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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2026/01/pm_049.php 23.01.2026 12:54:46 Uhr 23.01.2026 14:15:49 Uhr

27. Januar: Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Namenslesung, Gedenkfeier und Impulsgespräch sind öffentlich

Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärten die Vereinten Nationen den Tag im Jahr 2005. Anlass des Gedenkens ist die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee. 

In Dresden finden am Dienstag, 27. Januar 2026, zum 81. Jahrestag verschiedene Veranstaltungen statt:

Der Internationale Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 12 bis 15.30 Uhr ist der alljährliche Anlass für die Namenslesung vor der Kreuzkirche am Altmarkt. Grundlage ist das „Buch der Erinnerung". Im Februar 2025 erschien dieses als komplett überarbeitete, wesentlich erweiterte und durch die Kulturverwaltung der Landeshauptstadt Dresden finanziell geförderte Neuauflage. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, auch die Namenslesungsliste zu erweitern. Es sind rund 850 Namen von Dresdner Jüdinnen und Juden hinzugekommen, deren Schicksal bisher unbekannt war. Deshalb stehen sie am 27. Januar 2026 im Mittelpunkt des Erinnerns. 
Außerdem werden die Namen der ermordeten Sinti und Roma gelesen sowie die Namen der Kinder von Zwangsarbeiterinnen, die im "Entbindungslager Kiesgrube" an der Radeburger Straße in Pieschen ihren frühen Tod fanden. Jede und jeder kann sich an der Lesung beteiligen, insbesondere Schulklassen.

Am Nachmittag beginnt um 14 Uhr die Lesung des „Buches der Erinnerung“ im Projekttheater Dresden, Louisenstraße 47. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch liest mit weiteren Akteuren aus dem Buch. Die Namenslesung dauert an, bis das Buch vollständig gelesen ist, voraussichtlich 27 Stunden ohne Pause. Ein Besuch ist jederzeit möglich. 

„Der 27. Januar mahnt uns, die Opfer der NS-Diktatur nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Dass in diesem Jahr so viele bislang unbekannte Dresdner Schicksale sichtbar werden, macht deutlich, wie wichtig die Funktion von Erinnerungskultur und die Aufklärung über Rassismus und Antisemitismus ist. Gedenken heißt für uns nicht nur zurückzublicken, sondern Haltung zu zeigen.“

Annekatrin Klepsch, Kulturbürgermeisterin und Mitglied im Beirat Erinnerungskulturen

Ab 18 Uhr findet im ehemaligen Richthof der Gedenkstätte Münchner Platz, Münchner Platz 3, die zentrale Gedenkfeier „Stunde der Erinnerung“ statt. Es sprechen der Erste Bürgermeister Jan Donhauser, die Prorektorin Universitätskultur und Internationalisierung der TU Dresden, Prof. Dr. Roswitha Böhm, die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinde, Ekaterina Kulakova und der Vorsitzende des Fördervereins Münchner-Platz-Komitee e. V., Wolfgang Howald. Es gibt Gelegenheit, Blumengebinde an der Gruppenplastik „Widerstandskämpfer“ von Arnd Wittig niederzulegen. Die Gedenkveranstaltung ist öffentlich. Im Anschluss um 19 Uhr lädt die Gedenkstätte Münchner Platz zum Impulsgespräch „Tacheles 2026: Wie blicken wir auf jüdische Kultur und jüdisches Leben?“ ein.