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https://www.dresden.de/de/leben/stadtportrait/europa/partner/coventry/versoehnung-leben.php 02.07.2020 17:29:53 Uhr 22.10.2020 14:02:41 Uhr

Versöhnung leben

Ruf nach Versöhnung und Frieden: Die Nagelkreuzgemeinschaft  

Die ersten Kontakte zwischen Dresden und Coventry kamen in den 50er Jahren auf kirchlicher Ebene zustande. In Coventry bemühte sich zunächst die Kathedrale um Versöhnung zwischen den Menschen der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Städte und um Verständigung zwischen Deutschen und Briten.

Seit vielen Jahren treffen sich regelmäßig Christen aus Dresden und Coventry. So halfen 1965 im Rahmen der "Aktion Sühnezeichen" junge Christen aus Coventry beim Wiederaufbau des Dresdner Diakonissenkrankenhauses. Und es gab über die Jahrzehnte hinweg viele weitere gemeinsame Projekte - nur zwei Beispiele: 2001 bauten Jugendliche aus beiden Städten den Kindergarten der Dresdner Diakonissenanstalt aus. 2012 nahmen jungen Dresdner Christen an einer Internationalen Jugendkonferenz der Nagelkreuzgemeinschaft in der Kathedrale Coventry teil.

Vier Dresdner Kirchen und die Dresdner Gedenkstätte Sophienkirche-Busmannkapelle wurden inzwischen in die weltweite Nagelkreuzgemeinschaft der Kathedrale Coventry aufgenommen, weil sie sich besonders für Versöhnungs- und Friedensarbeit einsetzen:

Nagelkreuz des Künstlers Geoffrey Clarke am Hochaltar der St Michael's Kathedrale Coventry
Nagelkreuz des Künstlers Geoffrey Clarke am Hochaltar der St Michael's Kathedrale Coventry
Bischof Dr. Christopher Cocksworth aus Coventry im Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 13. Februar 2020 in Dresden
Bischof Dr. Christopher Cocksworth aus Coventry im Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 13. Februar 2020 in Dresden

13. Februar 2020: 75. Jahrestag der Zerstörung Dresden

Vertreter aus mehreren Partnerstädten, darunter auch Coventry, waren der Einladung des Oberbürgermeisters gefolgt, um gemeinsam mit den Dresdnerinnen und Dresdnern der Zerstörung der Stadt vor 75 Jahren zu gedenken.

Am 13. Februar nahmen die Gäste an der Gedenkveranstaltung im Kulturpalast teil, bei der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eindrücklich mahnte: „Ich bin überzeugt: Wer sich heute mit der Geschichte seiner Familie oder seiner Stadt im Bombenkrieg auseinandersetzt, der kann auch besser nachempfinden, was auch andere Menschen an anderen Orten erlitten haben. Aufrichtige Erinnerung lehrt uns Mitgefühl. Aufrichtige Erinnerung lässt uns Eigenes wie auch Fremdes sehen und besser verstehen. Sie lässt uns Anteil nehmen am Schicksal aller Opfer von Krieg und Gewalt, und das über nationale Grenzen hinweg. Ich danke allen hier in Dresden, die schon seit Jahren den Blick der Erinnerung weiten und den Austausch mit Städten auf der ganzen Welt suchen, von Coventry bis nach Breslau und Sankt Petersburg.“

Anschließend reihten sich die Gäste in die Menschenkette auf dem Neumarkt ein. Am nächsten Tag nahmen sie an der Konferenz „Schmerzhafte Erinnerungen“ teil und tauschten sich mit Dresdens Oberbürgermeister Hilbert aus. 

Porträtfoto von Bischof Dr. Christopher Cocksworth

Februar 2019:

Bischof Dr. Christopher Cocksworth aus Coventry übergab am 12. Februar das Nagelkreuz an die neu eröffnete Gedenkstätte Sophienkirche-Busmannkapelle, die damit die 5. Nagelkreuzstätte in Dresden ist. Außerdem hielt der Bischof von Coventry die Festpredigt im Ökumenischen Gottesdienst am 13. Februar in der Kreuzkirche anlässlich des 60. Jubiläums der Städtepartnerschaften mit Coventry und Breslau.

6. November 2018: Vortrag "Coventry - vom Trauma zum Vertrauen?"

Dieser Frage widmete sich Dr. Frenz Kreoger vom Centre for Trust, Peace and Social Relations der Universität Coventry in seinem Vortrag in der Veranstaltungsreiehe "Städte im Krieg - Städte für den Frieden" in der Frauenkirche. 

November 2016: Exkursion nach Coventry

Anlässlich des Remembrance Weekends im November 2016 unternahm die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. eine Exkursion nach Coventry./p>



Mai 2016: Peace Academy

Zu Pfingsten vom 13. bis 16. Mai hat die Frauenkirche traditionell wieder junge Christen aus aller Welt zur Peace Academy eingeladen.

In diesem Jahr stand sie unter dem Motto „REFORMER. Ändern verändert!“. 380 junge Leute aus über 35 Ländern und aus ganz Deutschland nahmen an den 40 Workshops und vielen Aktionen teil.

Aus der Partnerstadt Coventry kamen Jugendliche und die Pfarrerin für Versöhnung der Kathedrale Coventry Dr. Sarah Hills nach Dresden. Dr. Sarah Hills hielt die Predigt im Pfingstgottesdienst.

