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https://www.dresden.de/de/rathaus/aemter-und-einrichtungen/unternehmen/stadtarchiv/neuigkeiten.php 24.09.2020 15:09:59 Uhr 27.09.2020 02:55:11 Uhr

Neuigkeiten

Historisches Gästebuch der „scheune“ übergeben

Auf dem Bild sind Frau Mandy Ettelt und Herr Jens Genschmar bei der Übergabe des Gästebuches des „Zentralen Club der Jugend und der Sportler Martin Andersen Nexö“ in Dresden-Neustadt, der heutigen "scheune" zu sehen. Frau Ettelt schaut in das Buch während Herr Genschmar in die Kamera lächelt.
Übergabe des Gästebuches vom „Zentralen Club der Jugend und der Sportler Martin Andersen Nexö“, der heutigen „scheune“, Mandy Ettelt; Jens Genschmar,

Das historische Gästebuch dokumentiert in über neunzig Einträgen die Vielfalt politischer und kultureller Veranstaltungen der Jahre zwischen 1970 und 1985 im damaligen „Zentralen Club der Jugend und der Sportler Martin Andersen Nexö“ in Dresden-Neustadt. Der Dresdner Jens Genschmar hatte es im Onlinehandel entdeckt, erworben und am 27. August 2020 dem Stadtarchiv Dresden übergeben. 

Das heutige „Kulturzentrum Scheune“ wurde 1951 als Jugend- und Kulturhaus für die FDJ errichtet und verfügte neben einem Mehrzwecksaal über Gastronomie und fünf Zirkelräume. Der neue Kulturort sollte nach sozialistischer Vorstellung der Jugend für Bildung, Unterhaltung und sinnvollen Freizeitbeschäftigung dienen. Dies spiegelt sich auch in den Einträgen des Gästebuches wider. Nach Vortragsabenden, Lesungen, Diskussionsrunden und Konzerten trugen sich mitunter namhafte Gäste in das Buch des Hauses ein, darunter Vertreter des DDR-Fernsehens, wie der Sportreporter Heinz Florian Oertel oder das Team des Auslandsmagazins „Objektiv“. Schriftsteller wie Max Zimmering oder der Dresdner Kinder- und Jugendbuchautor Herbert Friedrich waren ebenso zu Gast, wie das Dresdner Fußballidol Rainer Sachse. Bildende Künstler, wie der Bildhauer Johannes Friedrich Rogge referierten neben Vertretern der Wissenschaft, darunter der deutsch-britische Kernphysiker Prof. Klaus Fuchs.

Kulturgeschichtlich wertvolle Quellen wie diese, sind nach Auflösung der zahlreichen DDR-Kultur- und Jungendclubs in den Wendejahren häufig verloren gegangen. Mitunter wurden sie privat gesichert. Das Stadtarchiv Dresden möchte sie gern für die Öffentlichkeit, wissenschaftliche Forschung und Nachwelt erhalten. Es dankt Herrn Genschmar für sein Engagement und freut sich, wenn weitere entsprechende Dokumente dem Archiv übergeben werden.

„Coronabild“ einer Schülerin für das Stadtarchiv

Bildübergabe an das Stadtarchiv
Ariana und Prof. Thomas Kübler bei der Übergabe des Bildes an das Stadtarchiv

Schon Ende Mai 2020 erhielt das Stadtarchiv Dresden eine Nachricht über ein selbstgemaltes Bild von Ariana für die Corona-Sammlung, dass am 16. Juli 2020 übergeben wurde. Ariana geht in die 1. Klasse der Regenbogenschule (103. Grundschule) in der Dresdner Neustadt. Das Bild entstand Anfang April in der Zeit des Lockdowns, während die Schulen für Schülerinnen und Schüler geschlossen waren und der Schulbetrieb zu Hause ablief. Mit der übergebenen Zeichnung überliefert das Stadtarchiv die Sichtweise eines Kindes, das ebenso von den Auswirkungen der Pandemie betroffen ist, wie die Erwachsenen. Arianas Bild zeigt eindrucksvoll die Verbreitung des Virus über die Welt aus der Gefühls- und Gedankenwelt einer Erstklässlerin. Kindern werden auch durch Meldungen und Nachrichten über das Coronavirus beeinflusst, nur unterscheiden sich die Ausdrucks- und Kommunikationsformen. Damit ist eine wichtige Quelle für die nachfolgenden Generationen entstanden, die es lohnt zu überliefern.

