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https://www.dresden.de/de/stadtraum/planen/hochbau/sanierung-neues-rathaus.php 16.06.2021 08:53:03 Uhr 24.10.2021 15:14:48 Uhr

Neues Rathaus Dresden wird 111 Jahre alt und modernisiert

Aktuelle Bauarbeiten im Hauptgebäude der Stadtverwaltung Dresden
Ansicht des Neuen Rathauses Dresden mit Fassadengerüst und Baustellenabsperrung

Wer aufmerksam durch die Dresdner Innenstadt geht, hat sicherlich schon die Gerüste am Neuen Rathaus am Dr.-Külz-Ring bemerkt. Anfang März haben die Arbeiten in den noch unsanierten Teilen des Gebäudes begonnen. Fachleute aus verschiedenen Gewerken sorgen bis 2024 dafür, dass das Neue Rathaus die brandschutztechnischen Anforderungen erfüllt.

Um die Arbeit im Gebäude möglichst wenig zu beeinträchtigen, erfolgen die Bauarbeiten in drei verschiedenen Abschnitten. Mit den gegenwärtigen Sanierungen wird die sogenannte notwendige Verkehrssicherheit hergestellt und die Weiternutzung befristet bis Ende 2026 ermöglicht. Ab 2026 müssen alle noch unsanierten Bereiche leergezogen und vollständig instandgesetzt werden. Dazu setzen die Fachleute weitere bauordnungsrechtlicher Anforderungen um, um den Brandschutz zu verbessern und die technische Gebäudeausrüstung, also alle Elektro-, Aufzug-, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen zu erneuern. Diese Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden und mit dem Ziel, moderne und attraktive Büroarbeitsplätze zu schaffen.

Warum wird das Rathaus eigentlich noch saniert, obwohl es bald einen Neubau gibt?

Die Stadtverwaltung hat insgesamt über 7.000 Beschäftigte. Im Neuen Rathaus Dresden arbeiten nach Abschluss der kompletten Instandsetzung nach 2030 rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Neuen Verwaltungszentrum am Ferdinandplatz entstehen Arbeitsplätze für etwa 1.300 Beschäftigte.

Es ist das Ziel, langfristig möglichst alle zentralisierbaren Organisationseinheiten im Stadtzentrum und in stadteigenen Immobilien unterzubringen. Das ist bürgerfreundlicher, trägt zur Verbesserung der Kommunikation innerhalb der Verwaltung bei und ist außerdem langfristig viel wirtschaftlicher als die Nutzung von Mietobjekten.

Marcus Felchner, Leiter des Amtes für Hochbau und Immobilienverwaltung, erklärt: „Das 111 Jahre alte Neue Rathaus prägt das Dresdner Stadtbild im Stadtzentrum, es steht unter Denkmalschutz und ist auch in Zukunft ein zentraler Standort für die Unterbringung der Verwaltung und die Erbringung von Dienstleitungen für die Bürger. Das Gebäude hat jedoch brandschutztechnische Defizite, die für eine langfristige Nutzung des Gebäudes mit all seinen Funktionen behoben werden müssen. Mit den derzeit laufenden vorgezogenen Maßnahmen ist ein Weiterbetrieb des Neuen Rathaus Dresden bis 2026 baurechtlich möglich. Anschließend müssen alle noch unsanierten Bereiche des Neuen Rathauses Dresden leergezogen und vollständig instandgesetzt werden“.

Da ein großes Mietobjekt, in dem Organisationseinheiten der Stadtverwaltung untergebracht sind, in Kürze vom Eigentümer zurückgenommen und abgerissen wird, muss zuerst der Neubau des Verwaltungszentrums fertiggestellt werden, so dass die 900 Beschäftigten aus diesem Mietobjekt umziehen können. Damit entsteht auch Platz für eine Interimsunterbringung während der Baumaßnahmen im Neuen Rathaus Dresden.

Was wird im Neuen Rathaus gebaut?

Bis voraussichtlich März 2024 werden verschiedene Sanierungsleistungen durchgeführt. Dazu gehören die Erneuerung der Dacheindeckung, einschließlich der Blitzschutz- und Entwässerungsanlagen sowie die Ertüchtigung der Dachkonstruktion. Außerdem werden in diesem Zuge haustechnische Anlagen, wie etwa die Lüftungszentrale oder der Lastenaufzug im Wirtschaftshof, erneuert. Von außen sind darüber hinaus die Natursteinarbeiten an der Fassade und der Austausch der Fenster in den zu sanierenden Fassaden sehr gut sichtbar. Diese Arbeiten gliedern sich in drei einzelne Bauabschnitte mit einer Bauzeit von jeweils einem Jahr.

Woran arbeiten die Bauleute im Moment?

„Derzeit sind wir im ersten Bauabschnitt“, kommentiert Projektleiter Kay Ullmann. „Aktuell werden die alte, verschlissene Haustechnik, also die Lüftungszentralen einschließlich der Installationen, und die Technikräume im Dachgeschoss sowie die Dacheindeckung zurückgebaut. Ebenso wird vorhandener Bauschutt entsorgt und eine im Bauabschnitt liegende Trennwand durch Rohbauarbeiten zu einer Brandwand ertüchtigt. In den genutzten Büroetagen begannen außerdem die Fensterbauarbeiten.“

Wie viel kosten die Maßnahmen und welche Firmen sind daran beteiligt?

Nach aktueller Prognose entstehen für die Bauarbeiten bis 2024 Gesamtkosten von rund 15,9 Millionen Euro. Die Arbeiten werden von den verschiedensten Gewerken ausgeführt, die Mehrzahl der Firmen hat ihren Hauptsitz oder eine Niederlassung im sächsischen Raum. Im Durchschnitt werden rund 15 Auftragnehmer gleichzeitig im Neuen Rathaus arbeiten, in der Spitze sind es bis zu 35.

Welche Ämter sind in Zukunft im Neuen Rathaus zu finden?

Während der Sanierungsarbeiten führen die Beschäftigten im Neuen Rathaus ihren Dienstbetrieb weiter. Die gegenwärtig nutzenden Ämter werden also nach aktuellem Stand auch bis zur anstehenden Komplexsanierung ab Anfang 2027 im Neuen Rathaus untergebracht sein. Dazu zählen unter anderem der Oberbürgermeister sowie fünf der insgesamt sieben Fachbürgermeisterinnen und -bürgermeister einschließlich deren Geschäftsbereichen, das Haupt- und Personalamt, der Regiebetrieb Zentrale Technische Dienste, das Steueramt sowie die Fraktionen des Dresdner Stadtrates.

Zahlen und Fakten zur Sanierung

  • Bauzeit: drei Jahre von Anfang 2021 bis Mitte 2024

  • Baukosten: insgesamt: etwa 15,9 Millionen Euro

  • Baufläche: Die Bauarbeiten erfolgen im Wesentlichen zwischen Erd- und Dachgeschoss, wobei 7.500 Quadratmeter Grundfläche im Dachgeschoss und 6.400 Quadratmeter genutzte Bürofläche innerhalb der hier vorhandenen Gesamtfläche von rund 43.300 Quadratmetern unmittelbar von den Bauarbeiten betroffen sind.

    • rund 11.500 Quadratmeter zu sanierende Natursteinfassade
    • etwa 11.000 Quadratmeter zu erneuernde Dacheindeckung
    • rund zwei Kilometer Dachrinne und Regenfallrohre
    • etwa 350 neue Fenster und Balkontüren
  • Beschäftigte im Neuen Rathaus: insgesamt 534 Beschäftigte, davon 165 im sanierten und 369 im unsanierten Teil

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