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https://www.dresden.de/de/leben/stadtportrait/europa/partner/coventry/lesung.php 08.08.2023 13:41:53 Uhr 16.04.2024 13:23:09 Uhr

Literatur verbindet

Coventry Dresden Poetry Exchange

2023: Christian Manss las in Coventry, Ann Atkins in Dresden

Im April zeigte sich der Dresdner Künstler Christian Manss, der seit 2013 im Coventry/Dresden Arts Exchange mitwirkt, von einer anderen Seite, nämlich als Autor. Er nahm am neuen "Writers Exchange" teil und las aus seinen Stücken vor Studenten der Coventry University, im German Circle und im Fire and Dust Cafe Morso. Im Commonground im Fargo Village stellte er eine Serie von Lithografien aus.

Im August kam die Coventryer Autorin Ann Aktins zum Gegenbesuch nach Dresden. Eine ihrer drei Lesungen war im Rahmen des Friendship Day Dresden - Coventry am 5. August auf dem Neumarkt zu erleben. 

2022: Poet Laureate aus Coventry in Dresden

Der Coventry Dresden Poetry Exchange begrüßte Coventrys ‚Poet Laureate‘, Emilie Lauren Jones, zu einem Besuch vom 5. bis 9. September 2022 in Dresden. Emilie freute sich, ihre Gedichte in einer der Partnerstädte von Coventry vortragen zu können. Sie war in Lesungen im Mondpalast und bei der Deutsch-Britischen Gesellschaft Dresden e. V. zu erleben. Ihr Besuch veranschaulichte die engen Beziehungen zwischen beiden Städten.

Emilie Lauren Jones steht vor einem Mikrofon und hält ein Buch in der Hand
Emilie Lauren Jones

Buchübersetzungen

Feindes Liebe: aktueller Buchtipp 2023

Ein wahrhaftiger Roman von Andrew March, Pfarrer in Coventry, der von Brücken der Freundschaft in Zeiten des Krieges erzählt. Die deutsche Übersetzung von Dr. Rainer Barczaitis aus Dresden ist jetzt im Buchhandel erhältlich: ISBN: 978-3-95908-531-1.  

Wie kommt 1936 ein hochbegabter junger Student der Universität Cambridge nach Dresden? Fred Clayton verfolgt mit Sorge, wie sich in Deutschland der Nationalsozialismus entwickelt. Er will aus erster Hand erfahren, wie es sich unter diesem Regime lebt, deshalb macht er sich 1936 auf die Reise und unterrichtet ein Jahr lang Englisch an der Kreuzschule. Er schließt Freundschaft mit einer Dresdner Familie und hofft, Brücken der Freundschaft errichten zu können.

Im zweiten Weltkrieg scheinen die Brücken für immer zerstört zu sein, aber Fred weigert sich, dem Hass gegen den Feind Raum zu geben. Nach dem Krieg schreibt er an seine deutschen Freunde und wir erfahren, wie die Familie in Dresden die Zeiten des Krieges erlebt hat. Es entspinnt sich ein Briefwechsel, der dem Hass zwischen Kriegsgegnern Freundschaft und Liebe entgegensetzt; was sich daraus entwickelt, hätte Fred sich nicht träumen lassen.

Buchcover mit Grafik Frauenkopf und Vogel im Nacken
ISBN: 978-3-95908-531-1
Andrew March auf der Kuppel der Frauenkirche

Der Autor: Andrew March

Brücken der Freundschaft in Zeiten des Krieges. Ein wahrhaftiger Roman. Aus dem Englischen von Rainer Barczaitis, Thelem-Verlag Dresden, 2023 Andrew March, Pfarrer in Coventry, ist der Enkel von Fred Clayton; er versteht ebenso wie der Übersetzer sein Buch als Beitrag zur Versöhnungs-Mission der Städtepartnerschaft von Coventry und Dresden.

Der Übersetzer: Dr. Rainer Barczaitis

Dr. phil.,  Linguist und Übersetzer. Er lebt seit 2011 in Dresden und engagiert sich in der Städtepartnerschaft mit Coventry, wo er 2016 Andy March kennenlernte. Seither verfolgt er die Entstehung des Buches und legt nun die Übersetzung vor. 

