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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2017/04/pm_082.php 28.04.2017 12:34:02 Uhr 23.05.2017 18:50:36 Uhr
26.04.2017

Uwe Kolbe wird neuer Stadtschreiber

Geplante Antrittsvorlesung am 21. Juni im Kulturpalast

Uwe Kolbe heißt der neue Dresdner Stadtschreiber. Unter den zahlreichen Bewerbern hat sich eine unabhängige Jury für die Nominierung des Hamburger Autors entschieden. Seine Antrittslesung ist für den 21. Juni, 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek der Städtischen Bibliotheken im Kulturpalast geplant.

In der Begründung der Jury heißt es: „Er ist einer der bedeutendsten und renommiertesten deutschen Lyriker der Gegenwart. Seine Werke leben von Verfremdung und - auch in der Prosa - von starken, nahezu expressionistischen Bildern, mit ihnen kann er das Gefühl einer Generation ausdrücken und vor allem bringen sie einen neuen Ton in die literarische Landschaft. Uwe Kolbe versteht es, auf meisterliche Art mit dem Fundus einer ‚Dresden-Literatur‘ zu spielen - von E. T. A. Hoffmann bis zur ‚Sächsischen Dichterschule‘. Die Originalität seiner eingereichten Texte aus seinem Romanerstling ‚Die Lüge‘ zeugen von höchster literarischer Qualität und Komplexität ebenso wie von der Kenntnis und einem kritischen Blick auf zwei Gesellschaftssysteme. Der Autor lädt mit seinem Roman ein, die ehemalige DDR zu verstehen, zerstört mit ihm gleichzeitig aber auch jegliche Ostalgie.“

Eines seiner Vorhaben als Dresdner Stadtschreiber hat einen sehr klaren Bezug zur Stadt. Der Autor schreibt dazu: „Andererseits würde ich, wenn ich die Gelegenheit bekäme, in Dresden gern ernstmachen mit einem Buchvorhaben, das formal noch offen ist, aber Inspiration aus Stadt, Fluss und Landschaft beziehen könnte … E. T. A. Hoffmanns Schlangen mit Wenzels Doppelkrone auf dem Grund der Elbe deuten die Richtung an, in die es gehen könnte.“
Nicht nur die Mitglieder der Jury sind auf das oder die neuen Werke Uwe Kolbes gespannt, die unter dem Einfluss seiner Tätigkeit in Dresden das Licht der Welt erblicken werden.

Uwe Kolbe

wurde 1957 in Ostberlin geboren, übersiedelte 1988 nach Hamburg, wo er heute, nach Jahren in Tübingen und Berlin, wieder lebt. Seit 2007 war er mehrfach als „Poet in Residence“ in den USA. Für seine Arbeit wurde er u. a. mit dem Stipendium der Villa Massimo, dem Preis der Literaturhäuser, dem Heinrich-Mann-Preis und dem Lyrikpreis Meran ausgezeichnet. Zuletzt erschienen die Gedichtbände „Lietzenlieder“ (2012) und „Gegenreden“ (2015), der Roman „Die Lüge“ (2014) und der Essay „Brecht. Rollenmodell eines Dichters“ (2016) - alle bei S. Fischer in Frankfurt/M. erschienen.

Hintergrund

Die Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden vergibt dieses Literaturstipendium in diesem Jahr zum 22. Mal, es wird jährlich gemeinsam mit der Landeshauptstadt Dresden ausgelobt. Das Stadtschreiberstipendium bietet deutschsprachigen Autoren die Möglichkeit, für sechs Monate in Dresden zu leben und zu arbeiten. Dabei wird dem Stadtschreiber neben einer monatlichen finanziellen Unterstützung auch eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Die Autoren sind in das kulturelle Geschehen vor Ort eingebunden und tragen beispielsweise durch Lesungen zur dessen weiteren Vielfalt und Wahrnehmung in der Öffentlichkeit bei.

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