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https://www.dresden.de/de/stadtraum/planen/hochbau/sachsenbad.php 17.09.2020 13:43:19 Uhr 21.09.2020 11:44:21 Uhr
Innenansicht des leerstehenden Sachsenbades mit Blick in das große Schwimmbecken
© Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung

Sachsenbad

Bürgerbeteiligung zur Zukunft des Gebäudes

Bürgerforum

Stellvertretend für alle Mitzeichner übergab Heidi Geiler, Vertreterin der Bürgerinitiative „Endlich Wasser ins Sachsenbad“ und Vorstandvorsitzende des Vereins ProPieschen e. V., am 9. September 2020 einen Antrag auf Durchführung eines Bürgerforums für das ehemalige Sachsenbad an Oberbürgermeister Dirk Hilbert.

Bei dem Bürgerforum sollen Bürgerinnen und Bürger mit Mitgliedern des Stadtrates sowie dem Oberbürgermeister zur gegenwärtigen Situation des Sachsenbades und dessen Zukunft diskutieren und eine Bürgerempfehlung formulieren, die dem Stadtrat zur Entscheidungsfindung vorgelegt wird. Mit dem Antrag auf Durchführung eines Bürgerforums wurde eine Sperrfrist von zehn Wochen für Abstimmungen im Stadtrat erwirkt.

Dies ist der erste Antrag auf Einleitung eines Bürgerempfehlungsverfahrens, das gemäß der Bürgerbeteiligungssatzung vom 21. März 2019 in der Landeshauptstadt Dresden gestellt wird. Für die Antragstellung hat die Bürgerinitiative auf eigene Angaben 3 000 Unterschriften gesammelt. Notwendig sind laut Bürgerbeteiligungssatzung 2 500 Unterschriften.

Weiteres Vorgehen

Die Landeshauptstadt Dresden prüft nun die Unterschriften sowie die formale Richtigkeit der Einreichung. Anschließend verständigt sich Oberbürgermeister Dirk Hilbert mit der Vertrauensperson Heidi Geiler über das weitere Vorgehen sowie über den Termin für das Bürgerforum.

Laut Bürgerbeteiligungssatzung muss das Bürgerforum innerhalb von sechs Wochen nach Rücksprache zwischen dem Oberbürgermeister und der Vertrauensperson stattfinden.

In einer anschließenden Einwohnerversammlung können sich alle Interessierten über das Ergebnis des Bürgerforums und den Verfahrensstand der Ausschreibung informieren. Die aus dem Bürgerforum hervorgehende Empfehlung wird dem Stadtrat vor der Beschlussfassung zum Verkauf des Sachsenbades vorgelegt und innerhalb des Gremiums erwogen.

Außenansicht des lerrstehenden Sachsenbades

Lage und Bestand

Im rechts der Elbe gelegene Stadtteil Pieschen, auf dem Grundstück Wurzener Straße 18, befindet sich das als ehemalige „Volksbadeanstalt“ errichtete Sachsenbad.

Das Gebäude wurde im Jahr 1928 nach einem Entwurf des Stadtbaurates Paul Wolf als zentrales Objekt eines Sportparks erbaut. Als Kulturdenkmal der Denkmalliste von Dresden ausgewiesen besitzt es eine baugeschichtliche, sozialgeschichtliche, künstlerische und ortsgeschichtliche Bedeutung.

Das Gebäude wurde als öffentliches Hallenbad mit einem Schwimmbecken mit 25 Meter Bahnlänge und einen Saunabereich errichtet. Bis auf eine Zwischennutzung in den 1940er Jahren wurde es bis zur Schließung im Jahr 1994 durchgehend als Schwimmbad genutzt und steht seitdem leer.

Auf Grund des im Lauf der Zeit vorangeschrittenen erheblichen baulichen Verfalls besteht umfangreicher Sanierungsbedarf. Große Bereiche der Dachkonstruktion sind bereits eingestürzt, Teile der Entwässerungsanlage sind zerstört. Es ist anzunehmen, dass bereits eine Durchfeuchtung tragender Teile stattgefunden hat. Die Stadt hat zum Erhalt der Verkehrssicherheit Notreparaturen durchgeführt. Um der weiteren Verwitterung des Gebäudes Einhalt zu gebieten, wäre in absehbarer Zeit die Installation eines kostenintensiven Wetterschutzdaches erforderlich.

Bisherige Maßnahmen

Im Hinblick auf fehlende kommunale Finanzmittel und strategische Konzepte, die eine eigene städtische Reaktivierung als Schwimmbad nicht vorsehen, beauftragte der Stadtrat im Juni 2018 die Verwaltung mit der Durchführung einer Konzeptausschreibung. Vorrangiges Ziel war es, einen Investor zu finden, welcher den drohenden endgültigen Verfall aufhalten und das Gebäude wieder einer Nutzung zuführen würde.

Der Ausschreibung wurde ein Nutzungskonzept zugrunde gelegt, welches vorrangig auf die Nutzung als Gesundheits- und Therapiebad orientierte, jedoch andere Nutzungsinhalte nicht von vornherein ausschloss.

Die öffentliche Ausschreibung fand im Zeitraum Oktober 2018 bis Januar 2019 statt. Von den eingegangenen drei Geboten zog ein Bieter sein Gebot zurück, ein weiteres Gebot musste aus rechtlichen Gründen ausgeschlossen werden.    

Das Nutzungskonzept des verbleibenden Bieters beinhaltet die denkmalgerechte Sanierung und Nutzung des Gebäudes als sog. Innovations-Campus mit modernen Großraumbüros (Co-Working, Start-Ups, Life-Sciences). Weitere Bereiche sollen für die Nutzung als Spa und Yogastudio ertüchtigt werden, wobei eine moderne Saunawelt mit Panoramasauna geplant ist. Im Erd- und Untergeschoss sind weitere Nutzungen wie Restaurant, Bar, Café und Clubbereiche vorgesehen.

Vorbereitung Stadtratsbeschluss

Der Vergabevorschlag für die politischen Gremien wurde unter Beteiligung von Vertretern des Stadtrates, der Verwaltung und Institutionen, welche als Steuerungsgruppe „Sachsenbad“ einberufen wurden, abgestimmt.

Ein entsprechender Beschlussvorschlag zur Veräußerung des Grundstücks samt Verpflichtung des Käufers zur Sanierung des Gebäudes liegt dem Stadtrat zur Entscheidung vor.

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