Mit "Feindes Liebe" widmet sich Dr. Barczaitis schon dem zweiten Buch eines Autoren aus Coventry. 2021 erschien der Gedichtband "PHOENIX" von Antony Owen mit seiner Übersetzung.  

Foto von Dr. Rainer Barczaitis

Impressionen von der Buchpremiere am 14. Februar 2023 in der Frauenkirche/Unterkirche

Ausschnitt Buchcover

PHOENIX: Deutsch-Englischer Gedichtband

Der Phönix ist Teil des Stadtwappens von Coventry. Er symbolisiert das neue Coventry und den Aufbruch nach der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Coventry reichte Dresden schon kurz nach Kriegsende die Hand zur Versöhnung. 1959 besiegelten beide Städte ihre Partnerschaft, die bis heute für Versöhnung und Frieden steht.

„PHOENIX“ ist auch der Titel des bewegenden Deutsch-Englischen Gedichtbandes mit Arbeiten des Lyrikers und Friedenspoeten Antony Owen aus Coventry. Erschienen ist der Band im Juli 2021 im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Dresden und Coventry und anlässlich des Kulturhauptstadtjahres Coventry UK City of Culture 2021.

Die Idee zu diesem Gedichtband hatte der Übersetzer Dr. Rainer Barczaitis von der Deutsch-Britischen Gesellschaft Dresden. Er begeisterte zunächst Antony Owen für das ehrgeizige Vorhaben und danach ein ganzes Team von Mitwirkenden in Dresden und in Coventry. Er holte Englisch-Lehrende aus Gymnasien und der Technischen Universität, Schriftsteller, die Künstlergruppe vom Coventry/Dresden Arts Exchange und den Dresdner Thelem-Verlag mit ins Boot.

Das Projekt wurde durch den Städtepartnerschaftsfonds und das Kulturamt gefördert. Der Gedichtband bereichert nicht nur die Dresdner Lyrikszene um eine besondere Facette, faszinierend ist vor allem die Entstehung des Gedichtbandes. Er ist das Ergebnis bürgerschaftlichen Engagements von vielen Menschen, die in der Städtepartnerschaft zwischen Dresden und Coventry aktiv sind, sich für Frieden- und Versöhnung einsetzen, für eine weltoffene, tolerante Bildungsarbeit stehen oder in der Literaturbranche verankert sind.

Lesungen mit Antony Owen und Dr. Rainer Barczaitis gab es u. a. im September 2021 in der Dresdner Frauenkirche und im November 2021 in der Kathedrale Coventry.besonderer Weise das Dresdner Engagement für Frieden und die Städtepartnerschaft mit Coventry.

Der Gedichtband ist zum Preis von 16,80 € im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-95908-522-9).

Antony Owen

Antony Owen

Antony Owen ist in Coventry geboren und aufgewachsen. Er stammt aus einem Arbeiterhaushalt und wuchs in direkter Nachbarschaft der Jaguar-Werke auf, in einem bekannten und berühmten Arbeiterviertel. Von dieser Herkunft ist Owens Werk stark beeinflusst. Seine Großeltern erlebten den Krieg sowohl aus der Perspektive der Soldaten als auch der Zivilbevölkerung; seine Großmutter wurde während des Zweiten Weltkriegs in Coventry zweimal ausgebombt. Das Aufwachsen im Kalten Krieg hat Owens Friedensdichtung stark beeinflusst.

Seit seiner ersten Anthologie 2009 hat er bisher acht Gedichtbände veröffentlicht. Für seine Gedichte stellt er eigene Recherchen an und lässt sich von Erfahrungsberichten und persönlichen Zeugnissen inspirieren. Er steht als einer der führenden Schriftsteller von Kriegs- und Friedenslyrik des 21. Jahrhunderts in der Tradition der „War Poets“, die als Dichter aus dem eigenen Kriegserleben heraus Stellung gegen den Krieg beziehen. Diese Tradition, die sich im englischen Sprachraum besonders seit dem Ersten Weltkrieg entwickelt hat, führt Antony Owen fort, indem er sie verändert: Als „Peace Poet“ weitet er den Blick und fasst die unzähligen Opfer von Kriegen und Konflikten ins Auge.

Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, darunter 2016 den Friedens- und Versöhnungspreis seiner Heimatstadt Coventry.