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https://www.dresden.de/de/leben/schulen/schulen-in-dresden/berufsbildende-schulen-in-dresden.php 04.11.2016 09:22:34 Uhr 20.11.2017 21:55:18 Uhr

Arten und Merkmale berufsbildender Schulen

Berufsbildende Schulen sind Berufs-, Berufsfach-, Fach- und Fachoberschulen sowie Berufliche Gymnasien. Sie werden in Dresden zum Teil auch unter dem Dach »Berufliche Schulzentren« geführt.
In der Stadt gibt es kommunale Berufliche Schulzentren und Berufsbildende Schulen öffentlicher und freier Träger. Rund 180 Ausbildungsberufe sind im Angebot. An Fachoberschulen und Beruflichen Gymnasien wird in der Regel kein Berufsabschluss erreicht.

Etwa ein halbes Jahr vor Beginn der Lehre, meist mit dem Halbjahreszeugnis der 10. Klasse bis zum 31. März, manchmal jedoch noch eher, ist die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erforderlich. Deshalb ist rechtzeitiges Informieren über Angebote, Termine und besondere Anforderungen (z.B. Berufstauglichkeitsuntersuchung, Bewerbungsunterlagen) sehr wichtig.

Berufsschulen

Meist unmittelbar nach Erlangung des Hauptschul- oder Realschulabschlusses, also nach der neunten oder zehnten Klasse, erlernen Jugendliche einen Beruf in der »dualen Berufsausbildung«. Das bedeutet: Ausbildungsbetrieb (praktische Ausbildung) und Berufsschule (theoretische Ausbildung) wirken in der Ausbildungszeit eng zusammen. Die Berufsschule hat dabei die Aufgabe, berufstheoretische Kenntnisse zu vermitteln sowie die Allgemeinbildung zu festigen und zu erweitern. Wie lange sie besucht werden muss, hängt von der Ausbildungsdauer ab; es können zwei bis dreieinhalb Jahre sein.
Der Berufsschulbesuch gliedert sich in Grund- (ein Jahr Grundausbildung) und Fachstufe (Fachklassen für einzelne oder verwandte Berufe). Beide Stufen werden in der Regel als Teilzeitunterricht an einzelnen Unterrichtstagen oder in zusammenhängenden Abschnitten als Blockunterricht absolviert. Die an Berufsschulen erreichten Abschlüsse sind bundesweit anerkannt.

Berufsgrundbildungsjahr

Die Berufsschulpflicht regelt, dass Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz Möglichkeiten zur beruflichen Bildung eröffnet werden. Sie absolvieren ein »Berufsgrundbildungsjahr«, eignen sich in dieser Zeit an einer Berufsschule Grundlagen in einem von fünf zur Auswahl stehenden »Berufsfeldern« an: Wirtschaft/Verwaltung, Metalltechnik, Ernährung/Hauswirtschaft, Hauswirtschaft/ Körperpflege und Bautechnik. Dieses Jahr kann auf eine spätere Berufsausbildung in einem entsprechenden Beruf angerechnet werden.

Berufsvorbereitungsjahr

Schüler, die weder ein Ausbildungsverhältnis eingegangen sind noch den Hauptschulabschluss erreicht haben, absolvieren ein »Berufsvorbereitungsjahr«. Es dient dazu, Jugendliche bei ihrer Berufswahl zu unterstützen und auf die Aufnahme einer Berufsausbildung vorzubereiten. Mit der regelmäßigen Teilnahme wird die Berufsschulpflicht erfüllt. Bei erfolgreicher Beendigung des Berufsvorbereitungsjahres erhält der Teilnehmer den Hauptschulabschluss; ein Berufsabschluss wird jedoch nicht erreicht.
Nach dem »Berufsvorbereitungsjahr« ist für den Jugendlichen keine weitere Berufsschulpflicht erforderlich, es sei denn, ein Ausbildungsverhältnis schließt sich an.
Seit dem Schuljahr 2007/2008 erhalten die Jugendlichen zusätzlich eine sozialpädagogische Betreuung. Damit sollen Lernbereitschaft und Berufswahlreife individuell gefördert und Benachteiligungen beim Übergang von der Schule zum Beruf vermieden werden.

Berufsfachschulen

Der Besuch einer Berufsfachschule erfolgt unabhängig von einem betrieblichen Ausbildungsplatz. Vorausgesetzt wird meistens ein Realschulabschluss, einige Berufe können auch mit einem Hauptschulabschluss erlernt werden. Berufsfachschulen sind berufliche Vollzeitschulen in der Erstausbildung. Sie übernehmen die Berufsausbildung der Jugendlichen.
Die Ausbildung umfasst allgemein bildenden und fachlichen Unterricht und wird in der Regel nach zwei bis drei Jahren mit einem Ausbildungsberuf (z.B. Internationale/r Touristikassistent/in) abgeschlossen.

Fachschulen

Die Fachschule baut auf einem Berufsabschluss und entsprechender berufspraktischer Tätigkeit auf. Sie führt durch Erweiterung und Vertiefung beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten zu einem höherwertigen beruflichen Abschluss. Als zusätzlicher schulischer Abschluss kann die »Fachhochschulreife«« erworben werden. Die Ausbildung an der Fachschule führt zu einem bundesweit anerkannten Abschluss.

Fachoberschulen

Ziel der Fachoberschule ist die Erlangung der »Fachhochschulreife«, nicht der Abschluss in einem Ausbildungsberuf. Sie bietet jedoch sechs berufsspezifische Richtungen an:
Wirtschaft/Verwaltung, Technik, Sozialwesen, Agrarwirtschaft/Ernährung, Agrarwirtschaft/Umweltschutz und Gestaltung. Auf der Grundlage eines Realschul- oder eines gleichwertigen Abschlusses ist die Aufnahme an einer Fachoberschule möglich. Schließt sich der Besuch der Fachoberschule unmittelbar an einen Realschulabschluss an, dauert er zwei Jahre. Direkt in das zweite Jahr der Fachoberschule können Bewerber mit Realschulabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung aufgenommen werden.
Fachoberschulen können zusätzlich »Vorbereitungsklassen« führen, deren Besuch die Erlangung der »Fachschulreife« (mittlerer Bildungsabschluss) ermöglicht.

Berufliche Gymnasien

Schüler mit Realschul- oder gleichwertigem Abschluss, die sich für die »allgemeine Hochschulreife« (Abitur) interessieren, können diese nach drei Jahren (Jahrgangsstufe 11 als Einführungsphase und Jahrgangsstufen 12 und 13) an einem Beruflichen Gymnasium erwerben.
Ein Abschluss in einem Ausbildungsberuf parallel dazu erfolgt nicht. Angeboten werden jedoch fünf berufsspezifische Richtungen: Wirtschaftswissenschaft, Technikwissenschaft, Gesundheit, Ernährungswissenschaft/ Biotechnologie und Agrarwirtschaft/Biotechnologie.

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