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https://www.dresden.de/de/kultur/kulturfoerderung/kulturpreise/kunstpreis.php 12.01.2024 12:20:24 Uhr 21.04.2024 11:17:20 Uhr

Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden

Kunstpreisträgerin 2024 | Christian Friedel

Christian Friedel | Kunstpreisträger 2024

Seit 1993 werden durch die Landeshauptstadt Dresden jährlich ein Kunstpreis sowie bis zu zwei Förderpreise an Künstlerinnen und Künstler, Ensembles sowie Kulturschaffende vergeben. 

Für den Kunstpreis sowie den Förderpreis der Landeshauptstadt Dresden 2024 gingen insgesamt 37 Einreichungen ein. Die durch den Dresdner Stadtrat berufene zwölfköpfige Jury zur Wahl der Preisträger des Kunst- und des Förderpreises der Landeshauptstadt Dresden wählte insgesamt drei Preisträger und -innen aus. Vorschlagsberechtigt waren mit dem Stichtag 31. Oktober Verbände, Vereine und Kulturinstitutionen sowie Bürgerinnen und Bürger.  

Mit dem Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden wird dieses Jahr Christian Friedel ausgezeichnet. 

Christian Friedel, geboren 1979 in Magdeburg, studierte Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Erste Theaterengagements führten ihn an das Bayerische Staatsschauspiel München, die Münchner Kammerspiele, das Schauspiel Hannover und an das Staatsschauspiel Dresden, dem er auch heute noch verbunden ist. In der Titelpartie von Schillers „Don Carlos“ war Friedel zum Berliner Theatertreffen 2011 eingeladen, die Inszenierung wurde zudem mit dem deutschen Theaterpreis Der Faust ausgezeichnet. Als Shakespeares „Hamlet“ spielt er seit 2012 vor ausverkauftem Haus und gastierte u. a. beim Shakespeare-Festival im historischen Schloss Kronborg in Helsingør. Seit 2016 spielt er auch am Düsseldorfer Schauspielhaus, wo er u.a. mit Robert Wilson in der international erfolgreichen Produktion „Der Sandmann“ und zuletzt für den von Publikum und Presse umjubelten Monologabend „Dorian“ zusammengearbeitet hat. Für diesen Abend komponierte Friedel mit seiner Band Woods of Birnam auch die Musik. Darüber hinaus steht Christian Friedel regelmäßig vor der Kamera, u. a. in Michael Hanekes Spielfilm „Das weiße Band“, der 2009 bei den Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme gewann und für den Oscar nominiert war. Für die Titelrolle in Oliver Hirschbiegels „Elser – Er hätte die Welt verändert“ erhielt Friedel den Metropolis-Preis 2015 und war sowohl für den Deutschen als auch für den Europäischen Filmpreis als Bester Schauspieler nominiert. Auch Jessica Hausners Historienfilm „Amour Fou“, in dem er Heinrich von Kleist spielt, wurde mit einer Einladung nach Cannes honoriert. Friedel ist Ensemblemitglied in der vielbeachteten Fernsehserie „Babylon Berlin“. Mit Jonathan Glazer drehte er 2021/2022 den Spielfilm „The Zone of Interest“, der seine Weltpremiere 2023 im Wettbewerb bei den Filmfestspielen in Cannes feiern wird. Neben der Schauspielerei ist Christian Friedel Leadsänger und Komponist der Artpop-Band „Woods of Birnam“, die seit ihrer Gründung in Dresden 2011 auch immer wieder interdisziplinäre Großprojekte produziert. Bislang sind 6 Alben erschienen. Zudem komponierte die Band zahlreiche Theater- und Filmmusiken, u.a. für die Serie „Babylon Berlin“ oder für die Theaterinszenierungen von Shakespeares „Hamlet“ und „Macbeth“. Außerdem arbeitet Friedel auch als Theaterregisseur. So inszenierte er u.a. am Deutschen Theater Göttingen und am Staatsschauspiel Dresden.

Aus der Begründung der Jury

„Christian Friedel hat einen künstlerischen Weg eingeschlagen, der von Vielseitigkeit und einem beeindruckenden Ethos geprägt ist. Seine immer wieder faszinierende Darstellung außergewöhnlicher Charaktere, für die er zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat, zeigt seine schauspielerische Meisterschaft. Internationale Anerkennung erlangte Christian Friedel durch seine herausragende Rolle in dem mit der Goldenen Palme ausgezeichneten Film "Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte". Auch als Regisseur, Sänger und Songwriter zeigt sich sein vielfältiges Talent. Christian Friedels künstlerisches Engagement geht jedoch weiter. Als leidenschaftlicher Musiker bereichert er die Kulturszene insbesondere mit der Pop-Band "Woods of Birnam", die seit fast zehn Jahren durch Veröffentlichungen, Konzerte und Tourneen beeindruckt. Aktiv setzt er sich für soziale und kulturelle Themen ein, darunter Menschenrechte, globale Gerechtigkeit sowie Umweltschutz.
Christian Friedel lässt sich nicht festlegen und öffnet mit seiner Arbeit immer neue Möglichkeitsräume in den unterschiedlichsten Feldern der Kunst. Er ist nicht nur ein herausragender Schauspieler, sondern ein Künstler, der die Grenzen der Kunst sprengt und neue Horizonte erkundet. Die Strahlkraft seines Wirkens reicht weit in die Gesellschaft und erreicht besonders die junge Generation. Durch sein Engagement in verschiedenen Medien, von Bühne über Leinwand und Bildschirm bis Musik, spricht er junge Menschen an und setzt ein inspirierendes Zeichen in der Welt der Kunst.“

Ich fühle mich außerordentlich geehrt, dass ich mit dem Kunstpreis 2024 ausgezeichnet werde. Ich bedanke mich von Herzen für diese Wahrnehmung und Wertschätzung. Mein Wunsch, Künstler zu werden, war ein ganz natürlicher Impuls in meiner Kindheit. Im Grunde mache ich heute nichts anderes, als damals auf dem Schulhof in der Pause, wenn ich meine Handpuppen mitbrachte, Lieder sang oder Rollen spielte und sich eine Traube von Mitschüler*innen um mich bildete. Ich tat es nicht aus Eitelkeit, sondern weil es Spaß machte, sie zu unterhalten und mit ihnen spielerisch in den Dialog zu treten. Mich berührt es, wenn ich mit meiner Arbeit junge Menschen inspirieren kann, verschiedene Wege des Ausdrucks zu entdecken. Wie kann jemand seine Energie, Kreativität oder Gefühle ausdrücken? Dazu braucht es nicht immer ein Publikum. Doch in den heutigen Zeiten, wo es dringend den Dialog in der Gesellschaft braucht, ist die Kunst ein wichtiger Vermittler und braucht eine größere Aufmerksamkeit. Ich freue mich, dass es vor allem in Dresden dafür offene Augen und Ohren gibt. Und es ermutigt meine Band und mich, auch in Zukunft aus dieser kulturellen Stadt heraus Kunst zu erarbeiten, die die Menschen berührt, inspiriert oder einfach gut unterhält. Kunst ist vielleicht die wichtigste Form von Bildung in einer Gesellschaft.

Christian Friedel

Ihr Vorschlag für den Kunst- und Förderpreis 2025

Auch in diesem Jahr können Sie wieder Vorschläge für den Kunst- und Förderpreis 2025 bis zum 31. Oktober 2024 bei uns einreichen. Bitte verwenden Sie hierfür unser digitales Formblatt.