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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/hochwasser/kleingaerten-hochwasser.php 12.02.2019 13:01:47 Uhr 20.07.2019 14:26:39 Uhr

Umgang mit Kleingärten im Abflussbereich der Elbe, insbesondere im Altelbarm im Dresdner Osten

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Abflussbereich bei Hochwasser

Der Abflussbereich der Elbe bei Hochwasser umfasst innerhalb des rechtlich festgesetzten Überschwemmungsgebietes und des Gewässers Elbe die Bereiche der Vorländer, des Altelbarms und der Flutrinnen, über die sich die Strömung des Hochwassers flächig und gerichtet hinwegbewegt (siehe Themenstadtplan). Es gehören also große Teile des Überschwemmungsgebietes nicht zum Abflussbereich.

Ziel der Landeshauptstadt Dresden ist es, auch im Hochwasserabflussbereich der Elbe bestehende Nutzungen weitestmöglich zu erhalten und zu fördern.

Der Abflussbereich der Elbe umfasst innerhalb des rechtlich festgesetzten Überschwemmungsgebietes und des Gewässers Elbe die Flächen aus, die der Großteil des Hochwassers zum Abfluss benötigt.

Im rechtlich festgesetzten Überschwemmungsgebiet – insbesondere im Abflussbereich der Elbe – sind grundsätzlich verboten:

  • die Errichtung oder Erweiterung von baulichen Anlagen (zum Beispiel Kleingartenlauben)
  • die Errichtung von Mauern, Wällen oder ähnlichen Anlagen (zum Beispiel Zäunen)
  • Anpflanzungen, die den Wasserabfluss behindern können (zum Beispiel zaunersetzende Hecken)


Sowohl der Abgrenzung des Überschwemmungsgebietes als auch der Abgrenzung des Abflussbereiches innerhalb dieses Gebietes liegen Auswertungen des digitalen zweidimensionalen hydrodynamisch-numerischen Modells (2D-HN-Modells) des Freistaat Sachsens für die Elbe in Dresden zugrunde. Wasserrechtlich vorgegebener Maßstab der Berechnungen ist ein Hochwasserereignis, wie es statistisch einmal in 100 Jahren zu erwarten ist.

2D-HN-Modell

Mit dem 2D-HN-Modell Elbe können vergangene Hochwasserereignisse nachvollzogen werden. Außerdem können verschiedene Szenarien berechnet werden, zum Beispiel die Ausbreitung eines hundertjährlichen Hochwassers und die Ausgestaltung eines optimalen Hochwasserabflussbereiches. Auch die Wassertiefen und durchschnittlichen Fließgeschwindigkeiten können mit dem 2D-HN-Modell Elbe bestimmt werden.

Im 2010 vom Stadtrat beschlossenen Plan Hochwasservorsorge Dresden wurde deshalb bereits darauf hingewiesen, dass geklärt werden muss, ob die bestehenden Kleingärten im Abflussbereich der Elbe umzubauen oder sogar teilweise rückzubauen sind.

Das Hochwasser 2013 hat die Relevanz dieser Frage bestätigt. Deshalb wurden das digitale zweidimensionale hydrodynamisch-numerische Modell Elbe (2D-HN-Modell) vom Freistaat und damit weitergehende Berechnungen veranlasst. Die ersten Auswertungen für ein hundertjährliches Ereignis konnten im Sommer 2018 abgeschlossen werden.

Die Ergebnisse der 2016 veranlassten Modellszenarien wurden Ende 2017 vorgelegt. Deren Auswertung für ein hundertjährliches Ereignis konnte im Sommer 2018 abgeschlossen werden. Sie zeigen viele Bereiche auf, in denen die Überschwemmungen größer sein können als bisher erwartet. Ebenso gibt es Bereiche, in denen die Überschwemmungen voraussichtlich kleiner sein werden. Deshalb wurde die äußere Umgrenzung des Überschwemmungsgebietes mit Wirkung zum 1. Oktober 2018 an die neuen Kenntnisse angepasst und wasserrechtlich neu festgesetzt.

