Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/kultur/veranstaltungen/sehen-erkennen-verstehen.php 06.05.2022 13:39:38 Uhr 03.07.2022 16:34:47 Uhr

„Sehen – Erkennen – Verstehen“. Das Sowjetische Ehrenmal in Dresden neu denken?

Der Geschäftsbereich Kultur und Tourismus der Landeshauptstadt Dresden lädt Sie herzlich anlässlich des 77. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs und des aktuellen Krieges in der Ukraine zu einer digitalen Diskussion "Sehen – Erkennen – Verstehen“. Das Sowjetische Ehrenmal in Dresden neu denken?“ ein. 

Erinnerungsorte helfen, das historische Gedächtnis und die kollektive Identität im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. Die Diskussion über eine Neuinterpretation postsowjetischer Geschichtsnarrative und der damit einhergehenden Symbolik von Denk- und Erinnerungsmalen ist im Kontext des gegenwärtigen Krieges der russischen Föderation in der Ukraine intensiv begonnen worden. Auch in Dresden gibt es Anlass, vorhandene Denkmale neu zu befragen.

Das Ehrenmal für die gefallenen Soldaten der 5. Gardearmee wurde bereits am 25. November 1945 in Anwesenheit hoher Militärs der Roten Armee in Dresden eingeweiht. Es war das erste nach dem Zweiten Weltkrieg für sowjetische Soldaten errichtete Denkmal auf deutschem Boden und ist bis heute ein deutliches Zeichen der kommunalen Gedenk- und Erinnerungslandschaft, eine Mahn- und Gedenkstätte mit zentraler Bedeutung und zugleich Stätte individuellen Gedenkens. Das ursprünglich am Albertplatz befindliche Ehrenmal wurde 1994 als historisches Zeitzeugnis vor das Militärhistorische Museum am Olbrichtplatz umgesetzt.

Das Ehrenmal ist allerdings auch ein in sich widersprüchliches Denkmal: Es steht einerseits für das Leid, das der deutsche Angriff vom Juni 1941 über die Völker der damaligen Sowjetunion gebracht hat, und für deren Widerstandswillen gegen die faschistische Aggression. Andererseits zeigt das Ehrenmal unverkennbar militaristische und idealisierte Darstellungen mit heroischem Pathos und dokumentiert so auch den Charakter des stalinistischen Systems und Besatzungsregimes, indem es als Siegermonument stilisiert wurde.

Wie sehen Diskussionen über diese Denkmäler heute aus und wie wünschen wir uns sie in Zukunft in der Stadtgesellschaft? Die Infragestellung oktroyierter Botschaften von staatlich initiierten Denkmälern, ohne sie zu beschädigen oder zu zerstören und ohne ihre historische Zeugniskraft zu beeinträchtigen oder dem freien Spiel gegenwärtiger und zukünftiger Deutungsvorgänge Grenzen zu setzen, ist Thema unserer Veranstaltung.

Und wir wollen gemeinsam mit Ihnen darüber nachdenken, ob ein alternativer Umgang mit strittigen Denkmälern möglich und erfolgreich sein kann.

Auf dem Online-Podium diskutieren:

  • Christoph Dieckmann, Theologe, Journalist und Schriftsteller
  • Holger Hase, Lehrstabsoffizier für Militärgeschichte und Vorsitzender Denk Mal Fort! e.V. –  Die Erinnerungswerkstatt Dresden
  • Kristiane Janeke, Wissenschaftliche Leiterin und Leiterin der Abteilung Museumsbetrieb des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr Dresden
  • Annekatrin Klepsch, Zweite Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur und Tourismus der Landeshauptstadt Dresden

Moderation: Andreas Berger, Journalist und leitender Redakteur des Ressorts „Kultur“ beim MDR

Wann: 8. Mai, 18 Uhr 
Wo: Zoom, Link zur Veranstaltung
Meeting-ID: 870 7755 9915
Kenncode: 685736

Für Rückfragen steht Ihnen Lars Röher telefonisch unter 0351-488 8916 oder per E-Mail lroeher@dresden.de zur Verfügung.

Drucken

Partner