Das Stadtarchiv möchte weiterhin die aktuellen Geschehnisse um die Coronapandemie dokumentieren und überliefern. Wir freuen uns, wenn die Dresdner Bevölkerung dabei hilft und Drucksachen, Fotos, Videos und sonstige "Corona-Materialien" an das Stadtarchiv übergibt. Auch Lebenserinnerungen und Berichte sind wichtige Zeugnisse, die diese Zeit widerspiegeln.

Historische Spitzen- und Gardinenmuster im neuen Glanz

Auswahl der Musterbücher der Spitzen- und Gardinenmanufaktur
Auswahl an Musterbüchern der Spitzen- und Gardinenmanufaktur

Im Bestand 17.2.20 Sammlung zur Dresdner Wirtschaftsgeschichte befinden sich sieben Musterbücher, die Hunderte Stoffproben wertvoller und imposanter Spitzen- und Gardinenmuster zeigen. Die Bücher präsentieren dabei nicht nur eine Vielfalt an Formen und Ausführungen, sondern zeigen auch die Entwicklung zur synthetischen Faser. Ein Teil der Bücher entstand bereits am Ende des 19. Jahrhunderts und stammt aus England und Frankreich. Die zum Teil großformatigen Werke befanden sich bei ihrer Ankunft im Stadtarchiv in einem desolaten Zustand und wurden aus konservatorischen Gründen umfangreich restauriert. Zu den Maßnahmen gehörten neben der Entfernung von Schmutz und Schimmelsporen durch Trocken- und Feuchtreinigung auch die Stabilisierung und Erneuerung der Einbände sowie die Fixierung der Musterstücke. Als zusätzlicher Schutz wurden die einzelnen Seiten mit Seidenpapier versehen. Die Musterbücher stellen aber nicht allein für die Wirtschafts- und Industriegeschichte eine wertvolle Ergänzung dar, sondern auch für die Textil- und Stilkunde.

Wandern, Sport und Leute kennenlernen

Käthe Henke betreute von Beginn an die Chronik der Naturfreunde Dresden e.V. Käthe gibt einen Einblick in die Geschichte des Vereins.
Käthe Henke gibt als langjährige Chronistin einen Einblick in die Geschichte des Vereins.

Am 15. Juni 2020 übergaben die Naturfreunde Dresden e.V. den Vereinsbestand an das Stadtarchiv Dresden. Die Naturfreunde sind der erste Verein, der sich am 10. März 1990 nach der politischen Wende in Dresden neu gründete. Die übergebenen Unterlagen enthalten die Geschichte der letzten dreißig Jahre sowie die Ziele des Vereins, Erlebnisberichte und durchgeführte Projekte. Die Aktivitäten reichen von Wandern, Radfahren, Fotografieren bis hin zum Skifahren und noch vielen mehr. Die Dresdner Ortsgruppe umfasst gegenwärtig 232 Mitglieder. Die Historie der Naturfreunde reicht zurück bis ins Jahr 1895, in dem man sich für „Wandern, Sport und Leute kennenlernen“ zusammenschloss.

Die Unterlagen der Naturfreunde werden in die Vereinsbestände des Stadtarchivs eingeordnet. Durch die Übernahme kann ein weiterer Aspekt des Dresdner Vereinslebens für nachfolgende Generationen überliefert werden.

