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https://www.dresden.de/de/leben/gesellschaft/senioren/demenz.php 11.08.2020 13:14:35 Uhr 19.10.2020 17:24:03 Uhr
Kopfgrafik
© Zeichnung Katharina Lübcke

Demenz

Zu sehen ist ein alter geöffneter Koffer vor einer Mauer. Geüllt ist dieser mit Steinen und Blumen.

Gedächtnis ist das Tagebuch, das wir immer mit uns herumtragen (Oscar Wilde)

Doch was ist, wenn plötzlich Seiten in diesem "Gedanken-Tagebuch" fehlen? In Deutschland erkranken immer mehr Menschen an Demenz - in Dresden gibt es über 10 000 Erkrankte (Quelle: Demenzatlas für den Freistaat Sachsen 2013).

Eine solche Diagnose ist ein tiefgreifender Einschnitt. Bis zur Erkennung der Krankheit gehen oft schleichende Veränderungen im Alltag voraus. Der Betroffene selbst, aber auch Angehörige und Freunde kommen dabei an ihre Grenzen.

Für Menschen mit seelischen Erkrankungen im Alter und deren Angehörige gibt es in Dresden ein breites Netz an Beratungs,- Unterstützungs- und Betreuungsangeboten.

Diese Internetseite soll Ihnen helfen, die passenden Angebote für Ihre konkrete Situation zu finden.

Ein Gedicht von Frau Gertraud Kasten, Seniorenbeirat und engagierte Bürgerin der Landeshauptstadt Dresden

Wenn ich einmal dement werde…

Wenn ich einmal dement werde…
Soll mein Leben einfach und überschaubar sein. Es soll so sein, dass
ich jeden Tag das gleiche mache – jeden Tag zur gleichen Zeit.

Wenn ich einmal dement werde….
Musst du ruhig zu mir sprechen, damit ich keine Angst bekomme
und nicht das Gefühl entsteht, dass Du böse mit mir bist.
Du sollst mir immer erklären was Du tust.

Wenn ich einmal dement werde….
Kann ich vielleicht nicht mehr mit Messer und Gabel essen, aber
bestimmt sehr gut mit den Fingern.

Wenn ich einmal dement werde….
Und Panik bekomme – dann Bestimmt, weil ich an zwei Dinge
gleichzeitig denken soll.

Wenn ich einmal dement werde….
Bin ich meistens leicht zu beruhigen; nicht mit Worten, sondern
indem Du ganz ruhig neben mir sitzt und meine Hand ganz fest
hältst.

Wenn ich einmal dement werde….
Habe ich das Gefühl, dass andere mich schwer verstehen, und
genauso schwer ist es für mich, andere zu verstehen.
Mach Deine Stimme ganz leise und sieh mich an – dann verstehe
ich Dich am besten. Mach nur wenige Worte und einfache Sätze.

Wenn ich einmal dement werde….
Sieh mich an und berühre mich, bevor Du mit mir sprichst.
Vergiss nicht, dass ich oft vergesse.

Wenn ich einmal dement werde….
Möchte ich Musik von damals hören, doch ich habe es vergessen,
welche. Erinnere Du Dich, und lass sie uns zusammen hören. Ich
mag gern singen, jedoch nicht allein.

Wenn ich einmal dement werde….
Denke daran, dass ich nicht alles verstehe, doch mehr als Du
manchmal denkst.

Gertraud Kasten

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