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https://www.dresden.de/de/kultur/erinnerungskultur-regionalgeschichte/mnemo-gedenkareal.php 17.03.2026 11:17:57 Uhr 18.05.2026 11:19:24 Uhr

MNEMO - Gedenkareal Dresdner Norden

Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden Menschen aus ideologischen und rassistischen Gründen verfolgt, verhaftet, gequält und ermordet. Viele Opfer wurden über die Internierung in Konzentrationslagern zur Zwangsarbeit herangezogen, um den kriegsbedingten Arbeitskräftemangel auszugleichen. MNEMO verleiht den Opfer- und Täterorten der Zwangsarbeit und Gewaltherrschaft während der Zeit des Nationalsozialismus im Dresdner Norden eine Sichtbarkeit. 

Auch Dresden war im Zweiten Weltkrieg wesentlicher Militärstandort, Verkehrsknotenpunkt und relevantes Rüstungszentrum mit größeren Industrieanlagen der Zeiß-Ikon AG, der Paul Märksch AG oder der Flugzeugwerke in Dresden-Klotzsche. Besonders die Orte der NS-Opfer- und Täterschaft, die Frage nach deren Formen, Ausprägungen und nach der Beteiligung und Verantwortung der deutschen Gesellschaft durch Ausgrenzung und Verfolgung, Verflechtung und Abhängigkeit wurden bisher nur punktuell aufgearbeitet. Die Landeshauptstadt Dresden ist sich ihrer Verantwortung für die topographischen Orte der Gewalt während der NS-Diktatur im Dresdner Norden bewusst und leistet mit MNEMO einen Beitrag zur Gedenk- und Erinnerungskultur.

Die Splitterskulpturen des Künstlers Jochem Hendricks verleihen den Opfer- und Täterorten der Zwangsarbeit und Gewaltherrschaft während der Zeit des Nationalsozialismus im Dresdner Norden eine Sichtbarkeit und vermitteln so ihre Geschichte. Die inhaltliche Erstellung der Texte erfolgte durch den Beirat für Erinnerungskulturen der Landeshauptstadt Dresden in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kultur und Denkmalschutz.

Erinnerung MNEMO soll unsere Zukunft vor Wiederholung schützen, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen. Wir freuen uns, dass mit der Umsetzung weiterer Splitter das Erinnerungsnetzwerk des „Gedenkareal Dresdner Norden“ wächst und hoffen auf weitere Partizipation der Bürgerschaft für die Zukunft.

Florian Götze, Architekt im Projektteam MENMO

Fast 100 Jahre nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten kommt die Landeshauptstadt Dresden ihrer Verantwortung nach, an die Opfer von Zwangsarbeit und Gewaltherrschaft im nördlichen Stadtraum sichtbar zu erinnern. Die Splitter tragen prägnante Informationstexte, die digital verknüpft sind. Ich danke den zahlreichen Initiativen der Regionalgeschichte in Dresden sowie den Forscherinnen und Forschern, die sich seit vielen Jahren für die Aufarbeitung engagieren. Mit dem Alten Leipziger Bahnhof besteht darüber hinaus in den nächsten Jahren die Herausforderung, einen Gedenkort mit Bildungs- und Vermittlungs- und Begegnungsstätte zu schaffen.

Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur, Wissenschaft, Tourismus und Mitglied im Beirat Erinnerungskulturen
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