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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/gruenes-dresden/gruenanlagen-parks/zoo/historisches.php 28.10.2020 14:41:11 Uhr 08.05.2021 20:26:16 Uhr

Historisches

Höfische Jagdgewohnheiten

Die Haltung fremder und einheimischer Wildtiere in Dresden geht auf die höfischen Jagdgewohnheiten vom ausgehenden 15. bis zum 18. Jahrhundert zurück.
Für die von der Hofgesellschaft abgehaltenen Kampf- und Hetzjagden benötigte man verschiedenartige Tiere. Die exotischen wurden angekauft oder kamen als Geschenke ausländischer Fürsten nach Dresden.

1731-1733 fand im Auftrage Augusts des Starken die erste deutsche wissenschaftliche Forschungsreise großen Stiles nach Afrika statt, von der unter anderem 53 lebende Tiere mitgebracht wurden.

Die Gründung des Zoos

Das allgemeine Interesse an der Tierwelt stieg im Laufe des 19. Jahrhunderts mit dem Fortschritt der Naturwissenschaften.
1859 bildete man ein Komitee, das die Gründung eines Zoos am Großen Garten vorbereitete. Am 9. Mai 1861 wurde der Dresdner Zoo eröffnet. Die Gartenanlagen entwarf Peter Josef Lenné und die Bauten Carl Adolf Canzler.
Schon um die Jahrhundertwende herum konnte der Dresdner Zoo beachtliche Erfolge bei der Haltung von Menschenaffen (Schimpansen und Orang-Utans) vorweisen.

1910-34 unter der Leitung von Gustav Brandes wandte man sich von der musealen Zurschaustellung der Tiere ab, und legte die Grundlagen für einen modernen Zoo, bei dem man mehr Wert darauf legte, die Tiere in einer möglichst naturnahen Umgebung zu zeigen.

Es entstanden mehrere Freigehege, Felsenanlagen, Laufgang zum Raubtierhaus, ein Flugkäfig für Greifvögel, ein Pavianfelsen und die Stelzvogelwiese.

Zerstörung und Wiederaufbau

Durch das Bombardement vom 13./14. Februar und 17. April 1945 wurde der Zoo mit allen Tierhäusern vernichtet.
Auf Stadtratsbeschluss wurde der Zoo an seiner alten Stelle weitergeführt und am 6. Juni 1946 mit einem bescheidenen Tierbestand wiedereröffnet.

Besondere Verdienste um die Entwicklung zu einem Zoo mit internationalen Ruf erwarb sich 1950-73 der Zoodirektor Wolfgang Ullrich. 1962 gelang hier die Geburt eines Orang-Utans.

Der Zoo heute

1993 bestätigte die Stadtverordnetenversammlung das Konzept für den Um- und Ausbau des Zoologischen Gartens.

Es entstand der Streichelzoo, 1997 wurde der »Zoo unter der Erde« eröffnet, 1999 wurden das Afrikahaus und die Tundraanlage fertig gestellt. Es folgten eine neue Anlage für Humboldtpinguine, eine Löwen- und Karakalanlage, eine begehbare Kattainsel und eine Giraffen- und Zebraanlage.

2010 wurde das Prof. Brandes-Haus zur neuen Attraktion des Zoos. Die als Tropenhaus konzipierte Anlage beherbergt verschiedene Affenarten, Koalas, Sunda-Gavial „De Gaulle“, Faultiere, Kugelgürteltiere, Schönhörnchen und zahlreiche Insekten. Die aktuellsten Bauprojekte umfassen eine große Anlage für Schneeleoparden, eine Anlage für Erdmännchen, und Klippschliefer und ein Kletterwald für Kleine Pandas, die Umgestaltung des Afrikahauses und eine begehbare Flamingovoliere.

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