Ranking der besten Universitäten weiter auf

Beyer-Bau und Observatorium der TU Dresden: Laut RUR Ranking auf Platz 67 der besten Universitäten der Welt.
Beyer-Bau und Observatorium der TU Dresden: Laut RUR Ranking auf Platz 67 der besten Universitäten der Welt.

Ganze 867 Universitäten hat das RUR World University Ranking 2021 für seine Rangliste der weltweit besten Universitäten untersucht. Darunter auch die TU Dresden, die in diesem Jahr auf Rang 67 gelandet ist. Nach ihrer Platzierung auf Rang 229 im Jahr 2013 hat sie sich damit innerhalb von acht Jahren um 162 Plätze verbessert. Im Ranking der deutschen Universitäten klettert sie ebenfalls nach oben: Von Platz 17 in 2013 auf Platz 3 in 2021. Besonders gute Noten bekommt die TUD im Bereich Lehre, wo sie im Deutschlandvergleich zum zweiten Mal in Folge auf Platz 2 gerankt wird. Auch im Bereich Forschung zeigen sich im weltweiten Vergleich konstant gute Platzierungen. Hier hat es die TU Dresden 2021 erneut unter die Top 50 geschafft, sowie deutschlandweit auf Platz 6.

Als Resultat stuft das RUR World University Ranking die TU Dresden nun in der sogenannten Diamond League ein. Die Ergebnisse bestätigen den lang anhaltenden Aufwärtstrend der TU Dresden in internationalen Rankings. Das zeigt auch das QS World University Ranking 2021, indem sich die TU Dresden ebenfalls verbessert und einen Platz unter den Top 200 belegt hat.

7. Mai 2021 | Mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung: Senodis bezieht neuen Firmensitz

Das Senodis-Gründerteam: Thomas Härtling, Björn Erik Mai, Marek Rjelka Christoph Kroh.
Das Senodis-Gründerteam: Thomas Härtling, Björn Erik Mai, Marek Rjelka Christoph Kroh.

Digitales Tracking von Bauteilen spielt für smarte Industrieanwendungen eine wichtige Rolle, stellt in manchen Fällen jedoch eine große technische Herausforderung dar. So etwa bei Bauteilen aus Metall, die während ihrer Verarbeitung extremen Temperaturen ausgesetzt werden. Das Dresdner Startup Senodis hat aus diesem Grund das Verfahren “CeraCode” entwickelt, das Metallteile mit einer besonders widerstandsfähigen Tinte aus Keramik-Pigmenten kennzeichnet, sodass sie auch bei Temperaturen von über 900 Grad noch erkannt und digital nachverfolgt werden können. Um dieses Verfahren zur Marktreife zu bringen, unterstützte die Wirtschaftsförderung Dresden das Start-up in der Vergangenheit mit finanziellen Mitteln in Höhe von 80.000 Euro und der Vermittlung eines Firmensitzes im Dresdner TechnologieZentrum Nord.

Die neuen Geschäftsräume in dem innovativen Umfeld konnte Senoris vor kurzem in Betrieb nehmen: „Wir danken der Stadt Dresden für die Unterstützung und den damit verbundenen Vertrauensbeweis in der frühen Gründungsphase von Senodis. Es bestätigt sich für uns täglich, dass Dresden mit seinem Technologieumfeld und seiner wachsenden Startup-Szene ein exzellenter Standort ist, um unsere Ideen in die Tat umzusetzen“, sagt Dr. Christoph Kroh, Co-Gründer und Technischer Geschäftsführer von Senodis. Dr. Robert Franke, Amtsleiter der Wirtschaftsförderung, ist froh das Unternehmen, das 2019 als Spin-Off des Fraunhofer IKTS gegründet wurde, an seinem neuen Standort begrüßen zu dürfen: “Senodis hat uns mit einer wirklich innovativen Technologie überzeugt, die wir unbedingt hier am Standort halten wollten. Unsere Innovationsförderung hat sich einmal mehr als erfolgreicher Katalysator bewiesen, exzellente Ideen in zukunftsträchtige Geschäftsmodelle zu verwandeln“, so Dr. Robert Franke.

30. April 2021 | Dresdner Autosoftware-Hersteller Tracetronic auf Wachstumskurs

TraceTronic Geschäftsführer Dr. Peter Strähle, Tracetronic Geschäftsführer Dr. Rocco Deutschmann, Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig und Dr. Robert Franke von der Wirtschaftsförderung Dresden
TraceTronic Geschäftsführer Dr. Peter Strähle, Tracetronic Geschäftsführer Dr. Rocco Deutschmann, Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig und Dr. Robert Franke von der Wirtschaftsförderung Dresden

Ob Fahrerassistenzsysteme, Autonomes Fahren oder Infotainment: die Komplexität von Automobil-Software steigt exponentiell. Bis zu 100 Steuergeräte sind mittlerweile im Fahrzeug verbaut. Das Dresdner Unternehmen Tracetronic hat Softwarelösungen entwickelt, damit die elektronischen Steuergeräte vollautomatisiert in unterschiedlichsten Umgebungen getestet werden können - beginnend beim Test einzelner Software-Komponenten bis hin zum abschließenden Test in Fahrzeugen. Dadurch können Fehler früher erkannt und Markteinführungszeiten erheblich verkürzt werden. Um die steigende Nachfrage zu bedienen, errichtet das Unternehmen am Hauptsitz Dresden einen modernen Gebäudekomplex für bis zu 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gestern war die Grundsteinlegung.

2004 aus der Technischen Universität Dresden gegründet, hat sich Tracetronic seitdem zu einem globalen Unternehmen mit weiteren Standorten in Deutschland, den USA und Korea entwickelt. Mehr als 150 Unternehmen der internationalen Automobil- und Zuliefererindustrie unterstützt Tracetronic mit Software-Produkten und innovativen Lösungen zur Entwicklung und Absicherung komplexer eingebetteter Systeme in Fahrzeugen. Dazu zählen Audi, die BMW Group, Bosch, CLAAS, Continental, Daimler, Denso, Ford, Geeley, IAV, John Deere, Magna, Porsche, Rivian, Siemens oder Volkswagen. „TraceTronic ist ein Paradebeispiel für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Dresden. 2004 aus der TU Dresden ausgegründet und aus guten Gründen hier geblieben, strahlt es heute aus dem Gewerbegebiet Coschütz-Gittesee in alle Ecken der automobilen Welt, von Korea bis ins Silicon Valley“, so Dr. Robert Franke, Amtsleiter der Wirtschaftsförderung zur Grundsteinlegung.

23. April 2021 | Künstliche Muskeln für den Roboter der Zukunft – PowerON will in Dresden die Entwicklung beschleunigen

PowerON-CEO Dr. Markus Henke stellt flexible Robotik-Komponenten vor.