Plakat der Peace Academy 2016 - ein fliegenden Ballon mit der Weltkugel
In den Nagelkreuzgemeinden weltweit wird freitags 12 Uhr das Versöhnungsgebet von Coventry „Vater vergib“ gebetet – so auch in der Dresdner Frauenkirche. Kantor Matthias Grünert hat es 2016 in Form einer Motette vertont. „Ein Klang der Versöhnung verbindet jetzt Coventry und Dresden“, beschreibt Matthias Grünert seine Komposition. Sie ist die erste Vertonung des Textes, der im englischsprachigen Original 1959 entstand. „Die ungebrochene Aktualität der Gebetsanliegen ist frappierend. Mit Blick auf unsere gesellschaftspolitischen Ereignisse gab das den Anstoß für die Komposition“, so Grünert. „Die Worte fassen die gegenwärtige Lage so treffend, dass ich gar nicht anders konnte, als ihnen Musik anbei zu stellen. Der Text war meine Inspiration.“ Entstanden ist eine knapp zehnminütige Motette für vier- bis achtstimmigen gemischten Chor und Fernchor. Sie erlebte mit dem Kammerchor der Frauenkirche unter der Leitung von Matthias Grünert am 14.2.2016 ihre Uraufführung in der Frauenkirche.
Kammerchor der Frauenkirche
Kammerchor der Frauenkirche

Mai 2012: Skulpture "Chor der Überlebenden" von Professor Helmut Heinze


  • Bronzeskulptur "Chor der Überlebenden" in der Ruine der Kathredrale Coventry
  • der Bildhauer Prof.Helmut Heinze 2012 mit seiner Skulptur in der Ruine der alten Kathedrale Coventry
  • Skulpturdetail mit 4 Köpfen
  • Einweihungsfeier am 20. Mai 2012: viele Gäste, mit dabei sind auch die Bischöfe Dr. Christopher Cocksworth/Coventry und Jochen Bohl/Landeskirche Sachsen
  • Großer Andrang: Menschen im Gespräch bei der Einweihungsfeier
Bronzeskulptur "Chor der Überlebenden" in der Ruine der Kathredrale Coventry der Bildhauer Prof.Helmut Heinze 2012 mit seiner Skulptur in der Ruine der alten Kathedrale Coventry Skulpturdetail mit 4 Köpfen Einweihungsfeier am 20. Mai 2012: viele Gäste, mit dabei sind auch die Bischöfe Dr. Christopher Cocksworth/Coventry und Jochen Bohl/Landeskirche Sachsen Großer Andrang: Menschen im Gespräch bei der Einweihungsfeier

Eine Skulptur der Versöhnung:

Der Dresdner Bildhauer Professor Helmut Heinze hatte die Idee, eine Skulptur zu schaffen, die Coventry als Geste der Versöhnung geschenkt werden sollte. Er ging an die Arbeit und fertigte die Bronzeskulptur "Chor der Überlebenden". 2012 war es soweit: Anlässlich des 50. Jahrestages der Weihe der neuen Kathedrale Coventry im Mai 2012 überreichte Professor Heinze gemeinsam mit Vertretern der Stiftung Frauenkirche Dresden seine Skulptur an die Kathedrale Coventry. Sie ist seither in den Ruinen der alten Kathedrale zu sehen, die nach dem Bombenangriff am 14. November 1940 nicht wieder aufgebaut wurde. Die Ruinenstätte erinnert bis heute an die Zerstörung Coventrys.

Alljährliche Tradition der Städte Coventry und Dresden: Gedenken und Ruf nach Frieden und Demokratie


  • Gedenken im War Memorial Park Coventry: Blumengruß aus Dresden
  • Der Bischof von Coventry Dr. Christopher Cocksworth beim Gedenken im War Memorial Park
  • viele Menschen beim Gedenken in Coventry
  • Menschenkette in Dresden, der Bischof von Coventry Dr. Cocksworth im Gespräch mit Bürgermeister Hilbert und Bundesinnenminister de Maizière
  • Menschenkette in Dresden mit Gästen aus Großbritannien
Gedenken im War Memorial Park Coventry: Blumengruß aus Dresden Der Bischof von Coventry Dr. Christopher Cocksworth beim Gedenken im War Memorial Park viele Menschen beim Gedenken in Coventry Menschenkette in Dresden, der Bischof von Coventry Dr. Cocksworth im Gespräch mit Bürgermeister Hilbert und Bundesinnenminister de Maizière Menschenkette in Dresden mit Gästen aus Großbritannien

Jedes Jahr am 13. Februar und am 14. November gedenken beide Städte ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Delegationen aus den Städten, Zeitzeugengespräche und Workshops und die Dresdner Menschenkette gehören dazu. Coventry nennt sich "City of Peace and Reconciliation" ("Stadt des Friedens und der Versöhnung" und arbeitet weltweit in diesem Sinne. In Dresden widmete sich über viele Jahre u. a. die Interessengemeinschaft "IG 13. Februar 1945" e.V., heute MEMORARE PACEM.Gesellschaft für Friedenskultur e. V., der historischen Aufarbeitung der Zerstörung Dresdens. Der Verein hat ein starkes Netzwerk mit Partnern in anderen zerstörten Städten Europas aufgebaut. So pflegt er beispielsweise auch intensive Kontakte u. a. zur Coventry University, zu Historikern und Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges in Coventry und in anderen Städten - vom gemeinsamen Gedenken bis hin zum Engagement für Frieden und Demokratie.

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