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15.02.2019

Stahlfachwerk-Brücke im Alberthafen wird saniert

Brückengerüst
Prof. Koettnitz mit Foto auf der Baustelle Brücke Alberthafen

Die Landeshauptstadt Dresden lässt bis Sommer 2020 die Stahlfachwerk-Brücke im Alberthafen für rund 2,4 Millionen Euro sanieren. Das Bauwerk aus dem Jahr 1893 überspannt die Hafenzufahrt für Schiffe und ist Teil des linksseitigen Elberadweges.

Der erste Bauabschnitt, etwa die erste Hälfte der Brücke, ist derzeit komplett eingerüstet und das Gerüst luftdicht verklebt. Das Gerüst besteht aus sechs Gerüstebenen A - F. Da sich im alten Farbanstrich Bleimennige befindet, von der nach heutigem Standard eine Gesundheitsgefährdung ausgeht, mussten die Bauleute für die Strahlarbeiten Schutzanzüge und Atemmasken tragen. Am Dienstag, 12. Februar 2019, konnten sie die etwa sechs Monate andauernden Strahlarbeiten abschließen und die Reinigungsarbeiten beginnen.

Ab Montag, 18. Februar 2019, folgen die Instandsetzungsarbeiten mit dem Stahlbau in der oberen Ebene F. Dabei werden stark geschädigte Stahlteile ausgetauscht und Niete durch Passschrauben ersetzt. Danach sind Fugen zu schließen und der Korrosionsschutz aus insgesamt vier Anstrichen herzustellen. Eine Besonderheit sind die verbleibenden Buckelbleche im alten Fahrbahnbereich der Brücke. Hier sind neben den Korrosionsschutzarbeiten noch Schweißarbeiten zum Anbringen von Tropftüllen und der Austausch von stark verrosteten Teilen notwendig. Je nach Wetterlage werden die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt bis Ostern 2019 abgeschlossen sein. Eine Beheizung ist nur bedingt möglich, da Kondenswasser nicht erwünscht und Mindesttemperaturen über 0 Grad Celsius auch auf den Stahlbauteilen erreicht werden müssen.

Der zweite Bauabschnitt beginnt mit dem Rückbau des Gerüstes. Diese Arbeiten und der Wiederaufbau auf der zweiten Brückenhälfte werden acht Wochen in Anspruch nehmen. Der zweite Bauabschnitt wird voraussichtlich Ende April 2019 beginnen und Anfang März 2020 abgeschlossen sein.

Danach müssen die Kammerwände - das sind die Rückwände an den Widerlagern - neu gebaut, die neue Fahrbahnplatte für den Radweg auf der Brücke montiert, die beweglichen Lager und die Hilfskonstruktion erneuert und der Anschluss des Elberadweges hergestellt werden. Außerdem wird eine Zaunanlage entlang des öffentlichen Elberadweges für die Abtrennung zum privaten Hafengelände aufgebaut.

*) Strahlarbeiten mit festem Strahlmittel werden umgangssprachlich als Sandstrahlen bezeichnet. Hierbei wird mittels Druckluft ein starker Luftstrahl erzeugt, der das Strahlmittel (Schlacke) beschleunigt und auf die Oberfläche eines Werkstückes bläst. Das Strahlmittel trifft zusammen mit dem Luftstrahl mit hoher Geschwindigkeit von über 200 km/h auf die zu behandelnde Oberfläche. Aufgrund der dadurch entstehenden Schleifwirkung wird die Stahloberfläche von allen Anhaftungen, wie Rost, Verschmutzungen, Farbe und Zunder befreit. Der namensgebende Quarzsand ist wegen der durch den feinen Staub verursachten Silikose nicht mehr als Strahlmittel zugelassen. Durch das Strahlen entsteht eine hohe Staubbelastung. Wegen der ursprünglich verwendeten bleihaltigen Anstrichstoffe (Bleimennige) ist dieser Staub gesundheitsgefährdend, weshalb die gesamte Konstruktion staubdicht eingehüllt ist und nur unter besonderen Arbeitsschutzbedingungen mit Atemmaske und Schutzanzug betreten werden darf.

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