Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/kultur/kulturfoerderung/kulturpreise/foerderpreis.php 03.05.2022 17:06:55 Uhr 16.05.2022 14:32:51 Uhr

Förderpreise der Landeshauptstadt Dresden

Seit 1993 werden durch die Landeshauptstadt Dresden jährlich ein Kunstpreis sowie bis zu zwei Förderpreise an Erfolg versprechende Nachwuchskünstlerinnen und –künstler, Ensembles sowie Kulturschaffende vergeben. Gewürdigt wird jeweils das herausragende und überregional bedeutsame künstlerische Schaffen oder kulturelle Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger.

Für den Kunstpreis sowie den Förderpreis der Landeshauptstadt Dresden 2022 gingen insgesamt 36 Einreichungen ein. Die durch den Dresdner Stadtrat berufene zwölfköpfige Jury zur Wahl der Preisträger des Kunst- und des Förderpreises der Landeshauptstadt Dresden wählte insgesamt drei Preisträger und -innen aus. Vorschlagsberechtigt waren mit dem Stichtag 31. Oktober 2021 Verbände, Vereine und Kulturinstitutionen sowie Bürgerinnen und Bürger. Die Auszeichnungen sind mit 7.000 Euro für den Kunstpreis und jeweils 5.000 Euro Preisgeld für die beiden Förderpreise dotiert und werden durch den Oberbürgermeister im Rahmen eines Festaktes verliehen.

Kunst- und Förderpreis 2022 | Takeover undsonstso #103

Im Anschluss an die festliche Verleihung des Kunst- und der Förderpreise der Landeshauptstadt Dresden laden wir gemeinsam mit Wir gestalten Dresden – Branchenverband der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft herzlich am 16. Mai 2022, 19 Uhr auf die Sonnenterrasse auf Schloss Albrechtsberg ein.

Dort präsentieren die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger ihr Oeuvre. Freuen Sie sich auf ein undsontso-Format mit dem Komponisten Sven Helbig, der Bildenden Künstlerin Svea Duwe sowie Mitgliedern des Farbwerk e.V.

Eine Anmeldung ist nicht notwendig. 

Bildende Künstlerin Svea Duwe

Förderpreisträgerin 2022: Svea Duwe

Aus der Begründung der Jury

„Svea Duwe verharrt in ihrem künstlerischen Schaffen nicht in der sichern Nische einer einzelnen Kunstsparte, deren handwerkliche Anforderungen sie inzwischen beherrscht, sondern begibt sich mutig immer wieder auf neues Terrain, fordert sich selbst heraus und überschreitet Spartengrenzen. Indem sie sich als Künstlerin der Erfahrung von Unwägbarkeiten und Experimenten aussetzt, ermöglicht sie uns einen Blick auf die Widersprüche und Unsicherheiten in unserem Dasein. In ihren spartenverknüpften Arbeiten, die häufig auch in interdisziplinären Kooperationen entstehen, bearbeitet sie Themen der Transformation und des Wandels und fordert uns mit dem ihren Werken erwachsenden Spannungsverhältnis immer wieder aufs Neue heraus, eigene Haltungen und Sichtweisen zu hinterfragen.“

„Der Förderpreis ist Wasser auf meine Mühlen. Herzlichen Dank an die Stadt Dresden für diese Wertschätzung meiner bisherigen künstlerischen Arbeit und das Signal der Neugierde auf das, was entsteht. Im Kreis der Förderpreisträgerinnen und -träger finden sich starke Impulsgeberinnen und Impulsgeber, die mir angenehm vertraut sind.“ 
(Svea Duwe)

Zu Svea Duwe

Svea Duwe (*1972) lebt als freischaffende bildende Künstlerin in Dresden. Bereits während ihres Studiums beginnt sie sich eine interdisziplinäre künstlerische Praxis anzueignen. Sie entwickelt Installationen, performative Videoarbeiten, szenische Raumkonstruktionen, Inszenierungen und skulpturale Bewegungen im öffentlichen Raum. Es entstehen auch Fotografien, Grafiken, Plastiken und Kostüme. Einige ihrer Arbeiten entwickelt sie mit Schauspielerinnen und Schauspielern, Musikerinnen und Musikern, Tänzerinnen und Tänzern sowie enthusiastischen Amateuren. Sie wirkt als Bildende Künstlerin in diversen Bühnenproduktionen mit, z.B. von missingdots, Bürgerbühne Dresden, farbwerk e.V. und HELLERAU Europäisches Zentrum der Künste.

Svea Duwe studierte Bildhauerei an der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn und freie Kunst an der Hochschule für bildende Künste Dresden und der Statens Kunst Akademi Oslo. Bis 2008 war sie Meisterschülerin von Monika Brandmeier an der HfBK Dresden. Seit 2013 arbeitet sie als Lehrbeauftragte im Fachbereich Kunstpädagogik der TU Dresden. Seit 2010 engagiert sie sich ehrenamtlich in verschiedenen Gremien der Landeshauptstadt Dresden im Bereich Kunst und Kultur und arbeitet eng mit dem „Kunsthaus-Städtische Galerie für Gegenwartskunst“ zusammen.

Cominhg Together (2018)

Förderpreisträger 2022 | Farbwerk e. V.

