Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2026/01/pm_063.php 30.01.2026 12:04:41 Uhr 30.01.2026 14:01:39 Uhr

Dresdens Erinnerungskultur entwickelt neue Bildsprache

Impulse aus dem Gedenkjahr 2025

Die ersten Monate des Jahres sind in der Landeshauptstadt Dresden geprägt von einer Zeit des Erinnerns, der kritischen Auseinandersetzung und des lebendigen Dialogs mit der eigenen Geschichte. Durch eine Vielzahl unterschiedlicher Formen des Gedenkens rund um den Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar wird der Blick auf das Leid der Verfolgten und Ermordeten und auf die daraus erwachsende Verantwortung gerichtet. Jedes Jahr am 13. Februar gedenkt die Stadt zudem der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg.

Neue Bildsprache als kommunikative Klammer 

Die verschiedenen Formate und Aktivitäten im Bereich der Erinnerungskultur – wie Gedenkveranstaltungen, Vermittlungsformate und Orte – sollen zukünftig noch stärker dargestellt werden. Vor allem die Webseite www.dresden.de wird als zentrales Kommunikationselement eingesetzt. Eine neue Bildsprache zeigt die vielfältigen Formen des Erinnerns an Diktatur, Krieg und Versöhnung. Sie verleiht der vielstimmigen Dresdner Erinnerungslandschaft ein Gesicht und ermutigt die Menschen, sich für eine offene, tolerante Gesellschaft sowie für Demokratie, Respekt, Frieden und Menschlichkeit einzusetzen. 

Die in Dresden lebende Künstlerin Henrike Terheyden entwickelte im Auftrag der Landeshauptstadt eine neue Bildsprache, mit der sie die Gedanken einer Erinnerungskultur aufgreift. Sie ist lebendig und vielstimmig und wird durch die Zivilgesellschaft gestaltet. 

„Wie lässt sich Erinnerungskultur so denken, dass sich daraus konkretes Handeln im Jetzt ergibt? Wenn wir in Zeiten der erstarkenden demokratiefeindlichen Entwicklungen nur einmal im Jahr um ein Denkmal des Wiederaufbaus zusammenstehen und im Anschluss wieder in unseren Wohnzimmern verstummen, ist niemand auf den Straßen, um zu verhindern, dass sich die Gräueltaten des Nationalsozialismus in anderer Form wiederholen. Die Wahrzeichen für Solidarität und Gemeinschaft liegen nicht in ehemals zerstörten Gebäuden. Drehen wir es um: Es muss darum gehen, jeden Tag und zwar jetzt für ein gemeinsames, multiperspektivisches WIR Haltung zu zeigen. Erst dann kann sichtbar werden, was uns verbindet.“

Henrike Terheyden

Gedenkjahr 2025 und neue Impulse für die Zukunft

Das zurückliegende Gedenkjahr 2025 mit den 80. Jahrestagen rund um die Befreiung von der NS-Gewaltherrschaft hat viele Impulse für eine zukünftige Auseinandersetzung mit Diktatur und Krieg gegeben. Im Zentrum standen der Generationswechsel der Zeugen, die Benennung zentraler Themen des Jahres 1945, die Frage nach den Gründen der Zerstörung und die Kontextualisierung authentischer und unbequemer Orte. 

„Im Gedenkjahr 2025 entstanden durch ein umfassendes Erinnerungsprogramm Impulse für die Auseinandersetzung mit Diktatur und Krieg in der Gegenwart. Die bereits seit Jahren in der Zivilgesellschaft und im Kultursektor gelebte und abgebildete vielseitige Programmatik spiegelt sich nun auch im Umgang mit der darauf gerichteten Erinnerungskultur in der Landeshauptstadt wider und erhält eine rahmengebende Bildsprache.“

Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur, Wissenschaft und Tourismus

Ein zentraler Teil der Dresdner Erinnerungskultur ist zweifelsohne die wiederaufgebaute Frauenkirche, die weit über die Grenzen der Landeshauptstadt zum Symbol der Versöhnung geworden ist. Ihre Silhouette ist auch auf dem von Henrike Terheyden gestalteten City-Light-Plakat zu sehen.

„Eine lebendige Erinnerungskultur ist vielstimmig. Sie verlangt einen wahrhaftigen Blick auf Ursachen und Wirkungen und sie fordert Haltung ein – gerade an einem Ort wie der Frauenkirche. Von hier aus öffnet sich der Blick über Dresden hinaus, nach Coventry, nach Europa, in eine Welt, die weiterhin von Krieg und Gewalt geprägt ist. Gemeinsames Erinnern heißt für uns daher: für Menschenwürde und Demokratie einzustehen, Hass zu widersprechen und miteinander Friedensbotschaften zu entwickeln.“

Maria Noth, Geschäftsführerin der Stiftung Frauenkirche Dresden

Gemeinsam Haltung zeigen

Die zahlreichen Formen des Erinnerns zeigen, wie einzelne Personen, Gruppen oder die gesamte Gesellschaft mit ihrer Vergangenheit umgehen. Gedenken und Mahnung können Empathie fördern, Menschen verbinden und somit demokratische Strukturen stärken sowie ein friedliches Miteinander sichern. Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam Haltung zeigen. Jeden Tag.“ wird das Gedenken rund um den 13. Februar noch stärker in die Sichtbarmachung von Ursachen und Folgen des Krieges eingebettet. Unter www.dresden.de/1945 findet sich fortlaufend ein Veranstaltungskalender, für den im Jahresverlauf Termine und Ereignisse zur Erinnerungskultur übermittelt werden können.