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Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2026/01/pm_060.php 29.01.2026 12:52:09 Uhr 29.01.2026 14:42:09 Uhr |
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Dresden rechnet mit weiterem Bevölkerungswachstum bis 2040
Fachkräftezuzug stützt Wachstum – niedrige Geburtenzahlen bremsen Dynamik
Die Kommunale Statistikstelle der Landeshauptstadt Dresden hat eine neue städtische Bevölkerungsprognose erarbeitet. Demnach wird die Einwohnerzahl Dresdens bis zur Jahresmitte 2040 um rund 16.400 Personen auf etwa 587.900 steigen. Das entspricht einem moderaten Wachstum von 2,9 Prozent innerhalb der kommenden 15 Jahre. Positiv auf die Bevölkerungsentwicklung wirken sich insbesondere zusätzliche Zuzüge von Fachkräften aus. Diese werden vor allem durch Erweiterungen bestehender Unternehmen und geplante Neuansiedlungen im Dresdner Norden erwartet. Das weiterhin niedrige Geburtenniveau verhindert jedoch eine stärkere Wachstumsdynamik, wie sie noch in der Bevölkerungsprognose aus dem Jahr 2023 angenommen worden war.
Unterschiedliche Entwicklungen in den Altersgruppen
Für die einzelnen Altersgruppen werden bis 2040 sehr unterschiedliche Entwicklungen prognostiziert. Die Anzahl von Kindern wird sich insgesamt zunächst weiter verringern. Einzelne wichtige Jahrgänge zur Kita- und Schulplanung entwickeln sich folgendermaßen:
- Die Höchstzahl der 3-Jährigen lag im Jahr 2019 bei 6.074 und wird im Jahr 2028 ein Minimum von 3.840 Kindern erreichen.
- Der bei den 6-Jährigen im Jahr 2022 erreichte Höchstwert von 5.914 wird sich bis zum Jahr 2031 auf 3.830 Kinder verringern. Danach kann unter den getroffenen Annahmen wieder mit leicht steigenden Zahlen gerechnet werden.
- Im Vergleich zur Jahresmitte 2025 wird sich die Anzahl der Kinder und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren bis 2040 um etwa 22 Prozent verringern.
Während auch die Zahl der 30- bis 44-Jährigen leicht rückläufig sein wird, sind dagegen Zuwächse im erwerbsfähigen Alter jenseits dieser Altersklasse zu erwarten, was insgesamt zu einem Anstieg der Personenzahl im erwerbsfähigen Alter sorgt. Neben der Zu- und Abwanderung liegt die Ursache vor allem in unterschiedlich stark besetzten Altersjahrgängen, die im Laufe der Prognose in die jeweils höhere Altersgruppe wechseln.
Bei der Anzahl der Seniorinnen und Senioren werden bis 2040 moderate Zuwächse erwartet. Die Gruppe der 65- bis 74-Jährigen wird um zirka 3.500 Personen zunehmen (+6 Prozent). Die Gruppe der 75- bis 84-Jährigen wird nach einem vorübergehenden Rückgang 2040 wieder etwas stärker besetzt sein als heute. Die Zahl der 85-Jährigen und Älteren wird noch bis 2029 auf knapp 29.400 Personen steigen (+3.900 oder +15 Prozent) und danach bis 2040 wieder auf 26.700 Personen absinken (+1.300 oder 5 Prozent im Vergleich zu 2025).
Das Durchschnittsalter der Dresdner Bevölkerung steigt leicht von aktuell 43,7 auf 44,8 Jahre im Jahr 2040.