Das aufstrebende Startup PowerON hat sich zum Ziel gesetzt, die Robotik zu revolutionieren. Dabei werden auf Basis sogenannter „künstlicher Muskeln“ Produkte entwickelt, die die Transformation der Roboter von steifen, unflexiblen und schwerfälligen Fließbandarbeitern hin zu geräuschlosen, nachgiebigen, flexiblen und agilen Alltagsassistenten ermöglichen. „Egal, ob im Haushalt, beim Einkauf oder im Gesundheitswesen, es werden sich zahlreiche neue Einsatzmöglichkeiten erschließen, mit denen wir momentan noch nicht einmal rechnen“ so Dr. Markus Henke, CEO von PowerON.

Bereits seit 2015 forscht das Gründerteam gemeinsam an der dafür genutzten Technologie. Mit Gründung der PowerON Limited 2019 in Neuseeland und der PowerON GmbH im Sommer 2020 in Dresden wurde ein weiterer Meilenstein erreicht. „Für uns ist Dresden der ideale Standort. Jedes Jahr verlassen zahlreiche erstklassige Absolventen die ansässigen Universitäten, wodurch wir auf ein hervorragendes Netzwerk im Bereich der Forschung und Entwicklung zurückgreifen können. So arbeiten wir zum Beispiel im Rahmen eines Nachwuchsprojekts sehr eng mit der TU Dresden zusammen. Darüber hinaus gehört die Stadt Dresden im Bereich der Robotik zu den führenden Standorten“, so Dr. Henke.

Derzeit arbeitet das internationale Team vorrangig an der Entwicklung von nachgiebigen Sensoren, die es unter anderem ermöglichen, Robotergreifer mit einem Tastsinn auszustatten. Den möglichen Anwendungsfeldern der Technologie sind aber kaum Grenzen gesetzt. So ist es auf Basis der gleichen Materialen auch möglich, flexible Aktoren zu entwickeln, die beispielsweise als Pumpen oder auch als Antriebe für Prothesen genutzt werden können. Dieses Gebiet soll nach einer Erweiterung des Teams in den nächsten Monaten stärker in den Fokus rücken.

16. April 2021 | Sprung bei Perowskit-Forschung: TU Dresden macht Herstellung hocheffizienter Solarzellen reproduzierbar

Prof. Dr. Yana Vaynzof, TU Dresden
Prof. Dr. Yana Vaynzof, Lehrstuhl für Neuartige Elektronik-Technologien, cfaed und IAPP, Technische Universität Dresden

Leistungsstarke und kostengünstige Solarzellen sind ein wichtiger Bestandteil der Energiewende, weshalb die Technologie schon seit vielen Jahren intensiv erforscht wird. Ein Bereich, der in den vergangenen Jahren für viel Aufsehen gesorgt hat, sind sogenannte Perowskit-Zellen. Die kleinen Sonnenkraftwerke sind deutlich leichter und weniger aufwändig in der Produktion als herkömmliche Silizium-Zellen und konnten zuletzt erhebliche Effizienzsteigerungen für sich verbuchen. Bei ihrer Herstellung stand die Forschung allerdings lange Zeit vor einem Rätsel, zeigten die hergestellten Zellen bisher unerklärliche Qualitätsunterschiede. Einer Forschungsgruppe der Technischen Universität Dresden ist es jetzt gelungen das Rätsel zu lösen. Als Ursache für die geringe Reproduzierbarkeit identifizierten sie ein bestimmtes Anti-Lösungsmittel. In ihrer Studie konnten sie zeigen, wie unterschiedliche Anwendungen des Mittels zu abweichenden Ergebnissen in der Produktion führten. Auch war es den Forschern der TU möglich, Empfehlungen für eine optimale Anwendung aus ihrer Arbeit abzuleiten. „Unsere Ergebnisse auf diesem Gebiet bieten damit wertvolle Einblicke, um eine Weiterentwicklung dieser vielversprechenden Technologie in ein kommerziell erfolgreiches Produkt zu ermöglichen”, so Studienleiterin Prof. Dr. Yana Vaynzof. Die Ergebnisse wurden im renommierten Journal „Nature Communications“ veröffentlicht.

9. April 2021 | TU Dresden stößt mit organischen Dioden erstmals in den Gigaherz-Bereich vor

Prof. Karl Leo
Prof. Karl Leo will mit seinem Team neue Anwendungsfelder im Bereich der organischer Elektronik erschließen.

Das Institut für Angewandte Physik (IAP) an der Technischen Universität Dresden gehört zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen im Bereich der organischen Elektronik. Ziel von Institutsleiter Prof. Karl Leo und seinem Team ist es, völlig metallfreie Bauteile zu entwickeln, um neue Anwendungsfelder wie aufrollbare Bildschirme, organische Mensch-Maschine-Schnittstellen oder körperverträgliche elektronische Implantate zu ermöglichen. Bisher galten Dioden aus rein organischen Materialien allerdings als zu langsam (Rechenleistung von etwa 20 bis 30 Megahertz), weshalb sie stets mit Silizium-Komponenten ergänzt wurden. Eine neue Technologie der TU Dresden, bei der kohlenstoffbasierte Transistoren durch eine neuartige vertikale Bauweise miteinander kombiniert werden, könnte das allerdings ändern. Mit ihr lassen sich rein organische Dioden erzeugen, die Schaltfrequenzen von bis zu 3 Gigahertz erreichen. Prof. Karl Leo und sein Team sind zuversichtlich, mit der vertikalen Technik bald auch komplexe organische Schaltungen herstellen zu können, die ähnlich schnell wie Siliziumchips sind. Mit ihnen wären dann auch vollständig aufrollbare OLEDs nicht mehr weit entfernt.

1. April 2021 | Dresdner Start-up Packwise startet mit frischem Geld ins internationale Geschäft

Das Packwise-Gründerteam: René Bernhardt, Gesche Weger und Felix Weger.
Das Packwise-Gründerteam: René Bernhardt, Gesche Weger und Felix Weger.

Das Dresdner Start-up Packwise digitalisiert Wertschöpfungsketten von Unternehmen aus der Chemie- und Lebensmittelindustrie, indem es Industrieverpackungen mit kleinen Internet-Of-Things-Sensoren ausstattet. Die Technologie bietet Kunden eine Vielzahl an Funktionen an, um ihre Supply Chain transparenter, sicherer und effizienter zu gestalten, wofür Packwise vergangenes Jahr mit dem IQ Innovationspreis Mitteldeutschland ausgezeichnet wurde. Von seinen Investoren, darunter auch dem Technologiegründerfonds Sachsen, konnte das 2017 gegründete Unternehmen nun einen siebenstelligen Eurobetrag in einer Pre-Series A Finanzierungsrunde einsammeln. Mit dem Geld will Packwise seine Softwareplattform ausbauen, das Wachstum im europäischen Markt beschleunigen und seinen Marktstart in Nordamerika vorbereiten. Dafür plant das Start-up sein Entwicklungs- und Vertriebsteam weiter auszubauen.

