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https://www.dresden.de/de/kultur/kunst-und-kultur/aktuelles.php 14.09.2021 14:04:49 Uhr 21.10.2021 01:29:21 Uhr

Aktuelles

Dresden erinnert an den Beginn der Leningrader Blockade vor 80 Jahren

Die Leningrader Blockade gilt als eines der schwerwiegendsten Verbrechen der deutschen Wehrmacht im Krieg gegen die Sowjetunion. Am 8. September 1941 begann die 872-tägige Hungerblockade, die zwischen September 1941 und Januar 1944 etwa eine Million Zivilisten, überwiegend Russinnen und Russen, das Leben kostete. Neben einer Politik des gezielten Aushungerns forderten die Besatzung, die Ermordung von Zivilisten sowie der Kampf gegen den Partisanenwiderstand abertausende Opfer in den okkupierten Gebieten. In den von der Wehrmacht besetzten sowjetischen Gebieten und entlang der Schlachtfelder der Ostfront wurden vor allem in Russland, der Ukraine und Belarus tausende Städte und Dörfer verwüstet und deren Bewohner millionenfach getötet, misshandelt oder deportiert.

„Die Belagerung ist ein schicksalhaftes, aber außerordentlich bedeutendes Kapitel der wechselhaften deutsch-russischen Geschichte. Gegenwärtig befinden wir uns in einer Zeit, in der die letzten Zeitzeugen aus dem Leben scheiden; ihre Stimmen werden bald nicht mehr zu hören sein. Umso gewichtiger ist die Verantwortung und Verpflichtung unserer Stadt, in Zukunft in Dresden an die Blockade zu erinnern“, sagt Annekatrin Klepsch, Zweite Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur und Tourismus.

In diesem Jahr feiert die Städtepartnerschaft zwischen Dresden und St. Petersburg ihr 60. Jubiläum. Seit über einem halben Jahrhundert sind die Beziehungen geprägt von zahlreichen Schüler- und Studentenaustauschen, privaten Kontakten sowie Begegnungen auf kulturellem, wirtschaftlichem und wissenschaftlichem Gebiet oder auch Treffen mit Kriegsveteranen. Im April reiste eine Dresdner Delegation im Rahmen der 18. Deutschen Woche nach St. Petersburg, um das Blockademuseum zu besuchen, der Eröffnung der Fotoausstellung „Dresden und Leningrad 1941 – 1945 und heute“ vom Deutsch-Russischen Begegnungszentrum beizuwohnen sowie an der Kranzniederlegung an der Gedenkstätte zur Leningrader Blockade teilzunehmen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat bei den Feierlichkeiten im April 2021 in St. Petersburg eine Delegation für Ende des Jahres nach Dresden eingeladen. „Um zu verhindern, dass an die Stelle des Erinnerns das Ritual rückt, füllt die Landeshauptstadt Dresden die Leerstellen der Erinnerung mit vielfältigen Aktionen und Aktivitäten z.B. innerhalb des intensiven Austauschs mit den Partnerstädten.“, so Annekatrin Klepsch abschließend.

Eine Retrospektive der Veranstaltungen zur 18. Deutschen Woche in St. Petersburg finden Sie hier.

Die Ausstellung der Fotocollagen von Sergej Larenkow („Über die Zeit verbunden: Dresden und Leningrad 1941-1945“) finden Sie als PDF-Version hier.

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