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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2022/10/pm_008.php 06.10.2022 13:25:17 Uhr 07.12.2022 07:58:16 Uhr
Meldung vom 06.10.2022

Carl-Christian Elze wird neuer Stadtschreiber

Jury: „Gedichte sind sinnlich, wach, überraschend und voll zärtlicher Ironie“

Der Leipziger Autor Carl-Christian Elze wird 2023 Dresdens neuer Stadtschreiber. Für ein halbes Jahr erhält er mit dem Amt ein Stipendium und eine mietfreie Wohnung in Dresden. Das Stipendium wird von der Landeshauptstadt Dresden in Kooperation mit der Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden vergeben.
Überraschend viele Bewerbungen gab es in diesem Jahr. Die Jury hat sich nach Sichtung der Texte und intensiver Diskussion für den Autor Carl-Christian Elze entschieden, der mit seinem Prosaband „Freudenberg“ zuletzt auf der Longlist für den Deutschen Buchpreises 2022 nominiert war. Seine Bewerbung als Dresdner Stadtschreiber enthielt ausschließlich lyrische Texte, mit denen er die Jurorinnen und Juroren überzeugte. Die Jury, der Michael Bittner, Annett Groh, Karin Großmann, Axel Helbig (Vorsitz), Julia Meyer und Juliane Moschell angehörten, begründet ihre Entscheidung so: 
„Seine Gedichte sind sinnlich, wach, überraschend und voll zärtlicher Ironie. Sie zeichnen sich durch starke Bilder und Metaphern und ein strenges Formbewusstsein aus. Sie verweisen auf Existenzielles und mischen sich ein in das beobachtete Leben. In seinen Gedichten verknüpft der Leipziger Schriftsteller Naturwissenschaft und Religion, Philosophie und Biologie, die Liebe zum Menschen und die Liebe zum Tier. Carl-Christian Elze hat die Kraft, sich als Dichter immer wieder neu zu definieren.“

Zum Autor:
Carl-Christian Elze wurde 1974 in Berlin geboren und wuchs in Leipzig auf. Sein Vater war Zootierarzt, wodurch er einen großen Teil seiner Kindheit im Leipziger Zoo verbrachte. Später studierte er zwei Jahre Medizin, danach Biologie und Germanistik. Von 2004 bis 2009 war er Student am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er schreibt Gedichte, Prosa und Drehbücher. Elze veröffentlichte mehrere Gedichtbände, unter anderem „ich lebe in einem wasserturm am meer, was albern ist“ (luxbooks 2013), „diese kleinen, in der luft hängenden, bergpredigenden gebilde“ (Verlagshaus Berlin 2016), „langsames ermatten im labyrinth“ (Venediggedichte; Verlagshaus Berlin 2019) und „panik/paradies“ (Verlagshaus Berlin 2022). Seine letzten Prosapublikationen sind: „Oda und der ausgestopfte Vater“ (Zoogeschichten; kreuzerbooks 2018) und „Freudenberg“ (Roman; Edition Azur 2022).
Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Lyrikpreis München (2010), dem New York-Stipendium der Max Kade-Foundation (2010), dem Joachim-Ringelnatz-Nachwuchspreis (2014), dem Rainer-Malkowski-Stipendium (2014) und einem Stipendium im Deutschen Studienzentrum Venedig (2016).

„Mit Carl-Christian Elze kommt ein vielseitiger Autor nach Dresden, der eine frische Perspektive auf die Stadt mitbringt. Er hat vor, sich aktiv in das literarische Leben der Stadt einzubringen, unter anderem mit einem Poetry-Slam-Battle zwischen den Leipziger Thomanern und den Dresdner Kruzianern. Er hat die Jury mit herausragenden Gedichten überzeugt und möchte hier in Dresden seinen neuen Gedichtband beenden sowie einen weiteren Prosatext beginnen. Ich bin gespannt auf die Realisierung dieser Vorhaben“, so Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur und Tourismus.

Der Vorstand der Dresdner Stiftung für Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Heiko Lach-mann, ergänzt: „Carl-Christian Elze beweist sich als ausgezeichneter Beobachter alltäglicher Kleinigkeiten und Stimmungen. Geschickt gelingt es ihm, diese Impulse in wohlige und manchmal leicht irritierende Sprachbil-der zu übertragen. Damit erzeugt er einen ganz eigenen Kosmos, in den man gern abtauchen mag. Wir sind sehr gespannt auf seinen forschenden Blick auf Dresden und seine interessanten Projektvorhaben.“

Weitere Informationen zum Stipendium gibt es hier:
www.dresden.de/stadtschreiber

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