Parallel wurden vom Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden ergänzende Berechnungen zum Abflussgebiet innerhalb des Überschwemmungsgebietes beauftragt. Im Verlauf des Jahres 2019 werden zum einen fachliche Vorschläge für diejenigen Bereiche erarbeitet und öffentlich diskutiert, die künftig uneingeschränkt kleingärtnerisch im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen für Überschwemmungsgebiete genutzt werden können. Zum anderen werden sich die Flächen ergeben, die für einen möglichst uneingeschränkten Hochwasserabfluss von Bebauungen, Anlagen und größeren Anpflanzungen freizuhalten sind. Die rechtlichen Bestimmungen dafür finden sich in den § 5 Abs. 2, § 78 und § 78a des Wasserhaushaltsgesetzes sowie im § 73 und im § 74 des Sächsischen Wassergesetzes.

Zeitplan bis 2021

Fristverlängerung der wasserrechtlichen Genehmigung

Infolge der Hochwasser 2002 und 2013 wurden eine erhebliche Anzahl einzelner Lauben zerstört. Diese konnten wieder neu errichtet werden. Dazu wurde auf Antrag der Pächter von dem o. g. grundsätzlichen Bauverbot im Überschwemmungsgebiet befreit. Die entsprechenden wasserrechtlichen Genehmigungen sind bis zum 30. April 2020 befristet und mit Auflagen versehen. Für diese Lauben kann Anfang 2020 erneut eine Genehmigung beantragt werden, über die nach § 78 Abs. 5 Wasserhaushaltsgesetz dann neu entschieden wird. Grundlage werden die Auswertungen der 2D-HN-Modellierungen sein.

Einzelne Kleingärtnerinnen und Kleingärtner wollten nach dem Hochwasser 2013 ihre Parzellen freiwillig aufgeben. Der Stadtverband der "Dresdner Gartenfreunde" hatte deshalb die Stadt 2014 angefragt, ob diese Anliegen unterstützt werden können. Im Juli 2015 beschloss der Stadtrat, mit finanziellen Mitteln und praktischer Hilfe die freiwillige Aufgabe einzelner Parzellen zu begleiten. Ausgangspunkt dafür ist immer eine Vereinbarung zwischen dem entsprechenden Kleingartenverein, dem Stadtverband „Gartenfreunde Dresden“ und der Landeshauptstadt Dresden, um die individuellen und anlagenkonkreten Bedingungen berücksichtigen zu können. Dieses städtische Hilfsangebot kann auch von den Pächtern genutzt werden, denen der wasserrechtliche Antrag Anfang 2020 nicht genehmigt werden kann.

Grundsätzlich werden nur die Lauben zurückgebaut, bei denen die Nutzung der Kleingärten durch ihre Pächter freiwillig aufgegeben wird. Die Parzellen selber sollen jedoch möglichst kleingärtnerisch weiter genutzt und nur im Ausnahmefall vollständig zurückgebaut werden.

Betroffen sind Kleingärten nicht nur im sogenannten Altelbarm im Dresdner Osten, sondern beispielsweise auch Anlagen im Eingangsbereich des Ostrageheges in Dresden-Friedrichstadt. Bis Anfang 2019 wurden etwa 150 Parzellen umgestaltet und entschädigt.

Der aktuelle Stand wurde zuletzt im Kleingartenbeirat der Landeshauptstadt Dresden am 19. September 2018 und im Stadtbezirksrat Leuben am 24. Oktober 2018 vorgestellt und intensiv diskutiert:

Vortrag zum Umgang mit Kleingärten im Gebiet des Dresdner Altelbarms (*.pdf, 6 MB)


Häufig gestellte Fragen

Nachfolgend werden typische Fragen beantwortet, die in den bisherigen Diskussionen gestellt wurden (Stand: September 2018):

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