26. März 2021 | KI-basiertes Identifikationsverfahren für Zellen: Biophysiker Herbig erhält den Dresdner Exzellenzpreis

Mit dem DRESDEN EXCELLENCE AWARD werden herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus Dresden ausgezeichnet.
Mit dem DRESDEN EXCELLENCE AWARD werden herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus Dresden ausgezeichnet.

Der Dresden Excellence Award ist ein Wissenschaftspreis, der von der Stadt Dresden einmal im Jahr an herausragende Forschungsarbeiten verliehen wird, die für die Dresdner Stadtentwicklung von besonderer Relevanz sind. Der Preis wird in den Kategorien Bachelor, Master, Promotion und Habilitation vergeben, diesjähriger Gewinner in der Kategorie Promotion ist der Biophysiker Dr. Maik Herbig vom Zentrum für regenerative Therapien (CRTD) der Technischen Universität Dresden. In seiner Abschlussarbeit konnte der Wissenschaftler ein neues Verfahren zur Identifikation von Zellarten entwickeln, dass auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning basiert und Zellen anhand von mechanischen und morphologischen Eigenschaft unterscheiden kann. Dabei verzichtet die neue Technologie (RT-DC genannt) auf den Einsatz von Farbmarkern, was sie günstiger und schneller als herkömmliche Verfahren macht und ihren Anwendungsbereich vergrößert.

Das Verfahren wird bereits von einer TU-Ausgründung eingesetzt. Für Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung Dresden, ein wichtiger Beitrag zur Innovationskraft und Attraktivität des Standorts: “Ob neue Behandlungsansätze im Kampf gegen Multiple Sklerose oder die revolutionäre Identifizierung von Zellarten - alle ausgezeichneten Arbeiten haben praktische Anwendungsbezüge und hohen Wert für unser Leben – heute und in Zukunft”. Das Amt für Wirtschaftsförderung begleitet den Award seit 2017.

19. März 2021 | Infineon und GLOBALFOUNDRIES: Gemeinsam zum Hightech-Ventil

DPF-2 Review Deepdive Anforderung
DPF-2 Review Deepdive Anforderung

Das “Silicon Saxony” in Dresden gehört zu den führenden Halbleiter-Clustern der Welt und beherbergt die größte und modernste Chip-Fabrik Europas. Die Niederlassung des amerikanischen Chip-Herstellers Globalfoundries ist vor kurzem zum Austragungsort einer besonderen Challenge des Branchenverbands Smart Systems Hub geworden. Aufgabe der Challenge war es ein neues Überwachungssystem für die speziellen Ventile der Fabrik zu entwickeln. Als Ergebnis haben die Teilnehmer nun ein KI-basiertes Kontrollsystem mit Hightech-Sensorik und Edge-Computing-Lösung vorgestellt, das defekte Ventile frühzeitig erkennen und so Produktionsunterbrechungen vermeiden kann. An der Entwicklung beteiligt waren neben Globalfoundries auch Infineon Dresden, Sensry, Coderitter und T-Systems Multimedia. Ihr Prototyp soll künftig zur Marktreife gebracht werden.

12. März 2021 | Dresdner Chip-Hersteller entlasten die Automobilindustrie

Blick auf das fertiggestellte Halbleiterwerk im Dresdner Norden
Blick auf das fertiggestellte Halbleiterwerk im Dresdner Norden

Über leere Auftragsbücher kann sich die Dresdner Halbleiterindustrie derzeit nicht beklagen. Ganz im Gegenteil: Der stark wachsende Einsatz von Silizium-Wafern in der Automobilindustrie hat in der jüngeren Vergangenheit zu einem regelrechten Nachfrageboom geführt. Die Folge: Expansionsdruck im Silicon Saxony, Dresdens renommiertem Halbleiter-Cluster, das mit Bosch, Infineon und Globalfoundries drei der weltweit führenden Hersteller beherbergt. Während der Chip-Spezialist Globalfoundries derzeit damit beschäftigt ist, seine bestehenden Kapazitäten auszubauen, plant Bosch die Eröffnung seiner ersten Chipfabrik am Standort Dresden. Ab Juni sollen dann auch hier die begehrten Silizium-Wafer produziert werden.

Die Chipfabrik, in die Bosch insgesamt rund eine Milliarde investiert hat, zählt zu den mordernsten der Welt und wird durch die deutsche Bundesregierung gefördert. Das gleiche zählt auch für den Ausbau der Globalfoundries-Fabrik. Mit den staatlichen Förderungen soll die strategisch wichtige Schlüsselindustrie noch stärker an den Standort gebunden werden.

Die Technik-Journalistin Nicole Scott besucht die neue Bosch 300mm Halbleiterfabrik in Dresden

5. März 2021 | ZEISS und TU Dresden gehen strategische Kooperation ein

Prof. Dr. Ursula Staudinger, Rektorin der TU Dresden, unterzeichnet während des virtuellen Meetings den Kooperationsvertrag mit der ZEISS Gruppe
Prof. Dr. Ursula Staudinger, Rektorin der TU Dresden, unterzeichnet während des virtuellen Meetings den Kooperationsvertrag mit der ZEISS Gruppe

Ob in Sachen Mikroelektronik, Quantenmaterialien, Halbleitertechnik oder 6G – am Innovationsstandort Dresden ziehen Wirtschaft und Wissenschaft an einem Strang. Das gilt ab sofort auch für die Technische Universität Dresden und das Technologieunternehmen ZEISS, die vor kurzem eine langfristige Kooperation eingegangen sind. Der Optik-Spezialist aus Jena will die Zusammenarbeit nutzen, um sich intensiv mit Studierenden und Wissenschaftlern der TU Dresden, Medizinern des Universitätsklinikums, sowie Start-ups und innovativen Unternehmen aus der Region zu vernetzen.

Die Kooperation soll sich nicht nur auf optische Technologien beschränken, sondern auch Bereiche wie Lebenswissenschaften, Medizintechnik, Mikroelektronik, Nanotechnologie, Informatik und Künstliche Intelligenz abdecken. Zum Auftakt steht ein Projekt aus dem Feld der Organoide an, bei dem unter anderem auch das Leibniz-Institut für Polymerforschung und das Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Digitale Gesundheit mitwirken. Organoide sind künstlich erzeugte Gewebeteile, die menschlichen Organen ähneln. Die Kooperation ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt.