Stadtdokumentation in Zeiten von Corona

Geschlossener Spielplatz am Stresemannplatz während der Coronakrise. Schild mit der Aufschrift Spielplatz geschlossen. Ein verlassenes Spielzeug liegt auf dem Boden.
Geschlossener Spielplatz am Stresemannplatz während der Corona-Krise

Dem Aufruf des Stadtarchivs, Dokumente und Fotos zur Coronakrise zu sammeln, ist die Fotografenvereinigung ASA gefolgt und hat in Person von Herrn Frank Höhler dem Stadtarchiv Fotografien übergeben. Die Bilder zeigen auf eindringliche Art und Weise die besondere Stimmung in der Stadt während der Ausgangsbeschränkungen. Zu sehen sind die verwaisten Touristenmagnete der Altstadt, Menschen die beim Einkauf auf dem Markt einen Mundschutz tragen und geschlossene Spielplätze. Mit der Übernahme der Fotos ist gleichzeitig eine Ausstellung der Bilder für das Jahr 2021 geplant. Das Stadtarchiv möchte weiterhin die aktuellen Geschehnisse um die Coronapandemie dokumentieren und überliefern. Wir würden uns freuen, wenn die Dresdner Bevölkerung dabei hilft und Drucksachen, Fotos, Videos und sonstige "Corona-Materialien" an das Stadtarchiv übergibt. Auch Lebenserinnerungen und Berichte sind wichtige Zeugnisse, die diese Zeit widerspiegeln. 

Dresdner Industriegeschichte

Die Übergabe der Unterlagen im Stadtarchiv Dresden. Anwesend sind Helena Baranowsky, Andreas Müller, Mandy Ettelt und Thomas Kübler
v.l.n.r. Helena Baranowsky, Andreas Müller, Mandy Ettelt und Prof. Thomas Kübler

Herr Andreas Müller übergab dem Stadtarchiv Dresden historische Dokumente zur Dresdner Wirtschafts- und Industriegeschichte. Im Fokus stehen vor allem die Unterlagen der Dresdner Mühlenbau und Industrie Aktiengesellschaft sowie des VEB Mühlenbau. Die Dokumente schließen eine Lücke in der Überlieferung der Dresdner Industriegeschichte.

Theater in Dresden

7 Programmhefte aus dem Central Theater, Komödienhaus Dresden und Theater der Volkes
Programmhefte aus dem Central Theater, Komödienhaus Dresden und Theater der Volkes (Alberttheater)
Durch eine private Schenkung aus Berlin konnte das Stadtarchiv sieben Programmhefte von Dresdner Theatern übernehmen. Es handelt sich dabei um Programmvorschauen des Central-Theaters, des Komödienhauses Dresden und des Theater des Volkes (Alberttheater). Mit der Schenkung kann das Stadtarchiv seinen Bestand an Programmzetteln und -heften Dresdner Theater ergänzen. Die drei Häuser gehörten bis zum Jahr 1945 zu den größeren Theatern der Stadt.

Venedig an der Elbe

Hochwasser in Dresden. Im Vordergrund ist ein Kahn mit vier Personen der über das Terrassenufer gestakt wird. Am rechten Bildrand befindet sich das sogenannte Venezianische Haus. Das Hochwasser ist bis zur Hälfte des Erdgeschosses angestiegen. Im Hintergrund ist das Gebäude der Dresdner Transport und Lagerhaus AG zu sehen.
Elbehochwasser

Das Stadtarchiv hat aus einer privaten Sammlung besondere historische Ansichtskarten und Fotos übernommen. Aus dem Fundus sticht eine Abbildung besonders hervor. Bei dem Foto handelt es sich nicht um einen Urlaubsgruß aus Venedig, wenngleich das Gebäude am rechten Bildrand und der gondelähnliche Kahn dies vermuten lassen. Es handelt sich tatsächlich um das überflutete Terrassenufer in der Nähe der Carolabrücke. Das besagte Gebäude ist das sogenannte „Venezianische Haus“ in Dresden, das um 1845 gebaut und 1945 zerstört wurde. Das Gebäude war nach dem Vorbild gotischer venezianischer Stadtpaläste gestaltet. Leider kann der Zeitpunkt der Aufnahme nicht genau datiert werden. Das Gebäude der Dresdner Transport- und Lagerhaus AG im Hintergrund wurde kurz vor dem Ersten Weltkrieg errichtet. Möglicherweise handelt es sich hier um ein Hochwasser aus dem Jahr 1940, das einen Pegelstand von 7,70 m erreichte.

