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07.03.2017

Zentraler Omnibusbahnhof mit Fahrradparkhaus am Wiener Platz bevorzugt

Standort an der Westseite punktet mit Anbindung und Komfort

Mit der rasanten Entwicklung des Fernbusverkehrs in Deutschland seit der Liberalisierung im Jahr 2013 steht auch Dresden vor der Aufgabe, ausreichende, sichere und zeitgemäße Haltestellen für Fernlinienbusse bereitzustellen. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain stellte heute, 7. März, gemeinsam mit Dr. Matthias Mohaupt,  Abteilungsleiter Verkehrsentwicklungsplanung im Stadtplanungsamt, das Ergebnis eines Vergleichs möglicher Standorte für einen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) vor. Verglichen wurden neben der Bayrischen Straße und dem ursprünglich vorgesehenen Wiener Platz-Westseite auch die Standorte Wiener Platz-Ostseite, Bahnhof Dresden-Neustadt, Flughafen Dresden sowie der Elbepark.

Das Ergebnis des Vergleiches zeigt, dass der ursprüngliche Standort Wiener Platz-Westseite weiter zu bevorzugen ist. „Der Wiener Platz, an dessen Westseite der ZOB und ein Fahrradparkhaus geplant sind, ist der zentrale Ankunftsort für den schienengebundenen Regional- und Fernverkehr und ist einer der Hauptumsteigepunkte des öffentlichen Personennahverkehrs in Dresden“, stellt Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain fest. „ZOB und Fahrradparkhaus ergänzen und qualifizieren diese Funktionen ideal. Zudem besitzt der ZOB mit dem zehn Meter hohen Fahrradparkhaus eine starke städtebauliche Komponente. Heute, wo der Wiener Platz an seiner Westseite noch vollkommen ungefasst in eine Brachfläche ausläuft, werden das Büro- und Geschäftshaus des Unternehmens Simmel und der markant ausgebildete ZOB mit dem Fahrradparkhaus an seinem Kopf dem Platzraum eine klare Fassung geben. Ein Unort wird sich in einen belebten Ort mit hoher Passantenfrequenz und einhergehender sozialer Kontrolle verwandeln“, erläutert Schmidt-Lamontain seinen städtebaulichen Ansatz.

Für den ZOB am Wiener Platz sprechen folgende  Gründe:

  • das Grundstück ist im Eigentum der Landeshauptstadt Dresden,
  • im vorhandenen Bebauungsplan für das Baufeld MK 1 ist die Errichtung eines ZOB enthalten,
  • eine Planung für einen ZOB liegt vor,
  • die Verknüpfung zwischen dem städtischem Nah-, dem Regional- und dem Fernverkehr ist gegeben,
  • der Standort ist zentral von der Innenstadt aus erreichbar,
  • die kurze Verbindung zum Hauptbahnhof ist über den Königseingang gegeben und
  • die Kapazitäts- und Sicherheitsprobleme sind dort lösbar.

Gespräche mit Fernbusunternehmen bestätigten diese Vorteile und den Wunsch nach einem zentrumsnahen ZOB zum Vorteil der Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs. Es sollen mindestens zehn barrierefreien Bussteige mit der notwendigen Überdachung errichtet werden. Als Platzkante für den Wiener Platz ist ein Kopfbau mit einem Fahrradparkhaus und Serviceeinrichtungen vorgesehen. Der Regionalbusverkehr verbleibt entgegen der ursprünglichen Planungen an seinen bisherigen Haltestellen. Anregungen für das Fahrradparkhaus werden aus einem Kooperationsprojekt mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden erwartet. Die Studenten werden zunächst vergleichbare Beispiele analysieren, die städtebauliche Gegebenheiten des Ortes untersuchen und dann das Raumprogramm überprüfen. Schließlich sollen die Studenten funktionale und innovative architektonische Lösungen entwickeln. Bei der mündlichen Verteidigung im Juli 2017 werden die Entwürfe präsentiert, diskutiert und erläutert.

Der provisorische Standort „Bayrische Straße“ ist trotz der kurzfristig erfolgten Veränderungen, z. B. hinsichtlich der Anordnung der Haltestellen, vor allem wegen der Funktionsüberlagerungen auf der Straße (kurzzeitiges Parken von Pkw zum Bringen und Abholen von Personen, Belieferungen von Geschäften usw.) sowie der Kapazitäts- und Verkehrssicherheitsprobleme dauerhaft ungeeignet. Gegenwärtig sind etwa 170 Fernbusankünfte auf der Bayrischen Straße pro Tag zu verzeichnen. Bei der weiteren Planung ist mit mindestens 230 Ankünften und Abfahrten im nationalen und internationalen Fernbusverkehr zu rechnen.

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