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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2021/01/pm_043.php 28.01.2021 14:08:10 Uhr 06.03.2021 00:46:21 Uhr
Meldung vom 22.01.2021

Dresdner wünschen sich mehr Grün beim Warten

Ergebnisse der Befragung zur Hitzeanpassung von Haltestellen sind online

Zeichnung: Haltestelle mit Bäumen und bewachsenen Elementen
So könnte die Haltestelle „Julius-Vahlteich-Straße“ in Zukunft aussehen

Ab sofort können Interessierte die Ergebnisse der 2020 durchgeführten Umfrage „Heiß, heißer, Haltestelle?“ zur Hitzeanpassung von Haltestellen online einsehen. Im Ergebnisbericht unter www.heatresilientcity.de hat das Forschungsteam die 1.200 Rückmeldungen ausgewertet und zusammengefasst.
Wie sollen hitzeangepasste Haltestellen gestaltet werden? Was wünschen sich die Dresdnerinnen und Dresdner? Diesen Fragen nahm sich das Projektteam des Forschungsvorhabens HeatResilientCity an. Die Befragung im Frühling 2020 fand wegen der Corona-Pandemie nicht wie geplant in einem Vor-Ort-Workshop statt, sondern wurde, in Kooperation mit den Dresdner Verkehrsbetrieben, online durchgeführt. Die Teilnehmenden sollten die Planungsentwürfe für die Haltestellengestaltung bewerten.

„Das Warten an Haltestellen wird im Sommer von vielen als unangenehm empfunden: zu heiß, zu wenig Schatten. Das ergab bereits die stadtweite Klimaumfrage von 2017 und Befragungen in Gorbitz, dem Forschungsgebiet des Projekts HeatResilientCity“, erklärt Franziska Reinfried, Teilprojektleiterin und Meteorologin im Dresdner Umweltamt. „Die Fahrgäste erwarten von Haltestellen neben dem Schutz vor Niederschlag und Kälte auch Schutz vor Hitze und Sonneneinstrahlung im Sommer. Das soll vor allem durch Begrünung geschehen“, ergänzt sie.

Die vielen Fragen und Kommentare der Bürgerinnen und Bürger wurden in einem Katalog von etwa 120 Fragen zusammengefasst. Die Projektbeteiligten – das Dresdner Umweltamt, das ISP der Fachhochschule Erfurt, die Dresdner Verkehrsbetriebe und die Planungsgemeinschaft Blaurock/Dietzel Landschaftsarchitekten – standen Rede und Antwort. Auch dieser Katalog ist unter www.heatresilientcity.de einsehbar.

Für das konkrete Projekt an der Haltestelle „Julius-Vahlteich-Straße“ wünschen sich mehr als drei Viertel der Befragten die Pflanzung von Bäumen, Sträuchern oder Hecken. Über die Hälfte können sich auch Unterstände mit Dachbegrünung vorstellen. Rankgerüste mit Kletterpflanzen fanden weniger Anklang. Dagegen würden begrünte Gleise von rund zwei Drittel der Befragten gern gesehen. Letzteres wäre jedoch an der Julius-Vahlteich-Straße nicht umsetzbar, da das Gleisbett auch von Linienbussen genutzt wird.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landschaftsarchitekturbüros haben die Ergebnisse der Online-Befragung in ihre weiteren Planungen übernommen“, erläutert Franziska Reinfried. „Aktuell wird die Genehmigungsplanung abgestimmt. Danach wird die DVB die Ausführung übernehmen.“

Hintergrund

Das Projekt „HeatResilientCity“ (Hitzeresiliente Stadt- und Quartiersentwicklung in Großstädten am Beispiel von Dresden und Erfurt) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Vorhaben der „Leitinitiative Zukunftsstadt“ im Themenbereich „Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region“ gefördert. Für die Laufzeit erhalten die Projektpartner insgesamt rund 2,5 Millionen Euro. Wissenschaftliche Partner sind das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (Verbundkoordination), das Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation der Fachhochschule Erfurt (ISP), das Institut für Hydrologie und Meteorologie der Technischen Universität Dresden und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden. Praxispartner sind das Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden, das Umwelt- und Naturschutzamt der Landeshauptstadt Erfurt sowie die Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft Dresden.

An der Online-Befragung von Mai bis Ende Juni 2020 nahmen genau 1.210 Dresdnerinnen und Dresdner im Alter von 11 bis 83 Jahren teil. Davon stammten 175 aus Gorbitz, wo das Pilotprojekt „Hitzeresiliente Haltestelle“ an der Julius-Vahlteich-Straße umgesetzt werden soll. Weitere Informationen zum Projekt sind zu finden unter www.heatresilientcity.de

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