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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/laerm/laermaktionsplan.php 15.04.2024 14:42:04 Uhr 24.07.2024 10:44:30 Uhr

Lärmaktionsplan

Rund 52.000 Dresdnerinnen und Dresdner sind an ihrem Wohnort gesundheitsrelevanten nächtlichen Lärmbelastungen durch den Straßenverkehr ausgesetzt (Lärmkartierung 2022). Um schädliche Auswirkungen durch Umgebungslärm zu verhindern, werden im Fünf-Jahres-Turnus Lärmkarten für Dresden erstellt und für die ermittelten Konfliktbereiche Maßnahmen zur Geräuschminderung in Lärmaktionsplänen zusammengestellt. 

Ergebnisse der Online-Umfrage

Bis zum Sommer 2024 sind im Rahmen der Lärmaktionsplanung die im Masterplan enthaltenen Maßnahmen zu überprüfen und bei Bedarf um neue Maßnahmen zu ergänzen. Vor diesem Hintergrund fand auf der Ebene der gesamtstädtischen Lärmaktionsplanung für Dresden die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung erstmals als Online-Umfrage statt. Vom 12. Juni bis zum 5. Juli 2023 konnten die Dresdnerinnen und Dresdner ihre Wahrnehmung der Lärmsituation darstellen und Anregungen in den Prozess der Lärmaktionsplanung einbringen. Die Entwicklung, Durchführung und Auswertung der Online-Umfrage erfolgte in Zusammenarbeit mit der Kommunalen Statistikstelle.

Mit nahezu 2.500 ausgefüllten Fragebögen zeigt sich eine hohe Bereitschaft zur Teilnahme und ein großes Interesse an der Lärmthematik. Bereits innerhalb der ersten drei Tage nach Umfragebeginn konnten nahezu 1.100 Teilnahmen erfasst werden.

Wesentliche Aussagen der Umfrage sind:

  • In rund drei Viertel der Fragebögen wird die Wohnlage als eher laut oder sehr laut eingeschätzt.
  • Hauptlärmquelle ist mit 85 Prozent der Angaben mit starker oder eher starker Belastung der Kfz-Verkehr, mit Abstand folgen Straßenbahn und Luftverkehr (26 und 21 Prozent), zehn Prozent der Befragten nannten die Eisenbahn.
  • Acht von zehn Betroffenen finden, dass es bei offenen oder gekippten Fenstern in ihrer Wohnung laut ist, bei geschlossenen Fenstern noch drei von zehn.
  • Mit Ausnahme des Eisenbahnverkehrs zeigt sich im Tagesverlauf ein Absinken der Lärmbelastung zur Nachtzeit. Auffällig ist, dass in den autobahnnahen Stadtteilen die Belastung auch zur Nachtzeit deutlich ausgeprägt ist.
  • Am häufigsten angegebene Ursache für Lärm durch Straßenverkehr im Wohnumfeld ist die hohe Fahrzeuganzahl, gefolgt von der Nicht-Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und einer generell zu hoch angesetzten zulässigen Höchstgeschwindigkeit.
  • 86 Prozent der Teilnehmenden nutzten die Möglichkeit, die offen gestellte Frage nach Straßen mit hohem Einfluss auf die Lärmbelästigung im Wohnumfeld zu beantworten.
  • Von der Möglichkeit, eigene Anregungen oder Hinweise zu Lärmminderungsmaßnahmen im Wohnumfeld einzutragen, wurde knapp 2.000 mal Gebrauch gemacht.

Die Ergebnisse der Online-Umfrage werden in der Fortschreibung des Masterplanes Lärmminderung veröffentlicht. Die Umfrage wurde so angelegt, dass sie zur nächsten Stufe der Lärmaktionsplanung in fünf Jahren wiederholt werden kann.

Lärmaktionsplanung

In den kartierten Bereichen der Landeshauptstadt Dresden sind rund 52.000 Menschen an ihrem Wohnort gesundheitsrelevanten nächtlichen Lärmbelastungen durch den Straßenverkehr ausgesetzt (Lärmkartierung 2022). Diese hohe Lärmbetroffenheit zeigt, dass bei der Lärmminderungsplanung Schwerpunkte gesetzt werden müssen. Zugleich bedingt die kurze gesetzliche Frist für die Aufstellung von Lärmaktionsplänen, dass ein Lärmaktionsplan für einen Ballungsraum bzw. eine Großstadt nur den Charakter eines Rahmenplanes (Masterplanes) haben kann, der in den Folgejahren zu untersetzen ist.


Die Bewertung der Lärmbelastung und die Benennung der Schwerpunkte erfolgte erstmals in dem am 16. März 2009 vom Ausschuss für Umwelt und Kommunalwirtschaft beschlossenen "Masterplan Lärmminderung". Er bildet seitdem die Grundlage für die Bemühungen um eine Reduzierung der Lärmbelastung in der Landeshauptstadt Dresden. Nach mehrmaliger Beteiligung der Öffentlichkeit wurde der Masterplan mehrfach überarbeitet, bevor er am 3. Februar 2020 als „Masterplan Lärmminderung, Fortschreibung 2018“ vom Ausschuss für Umwelt und Kommunalwirtschaft beschlossen worden ist.



Die Äußere Neustadt gehört zu den Dresdner Stadtteilen mit der höchsten Lärmbetroffenheit. Dies ergaben die 2007 und 2012 durchgeführten Lärmkartierungen. Nach einem umfangreichen Planungsprozess mit zweifacher Öffentlichkeitsbeteiligung hat der Stadtrat den Lärmaktionsplan am 17. August 2017 beschlossen. Damit ist die Äußere Neustadt nach dem Hechtviertel (2001) und Striesen-Ost (2005) der 3. Dresdner Stadtteil, für den es einen Lärmminderungsplan gibt.



Auch die Innere Neustadt gehört zu den Dresdner Stadtteilen mit der höchsten Lärmbetroffenheit, wie die Lärmkartierung 2017 erneut bestätigte. Der Lärmaktionsplan für die Innere Neustadt wurde am 4. März 2021 vom Stadtrat beschlossen. Er sieht 15 Maßnahmen vor, um die Lärmbelastung in der Innere Neustadt in den kommenden Jahren zu senken.