26. Februar 2021 | TU Dresden entwickelt Schnüffel-Roboter für den Katastropheneinsatz

© Technische Universität Dresden

Ob bei Unfällen, Naturkatastrophen oder der Beseitigung von Kriegsschäden -  Gase können für den Menschen eine große Gefahr darstellen, gerade wenn sie geruchlos sind. Aus diesem Grund hat ein Zusammenschluss von sieben Professuren der TU Dresden gemeinsam den SNIFFBOT entwickelt - ein ferngesteuerter Roboter, der mittels Gas-Sensorik die Gegend inspizieren und absichern kann. Der Roboter soll bei Gefahrensituationen in größerer Anzahl zum Einsatz kommen und sowohl mit Menschen, seiner physischen Umwelt als auch mit anderen Robotern kommunizieren können. Neben der Absicherung von Katastrophenfällen soll die Technologie auch für industrielle Anwendungen wie die Überwachung komplexer Produktionsanlagen geeignet sein, so Projektleiter Prof. Dr. Uwe Aßmann. Das SNIFFBOT-Projekt wird im Rahmen des Smart Systems Hub Dresden mit einer Summe von insgesamt 1,78 Millionen Euro von der Sächsischen Aufbaubank gefördert und läuft noch bis Ende 2021.

19. Februar 2021 | Fraunhofer-Gesellschaft startet Forschungsprojekt zur Entwicklung eines 6G-Standards

Mit dem Forschungsprojekt 6G SENTINEL arbeitet die Fraunhofer-Gesellschaft an dem kommenden 6G-Mobilfunkstandard.

Mit dem Forschungsprojekt 6G SENTINEL der Fraunhofer-Gesellschaft soll die Entwicklung wichtiger Technologien für den 6G-Mobilfunkstandard vorangetrieben werden. An dem Projekt beteiligt ist unter anderem das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) aus Dresden, das mit seiner Forschung wichtige Pionierarbeit in einem zentralen Schlüsselmarkt der Digitalisierung leisten will. Der Mobilfunkstandard 6G soll für bessere Leistungen bei der Datenrate, der Energieeffizienz, der Latenz und der Zuverlässigkeit des Mobilfunknetzes sorgen. Er gilt als wichtige Voraussetzung für die flächendeckende Echtzeit-Fernsteuerung physischer Objekte, wie sie zum Beispiel bei IoT-Anwendungen oder selbstfahrenden Autos zum Einsatz kommen soll. Ein Forschungsbereich, der in Dresden bereits seit vielen Jahren intensiv bearbeitet wird, unter anderem vom Barkhausen Institut und dem 5G Lab Germany an der Technischen Universität Dresden.

Mitbegründer des 5G Labs ist der langjährige Mobilfunkexperte Prof. Dr. Gerhard Fettweis, der vor kurzem mit dem European SEMI Award ausgezeichnet wurde. Als einer der führenden Forscher im Bereich der Elektro- und Nachrichtentechnik beschäftigt sich Fettweis unter anderem mit der Entwicklung eines einheitlichen 6G-Funkspektrums, mit dem sowohl die zelluläre als auch die sensorische Kommunikation von robotischen Anwendungen abgewickelt werden soll. Dazu findet vom 23.-24.02.2021 das erste “IEEE

International Online Symposium on Joint Communications & Sensing” online statt, organisiert vom Barkhausen Institut und der TU Dresden.

12. Februar 2021 | Aus Plastikmüll wird Rohöl - Biofabrik aus Dresden geht mit Recyclinganlage in Serienproduktion

Oliver Riedel, CEO und Gründer der Biofabrik in Dresden, ist auf Öl gestoßen. An jedem Ort der Welt. Die “WASTX Plastic” macht Plastikmüll zu Kraftstoff.
Oliver Riedel, CEO und Gründer der Biofabrik in Dresden, ist auf Öl gestoßen. An jedem Ort der Welt. Die “WASTX Plastic” macht Plastikmüll zu Kraftstoff.

Von der Wegwerfgesellschaft zur Kreislaufwirtschaft - mit der “WASTX Plastic” der Biofabrik aus Dresden könnte es in Zukunft möglich sein. Eingebaut in Schiffscontainer ist die mobile Recyclinganlage dazu in der Lage, Verpackungsmüll aus Kunststoff bei rund 400 Grad aufzuspalten und in synthetisches Rohöl umzuwandeln - ein Vorgang, der auch als Pyrolyse bezeichnet wird. Da die Technologie bei Kunststoffen bisher allerdings als ineffizient und zu energieintensiv galt, wurde sie kaum genutzt. Mit der “WASTX Plastic” der Biofabrik ist es jedoch möglich, Kunststoffe bei vergleichsweise geringen Temperaturen einzuschmelzen, was die Anlage hochprofitabel und vielseitig einsetzbar macht. So hat das Team der Biofabrik um CEO und Gründer Oliver Riedel bereits ein Pilotprojekt in Afrika und eine Pyrolyse-Großanlage in Deutschland geplant, die aus vielen einzelnen Containern zusammengebaut wird und täglich rund 200 Tonnen Plastikmülll verwerten soll. Aus einem Kilogramm Abfall entsteht dabei rund ein Liter Rohöl.

Um die benötigten Anlagen bereitzustellen, hat die Biofabrik die Produktion an regionale Auftragsfertiger abgegeben, die nun mit der Serienfertigung gestartet sind. 2021 sollen noch bis zu 100 Anlagen gefertigt werden, 2022 sind bereits mehrere hundert geplant. Der Bedarf für Recyclinganlagen bei Plastikmüll ist groß: Jährlich werden über 400 Millionen Tonnen Kunststoff produziert - vieles davon wird nach einmaliger Nutzung wieder entsorgt. Erst im November hat die Biofabrik eine weitere Recyclinganlage, die WASTX Oil, an erste Kunden ausgeliefert. Mit dieser Anlage wird Altöl wiederaufbereitet. Seit 2011 entwickelt die Biofabrik mit Sitz in Dresden-Rossendorf technische Lösungen für die großen Energie- und Abfallprobleme des 21. Jahrhundert - zunächst im kleinen Maßstab, um sie später zu skalieren.

