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https://www.dresden.de/de/rathaus/aemter-und-einrichtungen/unternehmen/111/ratgeber/igel.php 28.05.2015 15:21:17 Uhr 18.04.2024 09:45:02 Uhr

Alles über Igel

Name:
In Westeuropa lebt der Braunbrustigel (Erinacaeus europaeus), in den osteuropäischen Ländern der Weißbrustigel (Erinacaeus roumanicus).

Lebensweise:
Der Igel ist dämmerungs- und nachtaktiv. Von Oktober/November bis März/April hält er Winterschlaf.

Lebensraum:
Deckungsreiches, trockenes Gelände, also Hecken, Gärten, Gebüsch,Parks bevorzugt er.

Nahrung:
Regenwürmer, Käfer, Schnecken, Asseln, Tausendfüßler, Insekten, Spinnen, nestjunge Mäuse, zerbrochene Vogeleier, pflanzliche Kost

Laute:
Igelsäuglinge geben ein helles, an Jungvögel erinnerndes »Zwitschern« und Pfeifen von sich.
Junge und alte Igel hört man schnaufen, brummen, keckern, knurren, leise fiepen, bei Schmerzen oder Kämpfen auch hell schreien.

Alter:
Igel können vier bis fünf Jahre alt werden.

Stacheln:
bis ca. 8.000

Gewicht:
Ein ausgewachsenes Tier wiegt bis ca. 1.000g, im Gebirge bis ca. 1.200g.

Körpertemperatur:
Sie beträgt 34,8°C bis 36,8°C, im Winterschlaf fällt sie auf +4°C.

Paarungszeit:
Etwa von April bis September

Tragezeit:
Zwischen 30 bis 35 Tage. Die Igelbabies werden zwischen Juni und Oktober geboren, ihr Geburtsgewicht beträgt zwischen 15g und 20g.

Der Igel im Winter:
Der Igel ist ein Wildtier und er steht unter Naturschutz, das bedeutet Igel dürfen weder getötet, gefangen oder gehalten werden.
Igel sind als Wildtiere an das Leben draussen angepasst und benötigen menschliche Hilfe nur in Ausnahmefällen, das heißt wenn ein Igel krank, verletzt oder untergewichtig ist.

Winterschlaf:
Als Winterschlaf haltendes Säugetier muss der Igel (Erinaceus europaeus) ausreichende Fettreserven bis in den Spätherbst sammeln, um sich während der folgenden Winterstarre und der gelegentlichen kurzen Aktivitätsfolgen am Leben zu erhalten. Daher muss der Körper des Igels ausreichend Fett enthalten, bevor der Winterschlaf beginnt.
Bei einer Annahme von 25% Gewichtsverlust während des Winterschlafs, stellen 450g das kritische Körpergewicht vor dem Winterschlaf dar (aus: Igel-Bulletin; 4. November 1990). Die letzten Jahre haben zu der Erkenntnis geführt, dass Igel bereits mit 300g Körpergewicht den Winter überleben können.

Überwinterung in menschlicher Obhut:
Überwinterungsigel sollten in einem großen ungeheizten Keller untergebracht werden, der nahezu Außentemperatur aufweist.
Jeder Igel braucht unbedingt mindestens 2m² Fläche. Jeder Pflegling (Igel sind zwar außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger) braucht seinen eigenen Auslauf und als Schlafhaus einen Karton, den man mit Zeitungspapier oder Heu füllen sollte.
Lediglich kranke, schwache und unterkühlte (meist spät gefundene) Igel kommen in der ersten Zeit in einen warmen Raum oder mit dem Schlafhaus auf spezielle Wärmeplatten (ca. 16°C).

Untersuchung vor der Überwinterung:
Als erstes muss der aufgenommene Igel von Flöhen und Zecken befreit werden.
Bei hörbarem, unnatürlichem pfeifendem bzw. rasselndem Atmen, Durchfall oder Nahrungsverweigerung sind größtenteils Innenparasiten die Ursache. Helfen kann hier nur ein Tierarzt!

Fütterung

  • Hunde- und Katzendosenfutter
  • spezielle käufliche Igelfutter als Grundlage
  • gekochtes Hühnerfleisch, Rinderhack, hartgekochtes Ei oder Rührei
  • als Beigabe Obst, Haferbrei, Grießbrei, Mehlwürmer
  • Wasser, Kamillentee und Fencheltee

Aussetzen im Frühjahr:
Viele Igel wachen im März auf und wollen dann unbedingt in die Freiheit. Deshalb sollte man nicht all zu lange warten, bis man die Igel freilässt. Aber vor April hat es keinen Sinn, da es noch nicht genügend Nahrung gibt.
Der Igel muss auf seine Freiheit vorbereitet werden.
Dazu gehört eine Fütterung mit Lebendfutter wie Mehlwürmer und Fliegenmaden (aus der Zoohandlung) nach dem Winterschlaf.
Aussetzen sollte man Igel in Gebieten mit dichtem Hecken- und Buschbewuchs, fern (3km und mehr) von stark befahrenen Straßen.
In verwilderten Gärten oder in Streuobstgärten fühlen sich Igel ebenfalls sehr wohl.

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