Stadtarchiv Dresden erwirbt Briefe von Trude Stosch-Sarrasani

Erste Sichtung der Briefe v.l.n.r. Dr. Marco Iwanzeck, Prof. Thomas Kübler, Dr. Sylvia Drebinger, Mandy Ettelt

Das Stadtarchiv hat im Dezember 2019 ein Konvolut von 80 Briefen von Trude Stosch-Sarrasani erworben. Trude Stosch-Sarrasani wurde am 18. Januar 1913 in der Schweiz geboren. Die Musikerin, Tänzerin und Artistin war mit dem Zirkusbesitzer Hans Stosch-Sarrasani junior verheiratet. Im Jahr 1941, nach dem Tod ihres Mannes, übernahm sie mit 28 Jahren die Leitung und führte Sarrasani in Dresden bis 1945. Im Jahr 1948 wanderte Trude Stosch-Sarrasani nach Argentinien und baute einen neuen Circus auf, den „Sarrasani – Monumental Circo Grandes Espektaculos“. Sie starb am 4. Juni 2009 in ihrer Wahlheimat Argentinien. Die Briefe sind zum Großteil aus Argentinien versendet worden und richten sich an einen Herrn in Augsburg, der die Briefe aufbewahrte.

Stadtarchiv erhält Reisejournal über Dresden aus England

Paul Cleave, Rainer Barczaitis, Mandy Ettelt
Übergabe des Reisejournals; v.l.n.r. Paul Cleave, Rainer Barczaitis, Mandy Ettelt

Über den Kontakt von Rainer Barczaitis von der Deutsch-Britischen Gesellschaft Dresden e.V. konnte Ende des Jahres 2019 ein selbsterstelltes Reisejournal einer Engländerin dem Stadtarchiv Dresden übergeben werden. Die Autorin, deren Name leider nicht bekannt ist, weilte im Jahr 1911 für drei Wochen in Dresden, um Urlaub zu machen. Während ihres Aufenthaltes sammelte sie Fotos, Eintrittskarten und Zeitungsausschnitte über ihren Besuch und gestaltete damit ein persönliches Reisejournal (Dresden travel journal). Besonders angetan war sie wohl von der Dresdner Oper, deren Besuch elfmal in den Aufzeichnungen nachweisbar ist. Ein interessanter Aspekt ist zudem, dass die Engländerin mit einer Freundin und ohne männliche Begleitung nach Dresden reiste - das Reisen galt bis weit ins 19. Jahrhundert hinein noch überwiegend als Männerdomäne.

Die Übergabe dieser Rarität erfolgte durch den englischen Wissenschaftler Paul Cleave von der Universität Exeter. Cleaves Forschungsthema sind die sozialgeschichtlichen Aspekte von individuellen sowie kollektiven Reise- und Tourismuserfahrungen. Im Zuge seiner Forschungen hatte er das Buch über ein Antiquariat käuflich erworben und für seine Arbeit ausgewertet. Das Journal gibt interessante Einblicke in das Reiseverhalten und die Freizeitaktivitäten der deutschen und englischen Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

24. Juli 2019: Archiv der Stiftung Sächsischer Architekten als Depositum in das Stadtarchiv Dresden übergeben

v.l.n.r. Archivdirektor des Stadtarchivs Dresden Thomas Kübler, Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes und künftiger Sächsischer Landeskonservator Alf Furkert, Kustodin der Stiftung Dr. Susann Buttolo.
v.l.n.r. Archivdirektor des Stadtarchivs Dresden Thomas Kübler, Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes und künftiger Sächsischer Landeskonservator Alf Furkert, Kustodin der Stiftung Dr. Susann Buttolo.