5. Februar 2021: Dresdner Zukunftscluster SaxoCell gewinnt Millionen-Förderung

Das sächsische Innovationsnetzwerk SaxoCell konnte mit seiner Forschung zu neuartigen Zell- und Gentherapien überzeugen und eine zweistellige Millionen-Förderung einstreichen. SaxoCell will sogenannte lebende Arzneimittel für eine breite Öffentlichkeit verfügbar machen und damit zur Bekämpfung einer Vielzahl von Krankheiten beitragen. Das Konsortium, an dem unter anderem die TU Dresden beteiligt ist, wurde nun in das Förderprogramm “Clusters4Future” aufgenommen. Das Programm ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und unterstützt in zwei Förderrunden jeweils sieben Zukunftscluster über drei Jahre mit bis zu 15 Millionen Euro. Die erste Förderrunde, für die sich auch SaxoCell qualifiziert hat, soll im Herbst 2021 beginnen. Im Rahmen seiner Förderung will SaxoCell die Bereiche Gen- und Zelltherapie, Künstliche Intelligenz, Automatisierung sowie regulatorische Bereiche aus Wissenschaft und Industrie zusammenbringen und so eine einzigartige Wertschöpfungskette in Sachsen etablieren. Dabei werden als wichtiger Erfolgsfaktor auch regionale Industrie und kommerzielle Partner beteiligt sein.
Spitzenforschung aus Sachsen: Das Zukunftscluster SaxoCell gewinnt Förderungen in Millionenhöhe.

29. Januar 2021 | Volkswagen startet Serienproduktion des ID.3 in der Gläsernen Manufaktur Dresden

Hoher Besuch zum ersten Roll-Out des ID.3 in Dresden: Martin Dulig (Wirtschafts- und Verkehrsminister Sachsen), Dirk Hilbert (Oberbürgermeister Dresden), Dr. Stefan Loth (Volkswagen Geschäftsführung Technik & Logistik), Karen Kutzner (Volkswagen Geschäftsführung Finanz & Controlling) und Dirk Coers (Volkswagen Geschäftsführung Personal), Jens Rothe (Gesamtbetriebsratsvorsitzenden von Volkswagen Sachsen).
Hoher Besuch zum ersten Roll-Out des ID.3 in Dresden: Martin Dulig (Wirtschafts- und Verkehrsminister Sachsen), Dirk Hilbert (Oberbürgermeister Dresden), Dr. Stefan Loth (Volkswagen Geschäftsführung Technik & Logistik), Karen Kutzner (Volkswagen Geschäftsführung Finanz & Controlling) und Dirk Coers (Volkswagen Geschäftsführung Personal), Jens Rothe (Gesamtbetriebsratsvorsitzenden von Volkswagen Sachsen).

Fast ein halbes Jahr haben die Umrüstungen an der Fertigungslinie gedauert, nun ist es endlich soweit: Im Beisein von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig und Oberbürgermeister Dirk Hilbert rollt der erste ID.3 in der Gläsernen Manufaktur vom Band. Nach Zwickau wird Dresden damit zum zweiten Produktionsstandort des Kompaktstromers von Volkswagen, der 2020 als Golf-Nachfolger und erstes Modell der ID.-Reihe auf den Markt kam.

Wie alle vollelektrischen Fahrzeuge des Volkswagenkonzerns basiert auch der ID.3 auf dem Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB), dem technologischen Rückgrat der Volkswagen E-Offensive. Die Gläserne Manufaktur ist weltweit erst der vierte Standort, der auf den neuen Baukasten wechselt. Für Oberbürgermeister Dirk Hilbert ein Schritt von dem auch die Stadt Dresden profitiert: “Wir wollen Dresden zur Modellstadt für nachhaltige und integrierte urbane Mobilität entwickeln. Dazu gehört auch, dass wir das neue E-Modell mit in den Fuhrpark der Landeshauptstadt aufgenommen haben. Auch arbeiten wir als Kommune schon seit längerem daran, dass die Ladeinfrastruktur sich stetig verbessert”. Parallel zum Produktionsstart des ID.3 in der Manufaktur schlägt auch das benachbarte Besucherzentrum von Volkswagen ein neues Kapitel auf. Als “Home of ID.” soll es jährlich bis zu 9.700 ID.-Fahrzeuge an Kunden ausliefern. Ein weiterer Schwerpunkt der strategischen Neuausrichtung ist der Ausbau des Forschungsstandortes. Hier entstehen neue Möglichkeiten innovative Projekte in Kleinserie in der Manufaktur zu testen, bevor sie an den großen Volumenstandorten zum Einsatz kommen.



19. Januar 2021 | NorcSi will Silizium-Akkus zur Marktreife bringen – Helmholtz-Zentrum an Entwicklung beteiligt

Inbetriebnahme der Blitzanlage durch die NorcSi-Gründer Dr. Marcel Neubert, Georg Ochlich, Udo Reichmann und Dr. Charaf Cherkouk
Inbetriebnahme der Blitzanlage durch die NorcSi-Gründer Dr. Marcel Neubert, Georg Ochlich, Udo Reichmann und Dr. Charaf Cherkouk

Von der Taschenlampe bis zum Elektroauto – Lithium-Ionen-Akkus sind in den vergangenen Jahren immer leistungsfähiger geworden, heute haben sie ihre technologischen Grenzen jedoch so gut wie erreicht. Mit Blick auf künftige Entwicklungssprünge sind deshalb neue Materialien gefragt. Ein verheißungsvoller Kandidat ist Silizium. Das Halbmetall könnte die Speicherkapazität von Akkus verzehnfachen, verändert allerdings sehr schnell seine chemische Struktur, was industriellen Anwendungen bisher im Weg stand.

Mit einer neuen Fertigungstechnologie, bei der das Silizium mit Blitzen behandelt wird, ließe sich das jedoch ändern. Entwickelt wurde sie am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), zur Marktreife bringen soll sie das Dresdner Start-Up NorcSi. Das Unternehmen, eine Ausgründung des HZDR, will die Silizium-Akkus in den kommenden Jahren bis zur Serienproduktion bringen. Es ist zuversichtlich, dass die neue Technologie nicht nur leistungsfähiger, sondern auch kostengünstiger als derzeitige Akkus ist. Da der Ausbau der E-Mobilität momentan stark vorangetrieben wird, ist die Nachfrage nach derartigen Energiespeichern international hoch.

12. Januar 2021 | Sachsen fördert Senorics mit zwei Millionen Euro

Dr. Ronny Timmreck, CEO des Dresdner Hightech-Herstellers Senorics, mit einem seiner vielversprechenden Mini-Sensoren.
Dr. Ronny Timmreck, CEO des Dresdner Hightech-Herstellers Senorics, mit einem seiner vielversprechenden Mini-Sensoren.

Die Senorics GmbH ist ein Hightech-Unternehmen aus Dresden, das organische Sensoren für die Stoffanalyse von Speisen, Getränken und Textilien entwickelt. Ihre alltagstauglichen Mini-Sensoren stellen eine günstige Alternative zu Laboranalysen dar und sollen in Zukunft verschiedenste Anwendungen im Verbraucherbereich möglich machen, etwa zur Bestimmung des Zuckergehalts von Obst. Auf dem Weg zur Massenproduktion unterstützt der Freistaat Sachsen das Unternehmen deshalb mit einem Zuschuss in Höhe von zwei Millionen Euro. Das Geld wird für den Aufbau einer Pilotlinie eingesetzt und stammt aus einem gemeinsamen Förderprogramm Sachsens und der EU, aus dem bereits rund 50 Millionen Euro an sächsische Unternehmen geflossen sind. Anlässlich der Förderung betonte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig die Innovationskraft von Senorics und die Bedeutung des Unternehmens für den Standort. Senorics ging 2017 aus dem Institut für Lichtphysik (IAP) der TU Dresden hervor und beschäftigt zurzeit etwa 40 Mitarbeiter.

08. Januar 2021 | Coding-Plattform EntwicklerHeld sammelt frisches Geld für Expansion

Mitgründer Felix Hanspach freut sich auf die kommenden Aufgaben bei EntwicklerHeld
Mitgründer Felix Hanspach freut sich auf die kommenden Aufgaben bei EntwicklerHeld

Der Technologiegründerfonds Sachsen und Björn Bak, Gründer der Dating-Plattform Lovoo und des Risikokapitalgebers Edition.VC aus Dresden, investieren einen hohen sechsstelligen Betrag in die Dresdner Coding-Plattform EntwicklerHeld. Das 2018 gegründete Unternehmen bietet Softwareentwicklern Programmier-Challenges an, mit denen sie sich untereinander messen und gleichzeitig auf dem Arbeitsmarkt auf sich aufmerksam können. Das Besondere: Auf der Plattform mit derzeit rund 20.000 Nutzern tummeln sich nicht nur aktiv suchende Fachkräfte, sondern auch solche, die lediglich über einen latenten Wechselwunsch verfügen. Das Unternehmen geht davon aus, dass etwa 70 Prozent aller Entwickler für neue Jobangebote offen sind. Da sich viele von ihnen in ihrer Freizeit mit Coding beschäftigen, sehen die Investoren in der Plattform großes Potential. Mit ihrer Investition wollen sie die Expansion von EntwicklerHeld in den kommenden Jahren weiter voranzutreiben. Die Plattform ist von den Gründern bereits während ihres Studiums an der TU Dresden entworfen und später in der Zusammenarbeit mit dem Hochschulservice dresden|exists und zahlreichen IT-Partner aus der Region weiterentwickelt worden.

30. Dezember 2020 | Dresdner Chipfirma FMC sammelt 20 Millionen US-Dollar für neue Speichertechnologie ein

FMC ist eine Ausgründung der TU Dresden (2016) und Technologieführer für ferroelektrische Speichertechnologien.
FMC ist eine Ausgründung der TU Dresden (2016) und Technologieführer für ferroelektrische Speichertechnologien.

Die Dresdner Chipfirma Ferroelectric Memory GmbH (FMC) hat in einer Finanzierungsrunde der Serie B rund 20 Millionen US-Dollar für die Weiterentwicklung einer vielversprechenden Datenspeicher-Technologie erhalten. Die Finanzierungsrunde wurde von den neuen Investoren M Ventures und imec.xpand angeführt, ebenfalls beteiligt waren Hynix, Robert Bosch Venture Capital und weitere Kapitalgeber aus der Technologiebranche. FMC ist auf die Entwicklung ferroelektrischer Speicher spezialisiert, die sich durch besonders hohe Geschwindigkeiten, eine enorme Skalierbarkeit  und einen extrem niedrigen Stromverbrauch auszeichnen. Die kleinen Chips gelten als Speicherlösung der nächsten Generation und eröffnen neue Anwendungsmöglichkeiten für Technologien aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Internet of Things, Big Data und 5G. Das Unternehmen mit Sitz in Dresden will die innovativen Speicher in den kommenden Jahren zur Marktreife bringen. Dafür soll das Team vergrößert und die internationale Expansion vorangetrieben werden, auch auf dem US-amerikanischen und dem asiatischen Markt. Seine Technologie hat FMC gemeinsam mit Globalfoundries am Nanoelektronik-Labor der TU Dresden entwickelt.

23. Dezember 2020 | Dresdner Forscher lassen Strom zu Quanten-Honig werden

Gitterstruktur von „Herbertsmithite“, einem Material mit hervorragenden Leitfähigkeiten, das in Zukunft für wichtige Entwicklungen in der Mikroelektronik sorgen könnte.
Gitterstruktur von „Herbertsmithite“, einem Material mit hervorragenden Leitfähigkeiten, das in Zukunft für wichtige Entwicklungen in der Mikroelektronik sorgen könnte.

Herbertsmithite ist ein Quantenmaterial, das von Wissenschaftlern des Dresdner Exzellenzclusters ct.qmat entdeckt wurde und für künftige Entwicklungen im Bereich der Mikroelektronik eine entscheidende Rolle spielen könnte. Der Grund: Das Material verfügt über eine besondere Gitterstruktur, in der sich Elektronen nicht nur einzeln fortbewegen, sondern aneinander gekoppelt, wie eine zähe Flüssigkeit, die durch das Gitter kaum gestört wird. Ein Phänomen, das Johanna Erdmenger und Ronny Thomale, Wissenschaftler des Exzellenzclusters, als “Quantenhonig” bezeichnen und künftig für einen schnelleren und effizienteren Transport von Strom nutzen wollen. Johanna Erdmenger ist Expertin für die Physik schwarzer Löcher, Ronny Thomale auf dem Gebiet fester Körper. Die Entdeckung des Materials gelang den beiden Forschern nur, weil sie zwei bisher getrennte Theorien zur Quantengravitation und Festkörperphysik miteinander kombiniert haben. Die Forschungsergebnisse wurden vor kurzem in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

16. Dezember 2020 | Jenoptik investiert in Fertigungsanlage zur Herstellung zukünftiger Sensor-Generationen

Für die Halbleiterindustrie stellt Jenoptik spezielle Hightech-Komponenten her, deren hochpräzise Fertigung unter besonderen Bedingungen stattfindet.
Für die Halbleiterindustrie stellt Jenoptik spezielle Hightech-Komponenten her, deren hochpräzise Fertigung unter besonderen Bedingungen stattfindet.

Jenoptik investiert in eine neue Elektronenstrahl-Anlage, die Mitte 2022 am Standort Dresden in Betrieb genommen wird. Die neue Anlage wird bei dem in Jena ansässigen Spezialisten Vistec Electron Beam gebaut. Sie soll ein Kernelement bei der Entwicklung und Produktion neuer Generationen von Präzisionssensoren bilden. Aufgrund ihrer enormen Genauigkeit ist sie dazu in der Lage Materialien im 10-Nanometer-Bereich zu bearbeiten, was ungefähr einem 2.000stel eines Haares entspricht. Die Anlage ist vielseitig einsetzbar und wird in Dresden unter anderem für die Herstellung von Mikrooptiken eingesetzt, das Herzstück der Jenoptik-Sensoren. Die Sensoren sind für die Halbleiterindustrie, in der ebenfalls unter hochpräzisen Anforderungen gearbeitet wird, unverzichtbar. Jenoptik ist einer der weltweit führenden Entwicklungs- und Produktionspartner für optische und mikrooptische Systeme.

09. Dezember 2020 | Schaufler Lab@TU Dresden lässt Kunst und Wissenschaft über KI diskutieren

Der Kickoff am 28. Oktober an der TU Dresden: Rektorin Prof. Ursula Staudinger, Kirsten Vincenz, Prof. Lutz Hagen und Initiator Prof. Hans Müller-Steinhagen
Der Kickoff am 28. Oktober an der TU Dresden: Rektorin Prof. Ursula Staudinger, Kirsten Vincenz, Prof. Lutz Hagen und Initiator Prof. Hans Müller-Steinhagen

Das Schaufler Lab@TU Dresden ist eine Initiative der Schaufler Foundation und der TU Dresden, die Wissenschaftler und Künstler zusammenbringt und über technische Innovationen und den Wandel von Gesellschaft und Kultur diskutieren lässt. Das Lab besteht aus zwei Säulen, dem Schaufler Kolleg@TU Dresden und der Schaufler Residency@TU Dresden. Es wurde am 28. Oktober im Rahmen eines virtuellen Kickoffs offiziell eröffnet. In der ersten Projektphase des Labs soll es um die Frage gehen, wie Künstliche Intelligenz (KI) kulturelle und gesellschaftliche Strukturen verändert und gleichzeitig selbst durch diese hervorgebracht und verändert wird.

An der TU Dresden tragen viele Forschungseinheiten aus Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften entscheidend zur Entwicklung von neuen KI-Technologien bei. Die Teilnehmer des Labs sind einer transdisziplinär angelegten Forschungsmethode an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst verpflichtet.

02. Dezember 2020 | Dresdner Biofabrik recycelt Altöl - erste Serienanlagen ausgeliefert

Ab jetzt in Serie: Die Recyclinganlage WASTX Oil, mit der sich täglich bis zu 3.000 Liter verschmutztes Öl in nutzbaren Kraftstoff umwandeln lassen.
Ab jetzt in Serie: Die Recyclinganlage WASTX Oil, mit der sich täglich bis zu 3.000 Liter verschmutztes Öl in nutzbaren Kraftstoff umwandeln lassen.

Technische Lösungen für die großen Energie-, Ernährungs- und Abfallprobleme unserer Zeit - daran arbeitet die Biofabrik aus Dresden mit innovativen Anlagen, wie der WASTX Oil. Das ist eine Recyclinganlage für Altöl, die seit Anfang November in Serie gefertigt wird und künftig an Partner in der ganzen Welt ausgeliefert werden soll. Mit ihr lassen sich flüssige Reststoffe wie Altöl, Altdiesel und Heizölreste, aber auch Kerosin und Schifffahrtsöle dezentral und vollautomatisch wiederaufbereiten. So können aus einem Liter altem Öl bis zu 0,9 Liter neuer Kraftstoff hergestellt werden. Für Nutzer der Anlage eine hoch-profitable Technologie, die zugleich sehr umweltfreundlich ist. Laut Biofabrik fallen jährlich rund 25 Millionen Tonnen Altöl an, wovon bis zu 95 Prozent verbrannt, deponiert oder illegal in der Natur entsorgt werden. Könnte man die Energie des jährlich anfallenden Altöls nutzen, ließen sich die 85 energetisch schwächsten Länder der Welt preiswert mit Energie versorgen.

26. November 2020 | Handelsblatt-Ranking - Fabmatics belegt Platz 35. der wachstumsstärksten Mittelständler 2020

Fabmatics HERO
Mit Anlagen wie dem Helping Robot (HERO) schaffte es Fabmatics im Handelsblatt-Ranking der wachstumsstärksten Mittelständler bis auf Platz 35.

Fabmatics ist ein Dresdner Dienstleister für Fabrikautomatisierungen, der seinen Kunden innovative Lösungen für hochtechnisierte Produktionsumgebungen anbietet. Entstanden ist das Unternehmen 2016 aus einem Zusammenschluss der Roth & Rau – Ortner GmbH und HAP GmbH, zwei Automatisierungssspezialisten aus der Dresdner Halbleiterindustrie. Mit der Fusion gelang es Fabmatics sich als gesamtverantwortlicher Systemintegrator im Bereich Smart Factories und Industrie 4.0 zu positionieren, wo sie heute mit zu den führenden Anbietern gehören. In den vergangenen Jahren konnten sie dank einer hohen Nachfrage aus der HighTech-Industrie stark expandieren, was ihnen kürzlich den 35. Platz im Handelsblatt-Ranking der wachstumsstärksten deutschen Mittelständler 2020 eingebracht hat. Für das Ranking „TOP 100 des Mittelstands 2020“ wurden über 4.000 deutsche Mittelständler untersucht.

19. November 2020 | Dresdner Exzellenzcluster ct.qmat entwickelt maßgeschneiderte Kristalle für Quantenchips

Logo ct.qmat
Das Exzellenzcluster ct.qmat mit Sitz in Dresden bringt Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt zusammen, um die Werkstoffe der Zukunft zu entwickeln.

Atom für Atom erschaffen die Forscherinnen und Forscher des Exzellenzclusters ct.qmat in ihren Laboren die Werkstoffe des 21. Jahrhundert. Quantenmaterialien, wie Mangan-Bismut-Tellurid: Ein maßgeschneiderter Kristall, der auf seiner Oberfläche völlig verlustfrei Strom leiten kann, während er nach innen hin isoliert ist. Der Werkstoff gehört zu den Hoffnungsträgern einer Materialrevolution, an der seine Entdecker, unter ihnen die Dresdner Juniorprofessorin Anna Isaeva und Dr. Alexander Zeugner, gemeinsam mit einer Wissenschafts-Community aus 29 Nationen forschen. Das Wundermaterial kann, in dünnen Schichten aufgetragen, auf sämtlichen Oberflächen zum Einsatz kommen – auch auf sogenannten Quantenchips. Sie haben das Potenzial, den Energieverbrauch von Computern drastisch zu senken, während sie ihre Speicherkapazität und Rechenleistung deutlich erhöhen. Auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Informationstechnologie stellen sie eine wichtige Entwicklung dar.

12. November 2020 | Digitale Infrastruktur für erneuerbare Energien – Kiwigrid entwickelt Software-Plattform weiter

In Dresden testet und optimiert Kiwigrid die Konnektivität und Steuerung dezentraler Energieressourcen.
In Dresden testet und optimiert Kiwigrid die Konnektivität und Steuerung dezentraler Energieressourcen.

