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https://www.dresden.de/de/kultur/kunst-und-kultur/1700-Jahre-juedisches-Leben-in-Deutschland.php 23.08.2021 14:24:07 Uhr 20.09.2021 15:44:22 Uhr

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Im Jahr 2021 besteht jüdisches Leben in Deutschland seit 1700 Jahren. Bundesweit finden aus diesem Anlass Veranstaltungen statt, die das vielfältige jüdische Leben heute und in der jüdischen Geschichte und Kultur auf dem Gebiet des heutigen Deutschland beleuchten. Mit der Vermittlung jüdischen Lebens soll auch dem wiedererstarkten Antisemitismus in Deutschland begegnet werden.

Der Verein „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ koordiniert und gestaltet das bundesweite Festjahr unter:  www.2021JLID.de

Auch die Landeshauptstadt Dresden widmet sich in enger Verbundenheit diesem Projekt. Eine Vielzahl von Events von verschiedensten Akteuren ist vorgesehen, insbesondere auch aus der Kunst- und Kulturszene. Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf die Vergangenheit. Der Fokus gilt besonders dem heutigen jüdischen Leben, seiner Vielfalt und Vitalität.

Nachfolgend finden Sie einige ausgewählte Veranstaltungen der Landeshauptstadt Dresden im Rahmen des Festjahres.

Eine Gesamtübersicht über alle Veranstaltungen in Dresden finden Sie hier.

Ausgewählte Veranstaltungen

Museen der Stadt Dresden – Stadtmuseum

Intervention in der Dauerausstellung

Rethinking Stadtgeschichte: Perspektiven jüdischer Geschichten und Gegenwarten

Jüdisches Leben gibt es in Deutschland bereits seit 1.700 Jahren. In Dresden beginnt diese Geschichte im Mittelalter – und sie ist komplex, denn was „jüdisch“ war, ist oder sein soll, bleibt immer auch eine Frage des Standpunkts. Die Intervention in der Dauerausstellung des Stadtmuseums lädt Besucher*innen ein, unterschiedliche Dimensionen des Jüdischen zu erkunden. Sie zeigt auch, dass sich im alltäglichen Leben zahlreiche Berührungspunkte zu jüdischer Vergangenheit und Gegenwart finden. In Wohnzimmern, Kellern oder Garagen stehen heute noch Objekte, die solche Geschichten erzählen.

Begleitet wird die Intervention von Impulsen aus Kunst, Wissenschaft und Austausch zu einzelnen Ausstellungsobjekten. Führungen geleiten ins Umfeld des Stadtmuseums. Eine Blog-Reihe begleitet das Format und greift die aktuelle Debatte um ein „Jüdisches Museum“ in Sachsen auf.

1. Oktober – 31. März 2022, Stadtmuseum Dresden

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Jüdische Woche Dresden

Festivalthema: Die Jekkes kommen!

Zum 25. Mal reflektiert das Festival, seit 2020 unter der künstlerischen Leitung von Avery Gosfield, an verschiedensten Dresdner Orten die vielschichtigen Beziehungen und Fragestellungen des Judentums in Deutschland. Die Jubiläumsausgabe der Jüdischen Woche widmet sich den Jekkes. So nannte man – wegen ihrer demonstrativ getragenen Jacken – Juden, die sich besonders mit der deutschen Kultur identifizieren und im Gegenzug einen bleibenden Eindruck auf die deutsche Kultur hinterlassen haben: Marx… Freud… Einstein… War da was?

Das jährlich stattfindende Festival, Jüdische Woche Dresden, ist ein der Ort der Begegnung, des Entdeckens und des Vergnügens. Es ist für uns eine zentrale Aufgabe, stereotypen Bildern entgegenzuwirken und mit der Präsentation einer jüdisch-kulturellen Diversität zum Gelingen einer offenen und pluralistischen Gesellschaft beizutragen. Das Angebot reicht dabei von Musik, Literatur, und Theater über Filme, Angebote für Kinder und Jugendliche bis zu einem Food Festival oder einem Tag der offenen Synagoge.

30. September – 10. Oktober 2021, verschiedene Spielorte

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Städtischen Bibliotheken Dresden

MASEL IM PALAST: jüdische Kultur in Musik, Film und Literatur“ – Eine Veranstaltungsreihe der Zentralbibliothek im Kulturpalast Dresden

TANDEM-LESUNG: „Väter“

Dana von Suffrin , „Otto“ | Verlag Kiepenheuer & Witsch 2019 | und Dmitrij Kapitelman, „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters“ | Hanser Berlin, 2016

Jüdische Vaterfiguren stehen im Mittelpunkt ihrer Romane: Bei Dana von Suffrin heißt der alt und krank gewordene jüdische Patriarch Otto, sitzt in seinem Münchener Reihenhaus, wird immer vergesslicher und tyrannisiert seine beiden erwachsenen Töchter, denen er von seinem Leben erzählen will. In Kapitelmans autobiographischem und ironischem Roman verkauft der Vater Pelmeni und Krimsekt und ist in Deutschland so wenig heimisch wie zuvor in der Ukraine, die er Ende der 80er verlassen hat. Vielleicht, denkt sein Sohn, findet er ja im Heiligen Land Klarheit über seine jüdische Identität. Und er selbst – Kontingentflüchtling, halber Jude, ukrainischer Pass – gleich mit und bricht mit dem Vater nach Israel auf. Ob als Abrechnung mit einem Mann, in dessen jüdischer Biografie sämtliche Abgründe des 20. Jh. aufscheinen oder als sehnsuchtsvoll-komischer Spaziergang auf einem Minenfeld der Paradoxien, beide Texte liefern eine Liebeserklärung an den Vater.

Dana von Suffrin, 1985 geboren, lebt in München. Dmitrij Kapitelman, 1986 in Kiew geboren, kam im Alter von acht Jahren als »Kontingent-flüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Heute arbeitet er als freier Journalist in Leipzig.

13. Oktober 2021, 19.30 Uhr, Zentralbibliothek im Kulturpalast | Veranstaltungsraum 1. OG

Eintritt 9.00 € | ermäßigt 6.00 € mit gültigem Benutzerausweis | Tickets online oder am Ticketschalter der Herkuleskeule im EG

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