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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2024/04/pm_001.php 02.04.2024 14:30:31 Uhr 17.04.2024 10:35:08 Uhr

Am 11. April Buchvorstellung im Kulturrathaus

Thema: Bürgerschaftliches Engagement für Dresdens baukulturelles Erbe zur DDR-Zeit

Das Amt für Kultur und Denkmalschutz lädt am Donnerstag, 11. April 2024, 10.30 Uhr zu einer Buchvorstellung in den Fritz-Löffler-Saal des Kulturrathauses, Königstraße 15, ein. Das kürzlich im THELEM-Universitätsverlag erschienene und von der Landeshauptstadt Dresden und dem DFG-Graduiertenkolleg „Identität und Erbe“ geförderte Buch von Dr. Luise Helas heißt „Gegen den Verfall. Bürgerschaftliches Engagement für das baukulturelle Erbe Dresdens zur Zeit der DDR“. Es thematisiert den Umgang zahlreicher engagierter Dresdner Bürgerinnen und Bürger mit der ruinösen Bausubstanz der Stadt.

Die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, die Nachkriegsjahre, die Wohnungsbaupolitik und die Mangelwirtschaft der DDR hatten deutliche Spuren in der Stadt hinterlassen. Die Autorin beleuchtet in ihrer Arbeit, wie es den Menschen möglich war, sich dem baukulturellen Erbe der Stadt im politisch-rechtlichen Rahmen zu widmen, wie sie organisiert waren, welche Aufgaben sie übernahmen und wie sich das bürgerschaftliche Engagement über den Zeitraum von 40 Jahren entwickelte. Untersucht wird dabei auch, welche Rolle Institutionen wie Kulturbund, Institut für Denkmalpflege, Rat der Stadt und Landesmuseum für Vorgeschichte spielten.

Neben der Literatur- und Archivrecherche waren auch die knapp 20 Interviews mit Zeitzeugen bedeutend für die Analyse der Thematik. Dabei handelt es sich um Gespräche mit ehemaligen Mitgliedern von Kulturbundgruppen sowie ehrenamtlichen und hauptamtlichen Denkmalpflegerinnen und Denkmalpflegern, aber auch Bodendenkmalpflegern, die auszugsweise im Buch wiedergegeben werden. Exemplarisch werden die Arbeitseinsätze der freiwilligen Helferinnen und Helfer an historischen Bauten und Stadtstrukturen ober- und unterirdisch wie dem Residenzschloss, der Semperoper, der Frauenkirche und der Dresdner Neustadt in sieben Kapiteln vorgestellt.

Das bürgerschaftliche Engagement für das kulturhistorische Erbe Dresdens war ein vielgestaltiges, die Gesellschaft durchziehendes Phänomen. Gemeinsam engagierte sich ein Teil der Bevölkerung im Sinne der Erhaltung der Stadt und stiftete somit im Umgang mit den ruinösen Monumenten eine stadtspezifische Identität. Mit ihrem Einsatz trugen die Bürgerinnen und Bürger dazu bei, dass die Stadt nicht gänzlich ihrer historischen Spuren beraubt wurde. Sie schützten die Ruinen gegen den Verfall und hielten damit die Hoffnung auf ihren Wiederaufbau am Leben. Sie schufen letztlich die Voraussetzung für den Erhalt und die Tradierung des baukulturellen Erbes Dresdens. Ihr Engagement ist noch heute im Stadtbild ablesbar.

Der Eintritt ist frei, Anmeldung unter Telefon 0351-4888990 erbeten.