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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/klima-und-energie/klima-von-dresden/stadtklima/stadtklimamessungen.php 18.01.2024 15:58:24 Uhr 14.04.2024 07:40:17 Uhr

Stadtklimamessungen

Zur Bestimmung der (mikro-)klimatischen Bedingungen im Stadtgebiet sind reale Messungen der meteorologischen Parameter unumgänglich. Neben der Ermittlung der wahren Lufttemperaturen in unterschiedlichen Stadtstrukturen dienen die Messwerte zur Verifikation der Klimafunktionskarte. Im Stadtgebiet stehen dafür sowohl Messwerte von festinstallierten Stationen zur Verfügung als auch Daten, die während Messfahrten erfasst wurden.

Stationäre Messungen

Messgerät aus Metall auf einem Feld
Die Klimamessstation im Botanischen Garten repräsentiert den Innenstadtbereich in Elbtal-Lage.
2 Fotos nebeneinander mit einem hinteren Fahrradreifen und einer langen Metallstange (links) und einem Auto mit einer Metallstange auf dem Dach (rechts).
In verschiedenen Jahren wurden sowohl mit Fahrrädern als auch mit Autos Messfahrten durchgeführt, um die städtische Überwärmung zu quantifizieren.
Luftbild von einem Stadtteil mit bunten Punkten.
Mit Lufttemperatur-Feuchte-Datenloggern wurden auf ausgewählten Routen die thermischen Bedingungen erfasst.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) betreibt vier Stationen auf dem Dresdner Stadtgebiet. Die Flugwetterwarte in Dresden-Klotzsche wird seit 1935 vom DWD betrieben. Die längste ununterbrochene Datenreihe für den Dresdner Raum liegt damit für die Station Dresden-Klotzsche vor. Eine weitere Messstation befindet sich in Dresden-Hosterwitz und in Dresden-Strehlen.

Seit 2016 baut der DWD in verschiedenen größeren deutschen Städten ein Stadtklimamessnetz auf, da das Interesse an detaillierteren Untersuchungen stadtklimatischer Effekte und die Bedeutung der innerstädtischen Überwärmung sowie Wärmeinselausprägung stark gestiegen ist. Die Stadt Dresden konnte durch den DWD im Rahmen dieses Projektes im Januar 2017 eine neue Wetterstation für das innere Stadtgebiet dazugewinnen. Für das Umweltamt bedeutet dies einen enormen Gewinn qualitätsgesicherter Klimadaten in einem hochversiegelten und dicht bewohnten Gebiet. Die täglich aktualisierten Werte der Lufttemperatur sowie Angaben zur aktuellen Wärmeinselintensität und thermischen Belastung sind hier abrufbar:

Zu den Wärmeinsel-Stadtklimastationen des DWD

Ebenfalls innenstadtnah befindet sich die Messstation im Botanischen Garten. Die Station konnte 2013 durch die Landeshauptstadt Dresden vom Landesamt für Umwelt und Geologie übernommen werden. Dies ermöglichte den Fortbestand der Datenreihe. Die Station repräsentiert den Innenstadtbereich in Elbtal-Lage, wobei die Messwerte stark durch den hohen Grünanteil des Botanischen Gartens geprägt sind.

Messfahrten

In verschiedenen Jahren wurden Messfahrten durchgeführt, um die städtische Überwärmung zu quantifizieren. Die letzte große Messkampagne fand 2015 statt. Mit Lufttemperatur-Feuchte-Datenloggern wurden auf ausgewählten Routen die thermischen Bedingungen erfasst. Die Werte wurden in Bezug zu einer Referenzmessung gesetzt, um den Überwärmungsgrad bebauter Strukturen bestimmen zu können. Als Referenz diente der Mittelwert der Station Dresden-Hosterwitz und Dresden-Torna, der als Referenz für eine gering bebaute, vegetationsgeprägte Fläche steht. Da sich die thermischen Unterschiede vor allem nach Sonnenuntergang einstellen, wurden die Messungen am späten Abend gegen 21 Uhr und gegen Mitternacht durchgeführt. Dieses Zeitfenster ist insofern von Bedeutung, da hier der Mensch überwiegend an seinen Wohnort gebunden ist. Die Schlafqualität wird nicht unerheblich von den äußeren thermischen Bedingungen beeinflusst.

Mithilfe der Messfahrten konnten zum Beispiel die deutlich kühleren Temperaturen gemessen werden, die durch die Kaltluftströmungen ins Stadtgebiet fließen, etwa entlang der Prießnitz.

Ebenso konnten die deutlich höheren Temperaturen innerhalb der städtischen Strukturen in Abhängigkeit der Versiegelung, der Bebauung und des Vorhandenseins von Grün bemessen werden. Diese mittleren Überwärmungsgrade sind in der Klimafunktionskarte im Themenstadtplan dargestellt.