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04.04.2017

Nach den ersten Akustikproben – Wie klingt es im neuen Konzertsaal im Kulturpalast?

In der vergangenen Woche hatten Chefdirigent Michael Sanderling und die Dresdner Philharmonie zum ersten Mal Gelegenheit, in ihrer neuen „Heimstatt“, der Bühne des Konzertsaales im Kulturpalast, Platz zu nehmen und sich einen räumlichen und klanglichen Eindruck zu verschaffen.
In einem jahrelangen intensiven Prozess haben die Akustikingenieure des Akustikbüros Peutz gemeinsam mit den Architekten von Gerkan, Marg und Partner und Musikerinnen und Musikern der Dresdner Philharmonie an dem großen Ziel gearbeitet: Einen akustisch erstklassigen Saal zu schaffen, der den spezifischen Klang des Orchesters optimal transportiert und dem Publikum auch optisch ein hochwertiges Raumerlebnis garantiert. Alle Beteiligten sind sich einig: das Ergebnis überzeugt!

Michael Sanderling, Chefdirigent der Dresdner Philharmonie:

„Der Saal ist überwältigend. Er besticht durch seine Wärme und akustische Geborgenheit. Für die Philharmonie und für Dresden ist er ein ganz großes Geschenk – es ist der erste reine Konzertsaal in der Geschichte der Musikstadt Dresden. In einem Haus der Künste und des Wissens im Herzen der Stadt erhält Dresden einen erstklassigen Konzertsaal, der sich ästhetisch und vor allem akustisch in die Reihe der sehr guten Säle Europas integrieren wird.

Die fünf Jahre ‚unterwegs‘ waren für unser Orchester sehr anstrengend, aber eben auch charakterbildend. Diese Jahre waren für das Zusammenspiel des Orchesters eine große Herausforderung. Es ist uns gelungen, von dieser fünfjährigen Tournee durch Dresden und die Welt und all den damit zusammenhängenden Schwierigkeiten zu profitieren. Das Orchester hat an Flexibilität in der Tonsprache und an schneller Umsetzung gewonnen. Unsere akustisch neue und geschichtlich alte Heimstätte ermöglicht nun dem Orchester eine weitere Qualitätsentwicklung. Gespannt sind wir natürlich auf unsere Kolleginnen und Kollegen aus den inter- und nationalen Spitzenorchestern, die während der Dresdner Musikfestspiele 2017 und zu Beginn der neuen Spielzeit mit uns den Saal akustisch entdecken und mit Leben füllen werden.“

Frauke Roth, Intendantin der Dresdner Philharmonie:

„Jedes Instrument braucht einen Resonanzkörper! Dieser Saal ist für die Dresdner Philharmonie der Resonanzraum unseres besonderen ‚Dresdner Klangs‘. Von diesem Ort aus wird er ausstrahlen und sowohl unser Publikum als auch unsere Gäste aus aller Welt begeistern, dessen bin ich mir sicher.“

Prof. Wolfgang Hentrich, Erster Konzertmeister der Dresdner Philharmonie:

„Als ich zur ersten Probe in den Kulturpalast kam, war ich überwältigt: endlich haben wir hier in Dresden einen tollen Konzertsaal! Allein die Optik ist phänomenal. Als dann die ersten Klänge zu hören waren, habe ich weiter gestaunt. Der Saal hat einen fantastischen Orchestersound, der Klang ist kraftvoll und geschmeidig. Damit ist auf jeden Fall das größte Manko des alten Festsaales beseitigt, in dem, zumindest beim „normalen“ Klassikkonzert, trotz engagierten Spielens der Klang auf der Bühne stecken blieb. Für mich wohl die größte Überraschung: sowohl auf den letzten Reihen als auch hinter dem Orchester hört man das Orchester wunderbar, das habe ich bisher in fast keinem Saal erlebt. Ich bin allen, die sich für diesen Konzertsaal in den vergangenen Jahren engagiert haben, zutiefst dankbar. Und er kommt nun auch genau zum richtigen Zeitpunkt, um die als Kulturhauptstadt 2025 zu beflügeln!“

Christian Hellmund, Architekt (gmp· Architekten von Gerkan, Marg und Partner):

„Ein wichtiges Ziel für den Charakter des neuen Konzertsaales bestand darin, akustisch den traditionellen ‚warmen Dresdner Klang‘ zu erreichen, so wie es bereits in der Ausschreibung für den Wettbewerb formuliert war. Was genau unter diesem Schlagwort zu verstehen ist, dem haben wir uns – Architekten, Akustiker und Orchester – 2010 auf einer Konzertsaalreise angenähert. Im Vergleich der unterschiedlichen Spielstätten, die wir besucht haben, fanden dabei die Säle Anklang, die einen gewissermaßen mit Schall umhüllen. Für die akustische und architektonische Umsetzung bedeutete dies, dass wir ein großes Nachhallreservoir geschaffen haben, das den Klang lange im Raum zu halten vermag. Messungen bestätigen diesen Ansatz, man fühlt sich mittendrin in Raum und Musik.“

Margriet Lautenbach, Akustikbüro Peutz:

„Ein warmer und reicher, gleichzeitig jedoch transparenter Orchesterklang. Ein Saal, in dem sowohl die Musiker als auch die Zuhörer umgeben sind von Musik. Ein Saal, der das Instrument der Musiker ist. Genau das war die Zielsetzung zu Beginn des Projekts, das wir mit allen gemeinsam formuliert haben. In den Jahren der Planung wurde am Entwurf gearbeitet, er wurde angepasst und verändert, bis das Ziel erreicht war: Eine hervorragende Akustik in einem mit seiner Weinbergarchitektur attraktiven und angenehmen Raum, wie der Auftraggeber es sich gewünscht hatte. Die Geometrie im Saal ist die Basis der Akustik: die Höhe, die Breite, die Bühnengestaltung, die Downkicker der weißen Wände, die Publikumsanordnung und die Ausrichtung der Wand- und Deckenelemente. Mittels 3-D-Simulationen und eines Modells im Maßstab 1:10 wurde der akustische Entwurf entwickelt, durch Labormessungen und Messungen an Mustern im Bau wurden Sonderteile geprüft. Und jetzt ist er fertig, der neue Konzertsaal. Nach den letzten Akustikmessungen und den ersten Orchesterproben können wir sagen: Ziel erreicht!“

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