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Meldung vom 23.04.2021

Schalenbrunnen sprudelt jetzt auf dem Dippoldiswalder Platz

Weiterer Teil des westlichen Promenadenrings fertig

Der westliche Promenadenring um das Stadtzentrum hat am Dippoldiswalder Platz ein besonderes Schmuckstück bekommen: den wiederaufgebauten, denkmalgeschützten Schalenbrunnen der Dresdner Künstlerin Leoni Wirth (1935-2012). Ihr Sohn Dr. Hans Wirth und Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen weihten heute, Freitag, 23. April 2021, gemeinsam den Brunnen ein.

„Mit dem Schalenbrunnen auf dem neu gestalteten Dippoldiswalder Platz wird künftig jeder Platz entlang des westlichen Promenadenabschnittes durch eine Brunnenanlage charakterisiert. Durch die Wiedererrichtung des Brunnens konnten wir ein Zeugnis der Ostmoderne sichern und einen besonderen Höhepunkt für den Promenadenring schaffen. Das Wasserspiel belebt den Platz und lädt zum Flanieren auf dem grünen Innenstadtring ein. Von den neu aufgestellten Bänken kann man den Blick auf den Brunnen genießen und dem Rauschen des Wassers zu lauschen. Besonders möchte ich den Anwohnerinnen und Anwohnern für ihre Geduld und ihr Verständnis während der Bauarbeiten danken“, so Jähnigen.

Geschaffen hat den Schalenbrunnen Leoni Wirth 1969 für die Prager Straße. Nach dem Hochwasser im Jahr 2002 wurde er abgebaut und im Lapidarium eingelagert. Im Jahr 2017 beschlossen die Stadträte den Wiederaufbau des Schalenbrunnens am Dippoldiswalder Platz. „Der Brunnen passt zur benachbarten Bebauung aus den 1970er Jahren. Ich bin glücklich, dass endlich ein neuer Standort für den Schalenbrunnen gefunden wurde. Meine Mutter wäre damit einverstanden gewesen“, freut sich Dr. Hans Wirth.

Die Restaurierung und Reparatur der Brunnenschalen oblag der Firma Bergmann. Alexander Bergmann führt die ehemalige Kunstschmiede in dritter Generation weiter. Sein Vater und Großvater wirkten unter anderem an den Brunnen auf der Prager Straße mit.

Schalenbrunnen Dippoldiswalder Platz

Zahlen und Fakten zum Schalenbrunnen

Der Schalenbrunnen hat eine Beckengröße von 22,90 Metern Länge und 10,80 Metern Breite. Die Wassertiefe beträgt zwischen 15 bis 25 Zentimetern. Die zehn Brunnenschalen sind aus Edelstahl. Höhe und Durchmesser der Schalen sind unterschiedlich. Unter den Schalen befinden sich zehn LED-Bodenstrahler, die bei Dunkelheit für eine besondere Beleuchtung des Brunnens sorgen. Acht separat steuerbare Pumpen sorgen dafür, dass das Wasser sprudeln kann. Die gesamte Technik, die zum Betrieb des Brunnens und zur Wasseraufbereitung notwendig ist, befindet sich in einem unterirdischen Pumpenschacht. Dank zahlreicher Sensoren und Softwaresteuerung läuft der Brunnen voll automatisch. Der Brunnen ist von April bis Oktober in der Zeit von 10 bis 23 Uhr in Betrieb.

Der Dippoldiswalder Platz: Ein Ort zum Verweilen

Zentrum des 1.000 Quadratmeter großen Platzes bildet das von weitem sichtbare Brunnenbecken mit einer Wasserfläche von 220 Quadratmetern. Der anthrazitfarbene Beton des Brunnenrandes bildet eine gestalterische Einheit zu angrenzenden Teilen des Promenadenrings. Der Pflasterbelag des Platzes besteht aus Granitsteinen in changierenden Farben. Über eine neue Treppenanlage, die auch barrierefrei nutzbar ist, gelangt man zur angrenzenden Marienstraße. Abschluss des grünen Rahmens bilden zehn neu gepflanzte Linden in einer umarmenden Geste. Zur Gestaltung des Übergangs vom Platz zur Grünfläche wurden Stauden und Sträucher in begleitenden Bändern gepflanzt. Acht neue Bänke laden zum Verweilen ein. Für den Um- und Neubau des Platzes war ein knappes Jahr erforderlich. Weitere Monate Bauzeit waren nötig, um den Schalenbrunnen aufzubauen und funktionsfähig zu machen. Das gesamte Vorhaben wurde mit rund 540.000 Euro aus dem Haushalt der Stadt Dresden und mehr als einer Million Euro Fördermitteln aus dem Programm „Stadtumbau-Ost, Westlicher Innenstadtrand“ finanziert.

Der Promenadenring nimmt weiter Gestalt an

Die Anlage des Promenadenrings um die historische Altstadt ist ein strategisches Planungsziel aus dem Planungsleitbild Innenstadt von 2008. Entlang des früheren Verlaufes der historischen Festungsanlagen entstehen seit 2018 neue Aufenthaltsbereiche, Grünflächen und Promenaden unter Alleen, die das Stadtzentrum einfassen. Gleichzeitig verbindet der Promenadenring die Innenstadt mit dem umgebenden Stadtgebiet. Grundlage ist der Entwurf des Landschaftsarchitekturbüros plancontext aus Berlin, das 2016 als Sieger aus einem freiraumplanerischen Wettbewerb hervorgegangen ist.

Baubürgermeister Stephan Kühn freut sich über die städtebauliche Aufwertung entlang des Promenadenrings und blickt auf die nächste Etappe: „Der Baubeginn für den nächsten Abschnitt des Promenadenrings am südlichen Postplatz zwischen Annenstraße und Freiberger Straße ist für den 3. Mai 2021 geplant. Auch dort wird es Dank der Fördermittel des Bundes und des Freistaates Sachsen im Bereich der zitierten Stadtbefestigung ein Wasserspiel und ein Kunstobjekt geben. Dieser Bauabschnitt soll Anfang 2022 fertig sein. Wenn die beantragte Aufnahme in ein neues Städtebauförderprogramm erfolgreich ist, können wir mittelfristig auch den südlichen Abschnitt des Promenadenrings im Verlauf des Dr.-Külz-Ringes und den östlichen Abschnitt entlang der St. Petersburger Straße anlegen. Mit einer Förderentscheidung rechnen wir Ende 2021.“

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