Aus der Begründung der Jury

Seit fast zwei Jahrzehnten engagiert sich der Verein und davor die Initiative „Farbwerk“ für kulturelle Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen im Bereich Kunst und Kultur. Der unermüdliche Einsatz dafür, dass Menschen mit Behinderungen nicht nur als Rezipierende von Kunst und Kultur, sondern auch selbst als Kunstschaffende im Kulturbetrieb vertreten sind, ist beispielgebend für unser gesellschaftliches Zusammenleben.“

„Wir bedanken uns für die Vergabe des Kunstförderpreises 2022 der Landeshauptstadt Dresden an farbwek. Es gibt vieles, wofür wir dankbar sind, aber der wichtigste Punkt unserer inklusiven künstlerischen Arbeit ist die gesellschaftliche Sichtbarkeit der beteiligten Künstlerinnen und Künstler, ihrer kreativen Blickwinkel und besonderen künstlerischen Sprache.
Der Förderpreis richtet einen Scheinwerfer auf diese künstlerisch schaffenden Menschen, deren Kunst noch immer ein Nischendasein führt. Doch befinden wir uns nicht in einer Nische, denn jeder zehnte Mensch in Dresden lebt mit einer Behinderung. Wenn wir unserem Motto „Jede*r hat ein Recht auf Kunst“ weiterhin folgen, brauchen wir diese wichtige Anerkennung, die uns mit dem Förderpreis der Landeshauptstadt entgegengebracht wird. Denn die künstlerische Arbeit von und mit Menschen mit Behinderung ist in erster Linie eine künstlerische Arbeit und nicht nur eine nette Freizeitgestaltung mit therapeutischem Benefit. Damit diese Ernsthaftigkeit und die konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im farbwerk möglich wurde und weiterhin möglich bleibt, braucht es unzählige Menschen. Diesen Menschen gilt unser besonderer Dank.“
(Jacqueline Hamann, Steffen Lewandowski (farbwerk e. V.)

Zu farbwerk e. V. 

Mit einer 17-jährigen aktiven künstlerischen Vita gehört farbwerk zu den Pionieren der inklusiven Kulturszene in Dresden und Sachsen. Seine kontinuierliche künstlerische Arbeit vorwiegend mit Menschen mit sogenannter geistiger und Mehrfachbehinderung in Zusammenarbeit mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern setzt bis heute Zeichen und zeigt Wege auf für anspruchsvolle inklusive Kunstformate.

Unter dem Namen werkstattatelier farbwerk als freie Künstlerinitiative 2006 gegründet, entstanden bereits in den ersten Gründungsjahren vielfältige Theaterformate, Bücher, Filme und Ausstellungen und bereicherten auf Ihre besondere Art die Dresdner Kulturlandschaft.

2014 gründete sich aus der Initiative der Kunst- und Kulturverein farbwerk e.V.. Seit 2019 ist farbwerk e.V. institutionell gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden / Amt für Kultur- und Denkmalschutz.

Bis heute arbeitet farbwerk kontinuierlich an jährlichen Tanz- und Theaterformaten in Zusammenarbeit mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern, Kulturschaffenden, Institutionen und Ensembles.

2009 erhielt farbwerk für das Kunst- und Theaterprojekt „Sprachbilder“ den Innovationspreis Weiterbildung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus. Im Gleichen Jahr startete farbwerk eine Kooperation mit der Bürger:Bühne, welche bis heute erfolgreich anhält und in 10 Jahren mit dem Club der anders Begabten erfolgreiche Theaterformate entwickelte. 2017 entstand mit dem Club der jungen anders Begabten auch ein inklusives Theaterangebot für Jugendliche und junge Erwachsene.

Seit 2016 hat der Verein eigene Räumlichkeiten an dem Kulturstandort Zentralwerk in Dresden Pieschen angemietet und hat sich damit als feste Kulturinstitution in Dresden verortet. Mit seiner besonderen künstlerischen und oft andersartigen Sprache bereichert der Verein die künstlerische Arbeit vor Ort und ermöglicht mit seiner Arbeit vielfältige inklusive Begegnungsräume.

Unter der künstlerischen Leitung von Jacqueline Hamann und Silke Stuck und im Zusammenschluss von vielen wegbegleitenden professionellen Künstlerinnen und Künstlern; Kulturschaffenden, Kooperationspartnern, aktiven Vereinsmitgliedern, sowie unzähligen Förderinnen und Förderern sowie Kulturpatinnen und Kulturpaten hat sich bis heute ein Freizeit- Ensemble von mehr als 30 Darstellerinnen und Darstellern und Künstlerinnen und Künstlern mit Behinderung aufgebaut. Viele von Ihnen sind durch ihre langjährige künstlerische Tätigkeit hoch professionalisiert und aktuell auf der Suche nach Perspektiven als künstlerisch schaffende Menschen im professionellen Kontext.

Ein zentrales und langfristiges Vorhaben für farbwerk ist daher der Aufbau von finanzierten Kulturarbeitsplätzen für künstlerisch begabte Darstellerinnen und Darsteller mit Behinderung und der damit einhergehenden Erarbeitung von Ausbildungsmodulen und der Gründung eines festen professionellen Ensembles.

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