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https://www.dresden.de/de/leben/stadtportrait/europa/partner/st-petersburg.php 11.05.2022 08:54:31 Uhr 06.10.2022 16:26:30 Uhr
Schlossplatz mit dem Gebäude des Generalstabs
© Ina Pfeifer

St. Petersburg (Russland)

Ukraine-Krieg und Städtepartnerschaft mit St. Petersburg?

Geht das zusammen?

Die Landeshauptstadt Dresden, der Dresdner Stadtrat und die Menschen in unserer Stadt verurteilen den Angriff Russlands auf die Ukraine zutiefst als Bruch des Völkerrechts.  Wir sehen uns damit in einer großen Gemeinschaft friedliebender Menschen in Deutschland, Europa und auf der ganzen Welt. Dresden ist fest an der Seite der Ukraine, unsere Solidarität gilt den ukrainischen Menschen in vollem Umfang. Ihnen gehört unser Mitgefühl und unsere ganze Fürsorge. Wir haben bereits tausende Menschen aus der Ukraine versorgt und untergebracht, wir werden auch weiterhin Geflüchtete aufnehmen. Viele Bürgerinnen und Bürger unterstützen uns mit Spenden und engagieren sich tatkräftig ehrenamtlich für die geflüchteten Menschen. Die Landeshauptstadt Dresden leistet außerdem gemeinsam mit der Dresdner Hilfsorganisation arche noVa e. V. im Bündnis „Dresden hilft“ und in der „Aktion Deutschland hilft“ humanitäre Hilfe vor Ort in der Ukraine.

Die Landeshauptstadt Dresden hält aber zugleich an der Städtepartnerschaft mit St. Petersburg fest. Der Dresdner Stadtrat hat dazu bereits am 3. März 2022 eine Resolution verabschiedet. Ein Auszug daraus: „Wir bekennen uns ganz bewusst zu unserer Städtepartnerschaft mit St. Petersburg und zur Freundschaft mit den Menschen, die dort leben. Dies ist kein Krieg der russischen Zivilbevölkerung, sondern der Krieg einer mächtigen und diktatorischen Elite. Für jeden Dialog des Friedens und der Demokratisierung bleibt unsere Hand nach St. Petersburg ausgestreckt.“   

Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat den Gouverneur der Stadt St. Petersburg in einem Brief aufgerufen, seine Möglichkeiten zu nutzen und sich gemeinsam mit den Petersburgerinnen und Petersburgern für ein schnellstmögliches Ende des Krieges gegen das demokratische und souveräne Land auszusprechen.

Hilbert betont außerdem: "Wir haben tiefen Respekt gegenüber allen friedliebenden Menschen in St. Petersburg und anderen russischen Städten, die sich gegen den Krieg des Putin-Regimes engagieren. Ich weiß, dass große Teile der russischen Zivilgesellschaft diesen Krieg ablehnen und unter der Diktatur des Kremls leiden. Umso wichtiger ist es aus meiner Sicht, den friedliebenden und demokratischen Menschen in Russland weiterhin eine Plattform zum bürgerschaftlichen Austausch zu geben. Dresden ist aus leidvoller Erfahrung eine Stadt des Friedens und der Versöhnung geworden. Dieses Signal wird auch in diesen Tagen von hier ausgehen."

Informationen in Gebärdensprache

Wissenswertes zur Städtepartnerschaft

St. Petersburg und Dresden gingen ihre Städtepartnerschaft im Jahr 1961 ein. Damals hieß St. Petersburg noch Leningrad. Beide Städte waren vom Großen Vaterländischen Krieg bzw. dem Zweiten Weltkrieg in ganz besonderer Weise betroffen. Nach dem verheerenden Krieg im 20. Jahrhundert hat Dresden Städtepartnerschaften mit St. Petersburg, aber auch mit weiteren zerstörten Städten wie Coventry, Breslau und Rotterdam besiegelt. Ziel war es damals, zur Versöhnung und Völkerverständigung beizutragen, den Austausch von Einwohnerinnen und Einwohnern in diesen Städten und ein friedliches Miteinander zu fördern.

Auch wenn es sich auf Grund der geschichtlichen Entwicklung um eine „verordnete Partnerschaft" handelte, so passten beide Städte trotz unterschiedlicher Größe und Einwohnerzahl von Anfang an zusammen: Das Ziel, ein Zentrum von Kunst und Kultur sowie Wirtschaft und Wissenschaft zu sein, verbindet beide Städte. Die Städtepartnerschaft ist dadurch kennzeichnet, dass sich die Partner, unabhängig von den gesellschaftlichen Entwicklungen, niemals aus den Augen verloren haben – eine ideale Grundlage für diesen Städtebund. Ein enges Beziehungsgeflecht, das die Akteure aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens – aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Kunst, Kultur, Tourismus, Umwelt, Denkmalschutz und Verwaltung – miteinander verbindet, trägt diese Städtepartnerschaft. Dabei ist die Zusammenarbeit zwischen St. Petersburg und Dresden vor allem von einem starken bürgerschaftlichen Engagement gekennzeichnet.

Im September 2018 wurde die Städtepartnerschaft mit einer Ehrenurkunde der Außenminister Russlands und Deutschlands „für einen herausragenden Beitrag zur kommunalen und regionalen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland“ ausgezeichnet.

Wissenswertes zu St. Petersburg

Einwohnerzahl: 5.191.690 (2015)

Geographische Lage: Nordwesten Russlands, im Mündungsdelta der Newa in den Finnischen Meerbusen

Profil: Das auf 42 Inseln erbaute und „Venedig des Nordens“ genannte St. Petersburg wurde im Jahr 1703 von Peter dem Großen gegründet. St. Petersburg hat u. a. als Hauptstadt Russlands, als Schauplatz der Oktoberrevolution und als Stadt, in der während der Leningrader Blockade über eine Million Zivilisten starben, eine sehr wechselvolle und auch tragische Geschichte hinter sich. Heute ist St. Petersburg die zweitgrößte Stadt Russlands und die nördlichste Millionenstadt der Welt. Besonders zur Zeit der „Weißen Nächte“ kommen Touristen aus aller Welt um Sehenswürdigkeiten wie den Newski-Prospekt, die Eremitage, die Isaakskathedrale oder die Peter-Pauls-Festung zu besichtigen. Weit über die Grenzen Russlands hinaus ist das renommierte Marinski-Theater bekannt.

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