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https://www.dresden.de/de/stadtraum/planen/stadtentwicklung/stadtplanung/rahmenplaene/masterplan-leipziger-vorstadt.php 14.02.2022 11:46:18 Uhr 06.10.2022 16:27:09 Uhr
Luftbild des Projektgebiets Leipziger Vorstadt/Neustädter Hafen Dresden
© Luftbildvertrieb Monika Müller (www.luftbildvertrieb-mueller.de)

Masterplan Leipziger Vorstadt/Neustädter Hafen

Hintergrund

Das Gebiet Leipziger Vorstadt/Neustädter Hafen, nordwestlich der Dresdner Innenstadt und zwischen Elbe und den dicht besiedelten Stadtteilen Pieschen, Hechtviertel und der Dresdner Neustadt gelegen, stellt für die Landeshauptstadt Dresden ein besonderes Entwicklungspotential dar. Es besteht die seltene Gelegenheit, ein recht großes und gleichwohl nah am Stadtzentrum gelegenes Gebiet neu zu ordnen.

Im Gebiet sind bedeutende Kapitel der Dresdner Stadtgeschichte (z.B. Entwicklung der Arzneimittelproduktion, erstes Schlachthofareal zur Versorgung der rasch wachsenden Stadtbevölkerung, Bahnanlagen, Umschlagplatz zwischen den Verkehrswegen Wasser und Schiene, Produktionsstandorte seinerzeit namhafter Unternehmen etc.) räumlich verankert. Spuren dieser Entwicklung sind noch an vielen Stellen vorzufinden.

Die Flächen, die lange Zeit vorwiegend gewerblich und logistisch genutzt wurden, sind von ihren früheren Betreibern zum Teil aufgegeben, inzwischen anders genutzt oder an zeitlich wechselnde Zwischennutzer vergeben. Teile der Flächen liegen brach oder wurden bereits einer städtebaulichen Neuetwicklung zugeführt.

Masterplan - Was ist das?

Mit den Begriffen „Masterplan“ oder „Rahmenplan“ wird ein nicht rechtsverbindliches, gesetzlich nicht geregeltes aber durchaus bewährtes Instrument der Stadtplanung verstanden. Es dient der Darstellung von Leitideen für größere zusammenhängende Stadtteile oder Gebiete. In der Stadtplanung besteht immer die Notwendigkeit, verschiedene Fachdisziplinen zusammenzuführen. Diese Aufgabe kann mit Hilfe eines Masterplanes oder Rahmenplanes deutlich erleichtert werden. Damit wird die Arbeit an den (in der Regel nachfolgenden) präziseren und rechtsverbindlichen Bebauungsplänen vorbereitet und unterstützt. 

Im Zuge der Erstellung eines Masterplanes/Rahmenplanes werden auf kommunalpolitischer Ebene unter Fachleuten und nicht zuletzt mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern Leitgedanken für die Entwicklung eines Gebietes diskutiert. Die Leitgedanken fließen in die nachfolgenden Pläne ein. Dass die Ausgestaltung eines Bauvorhabens mit einem Masterplan nicht rechtsverbindlich geregelt werden kann, bedeutet auch, dass die bildlichen Darstellungen in Master- oder Rahmenplänen eher symbolischen Charakter besitzen, wenn nicht von vornherein eine abstrakte Darstellungsweise gewählt wird.

Verfahren

Der Masterplan Leipziger Vorstadt/Neustädter Hafen wurde am 28. Juni 2018 vom Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden zur Kenntnis genommen und gebilligt. 

Der Masterplan Nr. 786.1 Leipziger Vorstadt/Neustädter Hafen in Gestalt der Variante 1 bildet nun die stadtentwicklungspolitische Zielsetzung für das Bearbeitungsgebiet. Er stellt die Grundlage für die Bauleitplanung (Bebauungspläne, ggf. vorhabenbezogene Bebauungspläne) im Gebiet dar.  

Im Zuge der Erarbeitung des Masterplanes Leipziger Vorstadt/ Neustädter Hafen fand eine umfassende Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger statt. Die Anregungen und Stellungnahmen aller Beteiligten wurden in das Planwerk eingearbeitet. Aufgabe war und ist es, unterschiedliche Interessen zusammen zu führen und einen weitreichenden Konsens in der Stadtgesellschaft zu finden.  

