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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/klima-und-energie/klima-von-dresden/klima-region/Klima_Windverhaeltnisse.php 18.01.2024 15:51:35 Uhr 23.04.2024 07:10:19 Uhr

Windverhältnisse

Im Vergleich zu anderen Ballungsräumen in Beckenlage, wie Erfurt und Stuttgart, ist Dresden relativ gut durchlüftet, bedingt durch den starken orographischen Einfluss auf das Windfeld. Die großräumige Anströmung erfolgt im Mittel aus West-Südwest entsprechend der Lage des Stadtgebiets in der Westwindzone. Die mittlere Windgeschwindigkeit im Jahr beträgt 3,5 Meter pro Sekunde.

In Tallage erfährt die Strömung eine Ablenkung entsprechend des Talverlaufes nach Südost. Die kanalisierende Wirkung des Elbtals wird umso deutlicher erkennbar, je tiefer und enger die Talsohle. Im Elbtal werden daher zwei Windrichtungsmaxima gemessen: ein stärkeres bei südöstlichen, ein etwas schwächeres bei nordwestlichen Richtungen. Die Windgeschwindigkeit ist hier aufgrund des Taleinschnittes und aufgrund der Bebauung deutlich reduziert. Die Windgeschwindigkeit beträgt an der Messstation im Botanischen Garten im Jahresmittel nur 1 Meter pro Sekunde.

Der Böhmische Wind

Im Elbtal werden daher zwei Windrichtungsmaxima gemessen: ein stärkeres bei südöstlichen, ein etwas schwächeres bei nordwestlichen Richtungen. Der für Dresden typische, vorwiegend im Winter auftretende „böhmische Wind“ verstärkt das Windrichtungsmaximum aus Südost. Der Böhmische Wind tritt auf, wenn sich über dem östlichen Mitteleuropa ein Hochdruckgebiet befindet und über den angrenzenden westlichen bzw. nördlichen Regionen tieferer Luftdruck. Der Luftdruckunterschied sorgt für eine Ausgleichströmung vom hohen zum niedrigeren Luftdruck. Je nach Lage des Hochdruckzentrums ist der Wind entweder in Bayern oder aber in Sachsen zu spüren. Im Winter sorgt der Böhmische Wind für frostige Temperaturen in Dresden. Das Böhmische Becken wird dann zunehmend mit Kaltluft aufgefüllt, welche durch die Begrenzung der Randgebirge nicht abfließen kann. Nur dort, wo die Gebirge Pässe oder Durchbruchstäler haben, ist ein Druckausgleich möglich. Dort strömt die kalte Luftmasse als böiger Fallwind aus dem Böhmischen Becken nordwärts über die Kämme des Erzgebirges ins Elbtal. Bis Anfang der 90er Jahre wurden mit dem aus Böhmen kommenden Südostwind starke Luftverunreinigungen (Schwefeldioxid, Kohlenwasserstoffverbindungen, Ruß und Stäube) nach Sachsen und auch Dresden getragen. Dank der Umsetzungen von Richtlinien und Einhaltung von Emissionsgrenzwerten verbesserte sich die Luftqualität seitdem jedoch spürbar.

Weitere Informationen zum Böhmischen Wind stellt der Deutsche Wetterdienst zur Verfügung:
Böhmischer Wind

Die mittlere Windgeschwindigkeit

orange-rote Stadtkarte von Dresden
Kartenausschnitt zu den Wind- und Durchlüftungsverhältnissen

Die mittlere jährliche Windgeschwindigkeit des bodennahen Windfeldes über dem Dresdner Stadtgebiet sowie die mittlere Windrichtungshäufigkeitsverteilung sind als Karte im städtischen Themenstadtplan dargestellt. Grundlage der Karte bilden Simulationen der Strömungsverhältnisse mit dem Modell METRAS-PC, die im Rahmen eines Stadtklimagutachtens durch das Ingenieurbüro Lohmeyer GmbH & Co. KG durchgeführt wurden. Der Darstellungsmaßstab beträgt in dieser Karte 1:50 000.

Eine ausführliche Kartenbeschreibung zu den Wind- und Durchlüftungsverhältnissen liegt zum Download bereit:
Erläuterungen abrufen (*.pdf, 32 KB) 

Die Kaltluft

blau-lila Stadtkarte von Dresden mit vielen pinken Pfeilen
Kartenausschnitt zu den Kaltluftverhältnissen in Strahlungsnächten

Neben dem beschriebenen Elbtalwind sind die Zuflüsse von Kaltluft für das Dresdner Stadtklima von entscheidender Bedeutung. Kaltluft wird nachts auf den unbebauten Hochflächen produziert. Aufgrund der höheren dichte der kalten Luft strömt sie über Quer- und Seitentäler ins Elbtal und ins Stadtgebiet. Dort sorgt sie sowohl für eine Abmilderung des nächtlichen Überwärmungseffekts als auch für eine Verdünnung der mit Schadstoffen angereicherten Stadtluft. In windschwachen, wolkenarmen Nächten treten diese Kaltluftprozesse am deutlichsten hervor.

Die für Strahlungsnächte typischen Kaltluftprozesse für das Stadtgebiet werden in drei Einzelkarten für die Zeitpunkte Sonnenuntergang, Mitternacht und Sonnenaufgang im Themenstadtplan gezeigt. Dabei sind jeweils die Kaltluftschichtdicke und der spezifische Kaltluftvolumenstrom sowie für Sonnenuntergang und Mitternacht die Fließgeschwindigkeit der Kaltluft dargestellt. Durch Pfeile werden die Fließrichtungen und die Volumenströme visualisiert. Die Simulationen erfolgten mit dem Kaltluftmodell KALM (Ing. Büro Lohmeyer GmbH).

Kartenbeschreibung zu Kaltluftverhältnissen in Strahlungsnächten:
Erläuterungen abrufen (*.pdf, 28 KB)