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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/naturschutz/artenschutz/wettbewerb-naturstadt.php 25.11.2020 09:21:16 Uhr 21.01.2021 10:45:34 Uhr

Dresden gewinnt mit „Dresdner Wildbienengärten“

Bundeswettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ prämiert Zukunftsprojekte 2020
Erklärfilm des Wettbewerbs „Naturstadt- Kommunen schaffen Vielfalt“

Dresden ist eine der 40 Siegerkommunen des bundesweiten Wettbewerbs „Naturstadt- Kommunen schaffen Vielfalt“. Mit der Idee „Dresdner Wildbienengärten“ beteiligte sich das Umweltamt der Stadt Dresden in Kooperation mit dem BUND Dresden und der Wildbienenexpertin Mandy Fritzsche.

Kleingärten in Insektenoasen verwandeln

Das Artensterben besonders bei Insekten hat bedrohliche Ausmaße angenommen. Lebensraumverluste und ein Verarmen der Landschaft tragen dazu bei. Deshalb stellt die Stadtverwaltung mehr und mehr Flächen auf insektenfreundliche Pflege um. Aber auch die Dresdnerinnen und Dresdnern können etwas bewegen: Kleingärten leisten einen wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden der Bürgerinnen und Bürger der Stadt und können dabei gleichzeitig die biologische Vielfalt in Dresden fördern.

Informationstafel erklärt, dass bunte Wiesen Artenvielfalt ins Stadtzentrum bringen
Informationstafel über Artenvielfalt dank bunter Wiesen in Dresden
Garten im Kleingartenverein Pieschen
Garten im Kleingartenverein Pieschen
Bienen (links) und Wespen (rechts) werden oft verwechselt.
Bienen (links) und Wespen (rechts) werden oft verwechselt.
Diese Biene hat ihr Nest in ein Baumloch gebaut.
Diese Biene hat ihr Nest in ein Baumloch gebaut.

Im Siegerprojekt „Dresdner Wildbienengärten“ werden interessierte Kleingärtnerinnen und Kleingärtner dafür begeistert, insektenfreundliche Lebensräume und damit mehr Artenvielfalt in ihren Gärten zu schaffen.

Der Wettbewerb wird vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ durchgeführt und durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert. Unter den 332 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen wurden die 40 besten Ideen als Zukunftsprojekte ausgewählt und mit einem Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro prämiert. Weitere Informationen:

www.wettbewerb-naturstadt.de

Oasengestalter gesucht

Ziel des Projektes „Dresdner Wildbienengärten“ ist es, interessierte Mitstreiter dafür zu gewinnen, ihre Gärten in bienen- und insektenfreundliche Oasen umzugestalten. Dazu sollen Flächen mit vielfältigen Nistmöglichkeiten für Insekten geschaffen werden. Durch Pflanzung vom heimischen Wildstauden gibt es ein artenreiches und ganzjähriges Nahrungsangebot für die Tiere. Besonders Lebensräume von seltenen Wildbienen und solitär lebenden Wespen sollen entwickelt werden.

Mit einem Informations- und Beratungsangebot werden Experten vor Ort Dresdner Kleingärtnerinnen und Kleingärtner sowie weitere Interessierte anleiten, in ihrem grünen Wohnumfeld Habitate für die Tiere zu entwickeln. Hierfür wird ein Vorschlagskatalog leicht umzusetzender Maßnahmen erarbeitet.

Da die meisten Wildbienen und solitär lebenden Wespen im Boden nisten, kann bereits mit der Anlage von Offenbodenflächen aus Lehm oder Sand eine Besiedlung befördert werden. Auch Totholz, Markstängel der Brombeere oder Fels- und Mauerspalten werden für den Nestbau genutzt und lassen sich als Strukturelemente in jeden Garten integrieren. Flankierend dazu sollen Kenntnisse zum Nahrungspflanzenspektrum vermittelt werden. Viele Wildbienenarten sind beim Blütenbesuch spezialisiert und benötigen als Pollenquelle eine einzige Pflanzengattung oder -familie. Im Rahmen des Projektes soll regionales Saatgut für eine Bepflanzung mit ganzjähriger Blütentracht zur Verfügung gestellt werden.

Zudem sollen ausgewählte Gemeinschaftsgrünflächen der Kleingartenvereine in vielfältige Wildbienengärten mit einer Bepflanzung aus heimischen Wildstauden, Offenbodenarealen und Totholzanteilen verwandelt und langfristig erhalten werden. Dabei werden die naturräumlichen Besonderheiten vor Ort berücksichtigt. So werden Kleingartenanlagen in eher lehmigen Habitaten ein eigenes Maßnahmenpaket und andere Zielarten vermittelt bekommen, als beispielsweise Lagen mit sandigen oder mageren Böden. Auf diese Weise können unterschiedliche Naturräume in Dresden und die Vorstellungen der Dresdner Kleingärtner Berücksichtigung finden.

Über die Struktur des Kleingartenverbandes lassen sich hoffentlich zahlreiche Mitwirkende bei der Gestaltung insektenfreundlicher Lebensräume in Dresden gewinnen. Mit deren Engagement kann auch über die Projektlaufzeit hinaus die Nachhaltigkeit der Maßnahmen gesichert werden.

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