 

Verbindlichkeit der Ziele 

Der Geltungsbereich des Masterplanes umfasst eine Fläche von 53,2 ha. Innerhalb des Geltungsbereiches des Masterplanes wurden bereits einzelne Bebauungspläne aufgestellt und somit die baurechtlichen Voraussetzungen für eine hochbauliche Entwicklung geschaffen. Die noch im Verfahren befindlichen Bebauungspläne ruhen und entfalten keine Rechtswirkung.

Teilprojekte

Schulcampus und Grünzug Gehestraße

Für die innerhalb des Stadtbezirks Pieschen gelegene Fläche wurde im Jahr 2014 ein formeller Planungswettbewerb durchgeführt. Ziel war trotz der geringen Flächengröße einen Schulcampus für ein fünfzügiges Gymnasium und eine fünfzügige Oberschule sowie einen öffentlichen Grünzug entlang der Gehestraße zu realisieren. Der auf Basis des Siegerentwurfs erarbeitete Bebauungsplan wurde im Jahr 2015 durch den Stadtrat als Satzung beschlossen. Nach mehrjähriger Bauphase konnte der Schulcampus im Sommer 2019 eröffnet werden. Im Jahr 2020 folgte der Grünzug, der sich in verschiedene Aktivitäts- und Erholungsbereiche gliedert und so die unterschiedlichen Alters- und Bevölkerungsgruppen anspricht.



Leipziger Straße/Alexander-Puschkin-Platz

Im Ergebnis eines 2005 durchgeführten Werkstattverfahrens (Projektbezeichnung „Elbviertel“) wurde ein Bauleitplanverfahren (Aufstellung des Bebauungsplanes B 357C) durchgeführt. Die Öffentlichkeit wurde im Zuge der Planaufstellung beteiligt und die Ergebnisse in den Bebauungsplan eingearbeitet. Der Bebauungsplan B 357C hat Ende April 2018 Rechtskraft erlangt. 2021 wurde ein vereinfachtes Änderungsverfahren erfolgreich durchgeführt. Aktuell erfolgt die Umsetzung der Planung. 

Leipziger Straße/Neustädter Hafen

Nicht zuletzt aufgrund der unmittelbaren zeitlichen Nähe zum Hochwasserereignis im Sommer 2013 entwickelte sich eine lebhafte Diskussion zu diesem Plangebiet. In Auswertung dieser Diskussion und auch inzwischen gewonnenen Erkenntnissen folgend, wurde dieses Planwerk überabeitet. Im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplanes B 357B (Leipziger Straße/Neustädter Hafen) fand eine öffentliche Diskussion des Projektes statt. Im Interesse einer angemessenen stadtgestalterischen Lösung wurden Werkstattverfahren durchgeführt und der Bebauungsplan B 357B entsprechend überarbeitet. Der Entwurf des überarbeiteten Bebauungsplanes wurde Ende 2017 offengelegt. Der Bebauungsplan hat Ende April 2020 Rechtskraft erlangt. Aktuell erfolgt die Umsetzung unter dem Titel „Hafencity Dresden“.



Alter Leipziger Bahnhof

Das für die Stadt bedeutsame, aber in großen Teilen brachgefallene Areal liegt in der Leipziger Vorstadt Ost zwischen Eisenbahnstraße, Leipziger Straße, Erfurter Straße und dem angrenzenden Bahndamm in südöstlicher Richtung. Vor dem Hintergrund eines erhöhten Bedarfs an Wohn- und Arbeitsstätten soll es zu einem gemischt genutzten, kleinteiligen und durchgrünten Stadtquartier mit hoher Aufenthaltsqualität bei Wahrung der örtlichen Identität umgestaltet werden.

Aktuell startet das Amt für Stadtplanung und Mobilität hierzu unter dem Titel Kooperative Quartiersentwicklung - „Alter Leipziger Bahnhof“ eine umfassende städtebauliche und freiraumplanerische Neuordnung. 

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