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https://www.dresden.de/de/leben/schulen/faq/integrative-unterrichtung.php 03.01.2019 17:31:07 Uhr 22.09.2019 04:52:38 Uhr

Sonderpädagogischer Förderbedarf

Können Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam unterrichtet werden?

Wenn Schülerinnen und Schüler in ihren Bildungs-, Entwicklungs- oder Lernmöglichkeiten beeinträchtigt sind, haben sie Anspruch auf sonderpädagogische Förderung.

Kinder mit ständigen oder über einen längeren Zeitraum auftretenden körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen brauchen daher besondere Aufmerksamkeit und intensive Förderung. Diese bieten ihnen spezielle Förderschulen, von denen es in der Landeshauptstadt Dresden 16 gibt, davon drei in freier Trägerschaft.

Viele Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf werden auch an den allgemeinbildenden Schulen gemeinsam mit Kindern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf unterrichtet, um sie auf ein möglichst selbstständiges Leben vorzubereiten. Die entsprechenden Schulgebäude sind, soweit erforderlich, barrierefrei gestaltet.

Folgende Förderschwerpunkte bestehen:

  • Sehen,
  • Hören,
  • geistige Entwicklung,
  • körperliche und motorische Entwicklung,
  • Lernen,
  • Sprache sowie
  • emotionale und soziale Entwicklung.

Voraussetzungen

Ob Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf an der allgemeinbildenden Schule lernen können, hängt von mehreren Voraussetzungen ab. So muss die notwendige Förderung gewährleistet werden können und es ist erforderlich, dass sich die Schülerin bzw. der Schüler in der Lernumgebung der allgemeinbildenden Schule zurechtfindet und wohlfühlt, um entsprechende Bildungserfolge zu erzielen. Wenn erforderlich, muss zusätzlich qualifiziertes Personal zur Verfügung stehen, außerdem eine behindertengerechte bauliche und räumliche Ausstattung sowie spezielle Lehr- und Lernmittel vorhanden sein. Die Forderung nach Barrierefreiheit wird deshalb bei Sanierungen und beim Neubau von Schulgebäuden umgesetzt.

Antragstellung

Auf Antrag einer Grundschule im Rahmen des Aufnahmeverfahrens, der Schule, die der Schüler besucht, oder der Eltern leitet die Schulaufsichtsbehörde ein Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs ein. Auf Verlangen der Schule oder der Schulaufsichtsbehörde haben sich Kinder und Jugendliche an einer pädagogisch-psychologischen Prüfung zu beteiligen und amtsärztlich untersuchen zu lassen. Die Schulaufsichtsbehörde berät die Eltern oder die volljährige Schülerin/den volljährigen Schüler, in welcher Schule dem individuellen sonderpädagogischen Förderbedarf entsprochen werden kann. Über die Aufnahme der Schülerin/des Schülers an eine bestimmte Schule entscheidet die jeweilige Schulleitung. Dabei handelt es sich stets um eine Einzelfallentscheidung. Es wird darauf geachtet, dass Kinder und Jugendliche möglichst wohnortnah beschult werden.

Praktische Umsetzung

In der Landeshauptstadt Dresden ist es gelebte Praxis, dass Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam Lernen. Mittlerweile gibt es kaum noch eine allgemeinbildende Schule in Dresden, an der dies nicht der Fall ist. Bewährt haben sich auch die Kooperationsklassen an nachfolgenden Schulen:

  • Kinder mit dem Förderschwerpunkt Sprache: 122. und 139. Grundschule sowie 36. Oberschule,
  • Kinder mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung: 6. Grundschule und
  • Kinder mit dem Förderschwerpunkt Hören: 147.Grundschule (voraussichtlich ab Schuljahr 2019/2020)

In Dresden bislang einmalig ist die Spezialisierung auf Integrationsschüler mit dem Förderschwerpunkt Sehen. Seit August 2018 können die gemeinsam mit sehenden Kindern an der 153. Grundschule lernen.

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