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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2018/11/pm_003.php 06.11.2018 17:38:33 Uhr 15.11.2018 21:14:36 Uhr
01.11.2018

Kommt der Striezelmarktbaum um die Kurve?

Startup simuliert Engstellen für Schwertransporte – Wirtschaftsförderung hilft mit Innovationsförderung

Am Sonnabend, 3. November 2018, wird der Weihnachtsbaum für den diesjährigen 584. Dresdner Striezel-markt aufgestellt. Doch wie kommt der über 20 Meter lange und mehrere Tonnen schwere Baum in die Landeshauptstadt? Wie findet der Schwertransport seinen Weg von Pirna bis ins Dresdner Stadtzentrum auf den Altmarkt?

Eines vorweg: Die Straßen auf der Route sind nicht für sogenannte Großraum- und Schwertransporte (GST) ausgelegt. Deshalb benötigt jeder GST eine Genehmigung. Dafür müssen Fahrzeugmaße, Beladung und Achslasten sowie die Befahrbarkeit von Engstellen geprüft und dokumentiert werden. „Was für Zuschauer oft spektakulär aussieht, ist für uns jedes Mal eine Herausforderung und bedarf einer guten und gründlichen Vorbereitung. Das bedeutet auch, dass wir Kreuzungen oder zeitweilige Baustellen mit Bandmaß oder Lasermessgerät vermessen. Bei manchen Hindernissen muss ich mich dabei auch einfach auf mein gutes Augenmaß und jahrelange Erfahrung verlassen“, so Thomas Wange, Technischer Außendienst KVS Kranvermietung & Schwertransporte Michael Mross. Die Transportplanung ist dadurch relativ aufwendig und in gewissem Maße auch fehleranfällig.

HeavyGoods.net, eine innovative Softwarelösung des Dresdner Startups CodeSquare, soll nun Abhilfe schaffen. „Unsere App kann beispielsweise Fahrmanöver auf Google Maps simulieren oder Schleppkurven-Simulationen auf präzisen CAD-Lageplänen erstellen. Die Nutzung ist denkbar einfach. Alle Tools laufen direkt im Webbrowser, auch auf Smartphones und Tablets – und das zu jeder Zeit, an jedem Ort“, erklärt Sebastian Wagner, Geschäftsführe CodeSquare GmbH & Co. KG. Kern des Konzepts sind vier intelligent vernetzte Web-Apps, die auf die Anforderungen der einzelnen Schritte der Transportplanung (Fuhrparkverwaltung, Achslastanalyse, Ladungssicherung und Streckenerkundung) zugeschnitten sind. Mit KVS konnte ein Dresdner Transportunternehmen als Pilotpartner gewonnen werden. Dass das Unternehmen auch den Striezelmarktbaum transportiert, ist Zufall. „Wir freuen uns, dass wir hier Tradition und Innovation verbinden können und einen kleinen Beitrag zum Gelingen dieses besonderen Ereignisses ‚Dresdner Striezelmarkt‘ beitragen können“, so Wagner.

Innovationsförderung: Startup wird von Dresdner Wirtschaftsförderung unterstützt

„Diese spannende Industrie 4.0-Lösung für die Schwerlastbranche hat uns so überzeugt, dass wir das Projekt im Rahmen unserer 2017 erfolgreich gestarteten Innovationsförderung mit 99 000 Euro unterstützen“, sagt Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden. Die Software der Ausgründung aus dem Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI wird bereits von Transportunternehmen weltweit eingesetzt. Die Web-App ist viersprachig verfügbar: es gibt eine deutsche, englische, spanische und italienische Version.

Vor einem Jahr wurde zudem die Software HeavyEngineer auf den Markt gebracht. Diese unterstützt Fahrzeughersteller bei der Konstruktion neuer Fahrzeuge. Dieser Software vertrauen inzwischen einige der weltweit größten Hersteller von Schwertransportfahrzeugen. Über diese Kooperationen stehen den Transportunternehmen wiederum die offiziellen Fahrzeugdatensätze der Produzenten zur Verfügung. So können diese ihre Transporte im Vorfeld genau simulieren.

Neue Runde der Innovationsförderung startet

Am 1. Dezember 2018 veröffentlicht das Amt für Wirtschaftsförderung den nächsten Aufruf für die Einreichung von Projekten mit innovativen Lösungsansätzen. Bis 15. Februar 2019 können dann die Anträge gestellt werden.

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