Starke Unterschiede zwischen den Stadtteilen
Auf Stadtteilebene zeigt sich bis 2035 eine sehr unterschiedliche Entwicklung. Die hohe Bautätigkeit sorgt in zentrumsnahen Stadtteilen wie Mickten (plus 22 Prozent), Pirnaische Vorstadt (plus 21 Prozent) und Friedrichstadt (plus 20 Prozent) bis 2035 für eine weiter stark wachsende Einwohnerzahl. Die höchsten Bevölkerungsrückgänge sind in diesem Zeitraum vor allem in Stadtteilen am Stadtrand zu erwarten. Besonders betroffen sind Loschwitz/Wachwitz (minus 8 Prozent), Lockwitz sowie Hosterwitz/Pillnitz (jeweils minus 6 Prozent). Hauptursachen sind dort ein hohes Durchschnittsalter und geringe Geburtenzahlen. Die Stadtteile mit mehr Sterbefällen als Geburten stellen derzeit die Mehrheit dar. Im Jahr 2025 wird der Prognose nach mit einem Durchschnittsalter von 37,9 Jahren die Friedrichstadt der jüngste und mit 51,4 Jahren Hosterwitz/Pillnitz der älteste Stadtteil sein.
Annahmen zu Geburten, Sterbefällen und Wanderungen
Statistisch gesehen bekommt zurzeit eine in Dresden lebende Frau 1,1 Kinder. Diese sogenannte zusammengefasste Geburtenziffer lag 2018 noch bei 1,54. In der Prognose wird angenommen, dass die zusammengefasste Geburtenziffer bis 2035 wieder auf 1,3 steigt und danach langfristig auf diesem Niveau verbleibt. Unter diesen Annahmen wird die Zahl der Lebendgeborenen von 4.100 Mitte 2025 wieder langsam auf knapp 5.200 im Jahr 2040 anwachsen. Die Zahl der Gestorbenen pro Jahr wird zunächst bis 2032 auf fast 6.500 zunehmen und danach altersstrukturbedingt wieder leicht sinken. Der Saldo zwischen Geborenen und Gestorbenen bleibt damit deutlich negativ und beträgt bis zum Jahr 2040 insgesamt 24.500 Personen.
Die Überlagerung mehrerer Trends und Krisen führt zu schwer abschätzbaren Wanderungsbewegungen und getroffene Annahmen sind deshalb mit großen Unsicherheiten behaftet. In der Prognose wird zunächst davon ausgegangen, dass die Zuwanderung durch Flucht und Asyl, die die Wanderungsgewinne der letzten Jahre dominierte, weiter an Bedeutung verlieren wird. Aktuell hält der sich verringernde Wanderungsverlust zum Umland an (Baukrise, weniger Kinder), wird sich jedoch mittelfristig wieder erhöhen (einschließlich Nachholeffekt). Der leicht positive Wanderungssaldo aus den neuen Bundesländern erhöht sich durch nachrückende, geburtenstärkere Jahrgänge wieder leicht, wird langfristig wegen des fortgeschrittenen demografischen Wandels aber wieder absinken. Bezüglich des Wanderungssaldos aus den alten Bundesländern wird auf einen langfristigen Mittelwert zurückgegriffen und ein weiterhin leichtes Wanderungsplus angenommen. Diese positive Annahme gilt auch für die Auslandswanderungen (ohne Geflüchtete), wobei die Zuzüge aufgrund der Annahme positiver wirtschaftlicher Entwicklung langfristig leicht steigen werden. Durch die Erweiterung und Neuansiedlung von Unternehmen im Dresdner Norden werden in den Prognosejahren bis 2032 knapp 5.000 zusätzliche Zuzüge angenommen, die hauptsächlich von außerhalb der Region und dem Ausland stammen. Zur realistischen Abbildung der daraus resultierenden Bevölkerungszuwächse wurden empirisch ermittelte Werte zur durchschnittlichen Haushaltsgröße zuziehender Erwerbstätiger aus der Kommunalen Bürgerumfrage in die Modellierung einbezogen.
Prognose mit hohen Unsicherheiten
Die Kommunale Statistikstelle weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei der Bevölkerungsprognose nicht um eine Vorhersage, sondern um eine sogenannte Wenn-Dann-Aussage handelt. Aufgrund zahlreicher gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und demografischer Einflussfaktoren sind die Unsicherheiten der langfristigen Bevölkerungsentwicklung insgesamt als sehr hoch einzuschätzen.
Als Datenquelle der Bevölkerungsprognose dient das Melderegister der Landeshauptstadt Dresden zum 30. Juni 2025, wonach rund 571.500 Personen in der Stadt lebten.