Ob in privaten Haushalten oder bei Energieversorgern – Energiemanagementsysteme spielen für die effiziente Nutzung von erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle. Dank modernster Software können sie Photovoltaikanlagen mit stationären Speichern, dem Stromnetz oder E-Autos verbinden. Der Dresdner Hersteller Kiwigrid vernetzt auf diese Weise schon heute rund 150.000 Geräte auf einer dezentralen Plattform.

Mit einer neuen Generation, die neben Photovoltaik und E-Mobilität auch den Wärmesektor an die Plattform anbindet, sollen es sogar noch mehr werden. Das Ziel: Millionen Geräte bilden eine softwaregesteuerte Einheit, damit Strom in Echtzeit und über Ländergrenzen hinweg zur Verfügung gestellt wird. Der Standort Dresden könnte Kiwigrid bei diesem Ziel helfen, gilt er mit seiner universitären Landschaft und der Expertise in Elektrotechnik doch als besonders geeignet für Greentech-Unternehmen. Mit Solarwatt und Heliatek hat Kiwigrid sogar zwei Branchenpartner in seiner unmittelbaren Nachbarschaft, hinter denen ebenfalls der Technologieinvestor Stefan Quandt steht.

6. November 2020 | Batterietests für die Automobilindustrie – Novum bekommt Kapitalspritze in Millionenhöhe

Novum Engineering ist ein Dresdner Startup, das KI-basierte Monitorings für Batterien anbietet. Anteilseigner des 2014 gegründeten Unternehmens sind der High-Tech Gründerfonds und der Risikokapitalgeber Dr. Hettich Beteiligungen, die zusammen bisher rund 3,5 Millionen Euro investierten. Sie wollen Novum nun bei der Verbesserung eines Diagnosegeräts unterstützen, das innerhalb weniger Sekunden den Verschleißzustand von Batterien testen kann. Das Gerät arbeitet mit einem patentierten Verfahren und kommt völlig ohne Internetverbindung aus. Herkömmliche Verfahren setzen dagegen voraus, dass die Batterien permanent online sind. Neben Großspeichern plant Novum das Offline-Verfahren künftig auch bei ausrangierten Automobilbatterien einzusetzen. Mit sogenannten 2nd-Life-Schnelltests ließen sie sich wesentlich schneller auf ihre Eignung für einen späteren Einsatz als stationäre Speicher überprüfen. Die Investoren sehen in der Anwendung im Automobilbereich großes Potential.

Mit dem “Module Observer” von Novum lässt sich der Zustand von Großbatterien bestimmen. Er soll mit frischem Kapital weiterentwickelt werden.

28. Oktober 2020 | Additive Drives sichert sich Seed-Finanzierung über 1,3 Mio. Euro

Im 3D-Drucker hergestellte Einzelspule für größtmögliche Flexibilität im Einsatz für alle denkbaren Motorgeometrien
Im 3D-Drucker hergestellte Einzelspule für größtmögliche Flexibilität im Einsatz für alle denkbaren Motorgeometrien

Drei Monate nach seiner Gründung hat das Dresdner Startup Additive Drives eine Seed-Finanzierungsrunde über 1,3 Millionen Euro abgeschlossen. Kapitalgeber ist der Münchner Investor AM Ventures Holding, der sich auf den Bereich additive Fertigungstechnologien spezialisiert hat. Die Finanzierung soll Additive Drives dabei unterstützen, die Markteinführung von 3D-gedruckten Einzelteilen für Elektromotoren weiter anzuschieben. Ziel des Unternehmens ist es, die Entwicklungszeit von Elektromotoren mithilfe dieser Komponenten zu halbieren. Das Startup ist eine Ausgründung der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, nahe Dresden. Neben dem Gründernetzwerk SAXEED kooperiert Additive Drives mit verschiedenen Universitäten und Wirtschaftsunternehmen.

22. Oktober 2020 | Globalfoundries stellt neuen KI-Chip “made in saxony” vor: Serienproduktion soll 2022 in Dresden starten

Mitarbeiter von Globalfoundries am Standort Dresden
Mitarbeiter von Globalfoundries am Standort Dresden

Der neuartige Chip wurde vom Halbleiterhersteller Globalfoundries in Zusammenarbeit mit dem belgischen Forschungsunternehmen Imec entwickelt. Seine Stärken liegen in der Verarbeitung großer Datenmengen, wie sie bei Big Data- und KI-Anwendungen vorkommen. Hier soll der Chip extrem energiesparend arbeiten und leistungsfähiger als herkömmliche Chips sein. Ein funktionsfähiger Demonstrator wurde der Öffentlichkeit kürzlich vorgestellt. Der Anlauf der Serienproduktion ist für 2022 geplant. Ausschließlicher Produktionsstandort ist Dresden, Europas größter Halbleiterstandort. Dort betreibt Globalfoundries ein Werk, das in der Halbleiterproduktion als weltweit führend gilt. Globalfoundries will 2021 rund 1,4 Milliarden Euro in die eigene Expansion investieren.

15.10.2020: CO2 in der Stahlproduktion: Dresdner Wasserstoffgewinnung im Hochofen spart jährlich acht Millionen Tonnen

Die wasserstoffbasierte Direktreduktion ist eine Schlüsseltechnologie für die CO2-freie Rohstahlproduktion.
Die wasserstoffbasierte Direktreduktion ist eine Schlüsseltechnologie für die CO2-freie Rohstahlproduktion.

Rund sieben Prozent der weltweiten CO2-Emissionen entstehen in der Stahlproduktion. Ein Grund dafür ist der CO2-intensive Einsatz von Koks bei der Reduktion von Eisenerz. Um den CO2-Ausstoß zu verringern, soll das Koks nun durch Wasserstoff ersetzt werden. Dazu forschen Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts, darunter das Dresdner Keramikinstitut IKTS, an einer neuen Verfahrensweise, der Direktreduktion. Mit ihr ließen sich 95 Prozent der bisherigen CO2-Emissionen einsparen – in Deutschland jährlich rund acht Millionen Tonnen.

Ermöglicht werden die Einsparungen durch eine in die Stahlproduktion integrierte Wasserstoffherstellung, bei der eine spezielle Elektrolyseanlage des IKTS eingesetzt wird. Dank hitzeresistenter Keramik-Zellen soll sie dazu in der Lage sein, neben Grünstrom auch die Hitze aus den Hochöfen für die Wasserstoffherstellung zu nutzen. Das Verfahren wurde von IKTS-Forscher Dr. Matthias Jahn bereits in einer Machbarkeitsstudie erprobt und soll im Rahmen eines sächsischen Wasserstoff-Kompetenzzentrums weiter untersucht werden.

09.10.2020 | Dresdner Hersteller von Mini-Windrädern bereitet Börsengang vor

Eine Kleinwindanlage von Iqron
Eine Kleinwindanlage von Iqron