Geschichtsträchtiger Tag im Stadtarchiv – am 24. Juli 2019 wurde symbolisch das Archiv der Stiftung Sächsischer Architekten als Depositum in das Stadtarchiv Dresden übergeben. Alf Furkert Vorsitzender des Stiftungsvorstandes und künftiger Sächsischer Landeskonservator und Dr. Susann Buttolo Kustodin der Stiftung, überbrachten der Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und dem Archivdirektor des Stadtarchivs Dresden Thomas Kübler, symbolisch einige wertvolle Zeichnungen aus der stiftungseigenen Architektursammlung. In den nächsten Wochen folgt der große Umzug und anschließend die Aufbereitung der wertvollen Archivalien.

Annekatrin Klepsch und Thomas Kübler zeigten sich sehr über den Zuwachs an architekturbezogenen Dokumenten erfreut, da mit dem Depositum des Stiftungsarchivs im Stadtarchiv Dresden die kommunale Überlieferung der Dresdner Stadtbaugeschichte gestärkt und als „bauliches Gedächtnis“ nutzerfreundlich an einem Ort gebündelt wird. Archivdirektor Kübler betonte, dass nunmehr die größte Sammlung von architekturbezogenen Zeichnungen, Plänen, Fotografien und Bauakten der Landeshauptstadt im Stadtarchiv entsteht. Gleichermaßen gilt es nicht nur zu sammeln, sondern auch die bestehenden Synergien weiter auszubauen, um die Dresdner Baukultur weiter in das öffentliche Bewusstsein zu rücken und in die fachlichen Diskurse einzubringen.

Zeichnungen und Skizzen, Fotografien von Bauwerken oder Stadträumen, (Ideen-)Modelle, baugebundene Kunst und natürlich auch Korrespondenzen, Vorträge oder Veröffentlichungen sind bedeutende Zeugnisse des Baugeschehens vergangener Zeiten und wirken bis in die Gegenwart hinein. Seit ihrer Gründung im April 2011 bewahrt die Stiftung Sächsischer Architekten wertvolle Dokumente des Planens und Bauens in Sachsen auf. Darunter befinden sich Vor- und Nachlässe von in Sachsen tätigen Persönlichkeiten, die sich auf vielfältige Weise mit dem Bauen beschäftigten: Architekten, Landschaftsarchitekten, Stadtplaner, Denkmalpfleger, Bauhistoriker und auch bildende Künstler mit besonderem Schwerpunkt. Die Bestände des hierfür gegründeten Stiftungsarchivs reichen vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Der Umfang des beständig wachsenden Stiftungsarchivs beträgt derzeit ca. 45 lfm Schriftgut, etwa 2.500 Pläne, Karten, Architekturzeichnungen, Zeichnungen, ca. 25.000 Fotografien, Dias und Negative, Bilddokumente und Sammlungsgut unterschiedlicher Provenienzen.

24. Mai 2019: Start des Elektronischen Stadtarchivs

Start des Elektronischen Stadtarchivs in Dresden

Am 24. Mai 2019 wurde durch den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden das Elektronische Stadtarchiv eröffnet. Dresden ist damit die erste Kommune in Sachsen die elektronisches Archivgut dauerhaft sichern und der Nutzung zugänglich machen kann. Gegenwärtig und zukünftig steht die elektronische Überlieferung des Stadtarchivs sowohl für die kommunale Verwaltungstätigkeit und für die Bürgerinnen und Bürger als auch für die Wissenschaft und Forschung zur Verfügung. Das Elektronische Stadtarchiv kann unter dresden.de/stadtarchiv kostenfrei genutzt werden.

Aus der digitalen Stadtverwaltung kann elektronisches Archivgut in das Elektronische Stadtarchiv übernommen und eine lückenlose Sicherung der Überlieferung von der Entstehung elektronischer Akten bis zur elektronischen Archivierung garantiert werden.

