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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2023/02/pm_013.php 08.02.2023 11:12:43 Uhr 03.03.2024 09:31:22 Uhr

Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Dresden gibt vergessenen Kindern eine Stimme

Schätzungen gehen davon aus, dass inzwischen jedes 5. Kind in Deutschland von einer Suchterkrankung seiner Eltern betroffen ist. In der bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien, kurz COA-Aktionswoche, wird diesen Kindern vom 12. bis 18. Februar 2023 eine Stimme gegeben. COA steht in diesem Sinne für Children of Addicts/Alcoholics. Die Fachkräfte der Sucht- und Jugendhilfe aus Dresden engagieren sich mit verschiedenen Ideen, um auf die besondere Situation dieser Kinder aufmerksam zu machen und Unterstützungsangebote für die Kinder selbst sowie ihre suchtbelasteten Eltern aufzuzeigen. Zudem fördern sie die Vernetzung von Angeboten.

Waldrallye für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren
Die Waldrallye richtet sich an Familien mit Kindern von 6 bis 14 Jahren, in denen Eltern von einer Suchterkrankung betroffen sind. Bei der Aktion gibt es am Sonntag, 12. Februar, eine spielerische und kreative Auseinandersetzung mit den Themen Familienzusammenhalt, (Selbst-)Vertrauen und Sucht. Organisiert wird die Schnitzeljagd vom Team der Radebeuler Sozialprojekte gGmbH in Kooperation mit der Stadt Dresden im Rahmen des Präventionsprojektes „COA-Aktionsjahre“ (Förderung durch GKV-Bündnis für Gesundheit). Gestartet wird die Rallye ab 12 Uhr stündlich am Waldeingang gegenüber vom Schloss Albrechtsberg. Die Strecke, die mehrere interaktive Stationen beinhaltet, endet schließlich am Waldspielplatz Albertpark. Der letzte Durchlauf beginnt um 14 Uhr. 
Interessierte Familien werden um Anmeldung bei Lena Kandler (l.kandler@rasop.de oder unter 0351 8314943) gebeten. Dabei ist es auch möglich, anonym zu bleiben, also keinen Namen zu nennen. 
Schöner Nebeneffekt: Während der Waldrallye können alle Teilnehmenden die Mitarbeitenden des Präventionsprojektes „COA-Aktionsjahre“ und dessen weitere Bestandteile kennenlernen – und wer mag kann später an weiteren kostenfreien Aktionen teilnehmen.

Angebot für Fachkräfte am 17. Februar 2023 
An Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen und dem Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes in Gorbitz richtet sich das Angebot der Suchtberatungs- und Behandlungsstelle Horizont auf der Freiberger Str. 71 in Dresden. Sie erhalten hier am Freitag, den 17. Februar 2023 von 9 bis 11 Uhr Basisinformationen zu elterlichem Substanzkonsum und den entsprechenden durch die Beratungsstelle vorgehaltenen Hilfsangeboten. Außerdem können individuelle Fragen zur Thematik beantwortet werden. Eine Anmeldung ist unter horizont@suchtzentrum.de oder 0351 4207738 möglich (Veranstaltung kostenfrei, Achtung: Kapazitätsbegrenzung auf 13 Personen). 

Hintergrund des Aktionstages
Auch suchtkranke Eltern wollen in der Regel gute Eltern sein. Oft beschränkt sich ihr Blickwinkel jedoch auf die eigene Sucht und sie können die Anforderungen des Familienalltags nur mühsam erfüllen. Kinder suchtbelasteter Eltern wachsen meist unter schwierigen, oft instabilen Rahmenbedingungen auf. Damit sind sie die größte Risikogruppe dafür, später eine eigene Sucht- oder andere psychische Erkrankung zu entwickeln. Mit angemessener Unterstützung, die die Kinder stärkt und den Eltern möglichst frühzeitig aus der Sucht heraushilft, kann der Anteil der Kinder erhöht werden, die unbeschadet aus der familiären Belastungssituation herauskommen. 

Kostenfreien Rat und Unterstützung für Eltern
Kostenfreien Rat und Unterstützung, auf Wunsch auch anonym, finden betroffene Eltern insbesondere bei den Dresdner Suchtberatungs- und Behandlungsstellen (Kontakte siehe unten). 

Podcast-Reihe für Betroffene und Fachkräfte
Für Betroffene und Fachkräfte, aber auch alle anderen Interessierten, lohnt sich auch das Hineinhören in die spannende Podcast-Reihe „Mehr Sichtbarkeit für Kinder aus suchtbelasteten Familien“, die das Dresdner Projekt „COA-Aktionsjahre“ flankiert (https://www.was-mich-stark-macht.de/podcast/). In den Podcast-Folgen werden die Projektinhalte plastisch nachvollziehbar und es kommen sowohl Menschen zu Wort, die selbst als Kind von der Suchterkrankung ihrer Eltern betroffen waren (Folge 3), als auch Fachkräfte, die Unterstützung und Behandlung anbieten (Folge 2).

Weitere Informationen: