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06.06.2018

Zukunftskonferenz kürt acht Dresdner Bürgerprojekte

Dresden bei FONA-Konferenz in Leipzig vertreten

Ist eine autofreie Woche in der äußeren Neustadt möglich? Können öffentliche Flächen in der Stadt dauerhaft mit essbaren Pflanzen bewirtschaftet werden? Kann man ein Restaurant betreiben, das ausschließlich Lebensmittel nutzt, die an anderer Stelle aussortiert wurden?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich die acht Bürgerprojekte, die im Beisein von 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf der Zukunftskonferenz gekürt wurden und nun in Dresden umgesetzt werden sollen. Die seit Anfang 2017 in Dresden entstandenen Projekte sollen ab 2019 als sogenannte „Real-Labore“ im Stadtraum verwirklicht werden. Mit ihnen bewirbt sich Dresden beim Bundesforschungsministerium für die nächste Projektphase.

Am 5. und 6. Juni hat Norbert Rost, Leiter des Zukunftsstadt-Projekts in der Landeshauptstadt Dresden, die Projekte gemeinsam mit dem Wissenschaftspartner Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) auf der FONA-Konferenz in Leipzig vorgestellt. Die Konferenz ist die zentrale Austausch-Plattform für Forschungsprojekte zur Nachhaltigen Entwicklung und den Städtewettbewerb ‚Zukunftsstadt‘. „Wir haben viel über Bürgerbeteiligung in Planungsprozessen gelernt. Jetzt wollen wir in der dritten Phase des Zukunftsstadt-Wettbewerbs gern erforschen, wie man Projekte an der Schnittstelle zwischen Bürgerschaft und Stadtverwaltung auch erfolgreich umsetzt“, so Rost.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sagt: „Die Forschung trägt heute wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung der Städte bei. Die Menschen erwarten eine sichere Energieversorgung, sauberen Verkehr sowie Schutz vor den Folgen des Klimawandels. In der Initiative Zukunftsstadt entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon heute gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Konzepte für die lebenswerte Stadt der Zukunft.“

Folgende acht Bürgerprojekte sollen dabei in Dresden umgesetzt werden:

  • Das Real-Labor „Essbarer Stadtteil Plauen“ untersucht, auf welchen Bestand an Nahrungspflanzen zurückgegriffen werden kann, wenn die Versorgung eines Stadtteils aus sich selbst heraus erhöht werden soll, wie das Versorgungs-Potenzial vor Ort einzuschätzen ist und wie die Anwohner befähigt werden können, dieses Potenzial zu heben.
  • Mit dem Real-Labor „Essbares Stadtgrün“ wird untersucht, wie öffentliche Flächen in der Stadt durch Engagement von Bürgerinnen und Bürgern dauerhaft mit essbaren Pflanzen bewirtschaftet werden können.
  • Das im Bürger-Voting gewählte Restaurant-Projekt „Zur Tonne“ geht den Fragen nach, wie ein Restaurant ausschließlich mit an anderer Stelle aussortierten Lebensmitteln wirtschaftlich betrieben und wie dabei soziale Unterschiede berücksichtigt werden können.
  • Das Real-Labor zur „Materialvermittlung“ versucht Einfluss zu nehmen auf die Ressourcenströme in der Stadt. Statt Material wegzuwerfen, soll es klug weitervermittelt werden. Welche (digitalen) Werkzeuge braucht es dafür?
  • Das ebenfalls im Bürger-Voting gewählte Projekt „Lebensraum Schule gemeinsam gestalten“ fragt, wie Schulen und Schulgelände nachhaltig umgestaltet und durch Einbindung von Schülern, Lehrern, Eltern und Anwohnern als gemeinsamer Lebensraum in der Nachbarschaft neu definiert werden können.
  • Mit dem Real-Labor „Stadtteilfonds und -beiräte für nachhaltige und aktive Nachbarschaften“ untersucht, wie das Engagement für eine nachhaltige Stadtentwicklung in Stadtteilen/Quartieren durch die Selbstverwaltung von finanziellen Mitteln zur Umsetzung bürgerschaftlicher Projekte gestärkt werden kann.
  • Im Real-Labor „Woche des guten Lebens“ stellen sich die Initiatorinnen und Initiatoren vor, die äußere Neustadt für eine Woche autofrei zu machen und die Straßen zur nachbarschaftlichen Nutzung freizugeben. Wie kann der Alltag in einem Stadtteil/Quartier ohne Autos organisiert werden und welche Potenziale ergeben sich für daraus für die eigenverantwortliche Umgestaltung des Stadtraums durch Bürgerinnen und Bürger?
  • Im Real-Labor „Zukunftsstadt für einen Tag“ sollen Unternehmen an einem Tag des Jahres so wirtschaften, als wären sie bereits in der nachhaltigen Zukunftsstadt. Inwieweit sind Unternehmen in der Lage ihr eigenes Handeln an Kriterien der starken Nachhaltigkeit auszurichten und welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus für das Unternehmen?


Zusammen formen diese acht Bürgerprojekte ein großes Real-Labor, mit dem sich Dresden für die Umsetzungsphase bewirbt.

Ziel der Initiative Zukunftsstadt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist es, gute Ideen für die Stadtentwicklung in den Alltag der Städte zu bringen. Anlässlich der 14. Konferenz des BMBF zur Forschung für die Nachhaltigkeit – dem FONA Forum – haben 23 Kommunen am 5. und 6. Juni in Leipzig ihre Konzepte für mehr Nachhaltigkeit vorgestellt. Sie alle treten beim Wettbewerb Zukunftsstadt an, um Ende des Jahres als eines von bis zu acht geförderten Reallaboren ausgewählt zu werden.

Der Wettbewerb ist Teil der Leitinitiative Zukunftsstadt, in der das BMBF 190 Millionen Euro für Forschungsprojekte zur nachhaltigen Stadtentwicklung zur Verfügung stellt. Die Projekte werden gemeinsam von den Kommunen und der Wissenschaft entwickelt und umgesetzt. Darin werden Themen wie Mobilität, Klimaanpassung, urbane Gemeinschaft, ressourceneffiziente Quartiere und Stadt-Umland-Beziehungen aufgegriffen.

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