Das Elektronische Stadtarchiv entspricht den nationalen und internationalen Standards an ein Open Archival Information System (OAIS) und damit den Anforderungen an die digitale Langzeitarchivierung.

Das System des Elektronischen Stadtarchivs ist mit weiteren Standardmodulen ausbaufähig. Gegenwärtig laufen Projekte zur Optimierung der Bereitstellung von elektronischem Archivgut im digitalen Lesesaal und für die Online-Nutzung. Das Modul Preservation Planning für die Erhaltung und Migration von digitalem und elektronischem Archivgut wird ab 2023 zum Einsatz kommen.  

30. November 2018: Krimi, kriminell, Kriminalregister - Stadtarchiv präsentiert den zweiten Band des Dresdner Kriminalregisters

Buchpräsentation Kriminalregister - V.l.n.r. sind auf den Bildern zu sehen: Thomas Kübler, Mandy Ettelt, Professor Jörg Oberste.
Buchpräsentation Kriminalregister - v.l.n.r. Thomas Kübler, Mandy Ettelt, Professor Jörg Oberste.

Im Kriminalregister aus dem 16. Jahrhundert ist der Name Programm. So mancher Eintrag hält für Krimiautoren Inspirationen für spannende Geschichten über Kleinkriminelle und auch besonders rapide Verbrecher bereit. Doch nicht nur Hobby-Kriminalisten können aus den Inhalten der Bücher schöpfen. Diese Sammlung von Straffällen aus dem 16. Jahrhundert stellt ebenfalls für die Geschichtsforschung einen üppigen Fundus historischer Fakten dar. Das Kriminalregister präsentiert sich als zweibändiges Werk, dessen erster Band Straffälle von 1517 bis 1562 beinhaltet. Sein Folgeband beginnt mit Einträgen um das Jahr 1556 und datiert seinen spätesten Fall auf das Jahr 1580. Beide Bücher enthalten gemeinsam etwa 700 gerichtliche Angelegenheiten, die von einem Dresdner Bürger verübt wurden oder sich in Dresden zugetragen haben. All diese Strafangelegenheiten wurden vor dem Gericht der Stadt verhandelt. Danach übertrugen Gerichtsschreiber die Sachverhalte von losen Blättern in die großzügig angefertigten Bücher.

Der zweite und letzte Band des Kriminalregisters enthält wie sein Vorgänger, neben, aus heutiger Sicht geringfügigen Taten wie Fluchen, Trunkenheit und Ehebruch auch schwere Verbrechen wie Diebstahl, Mord und Totschlag. Von umtriebigen und wohl einschlägig bekannten Dieben wie Abraham Orgis, der seinen langen, raffsüchtigen Diebeszug mit dem Leben bezahlte, über unzufriedene Ehemänner, die ihren lieben Weibern an den Kragen wollten, ist im Kriminalregister so manche düstere Geschichte aus dem Leben in der Frühen Neuzeit überliefert. Die nun publizierte Edition des zweiten Kriminalbandes beschließt die 2006 begonnene Stadtbuchreihe des Stadtarchivs. Das aktuell vorgelegte Buch enthält ein für beide Bände zusammengestelltes Namens- und Ortsregister.

Am Montag, 3. Dezember 2018, 19 Uhr wird im Beisein der Kulturbürgermeisterin, Annekatrin Klepsch, das zweite edierte Kriminalregister im Stadtarchiv Dresden feierlich vorgestellt. Die Herausgeber Thomas Kübler und Professor Jörg Oberste sowie die wissenschaftliche Bearbeiterin Mandy Ettelt werden die Edition an diesem Abend mit einer kurzen Lesung vorstellen. Das Buch ist im Leipziger Universitätsverlag erschienen und am 3. Dezember 2018 im Stadtarchiv erhältlich. Der Eintritt ist kostenfrei.

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