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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2023/03/pm_083.php 24.03.2023 14:42:15 Uhr 01.03.2024 14:48:18 Uhr

Nachhaltige Entwicklung in kommunalen Kultureinrichtungen

Klimabericht zieht aller zwei Jahre Bilanz

Klimaschutz hat in der Landeshauptstadt Dresden durch einen Stadtratsbeschluss von Januar 2020 höchste Priorität. Deshalb hat sich auch die Verwaltung gemeinsam mit den kommunalen Kulturbetrieben im Rahmen der Kulturentwicklungsplanung das Ziel gesetzt, das eigene Wirkungsfeld unter Klimaschutzaspekten zu betrachten und Strategien zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu entwickeln. 

Der Dresdner Stadtrat bestätigte nun die Implementierung einer nachhaltigen Entwicklung in Dresdner Kultureinrichtungen. Diese sieht jährliche Klimabilanzierungen für alle kommunalen Kultureinrichtungen in der Landeshauptstadt Dresden vor. Die ermittelten Daten sollen durch die Kultureinrichtungen regelmäßig analysiert und bewertet werden und alle zwei Jahre in einem Klimabericht veröffentlicht werden. Auch die energetische Modernisierung von städtischen Gebäuden, die von Kultureinrichtungen genutzt werden, wird damit vorangetrieben. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege werden zukünftig Strategien und Richtlinien für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel in denkmalgeschützten Gebäuden und Bereichen entwickelt. Dresden unterzeichnet außerdem die „Nachhaltigkeitsdeklaration für den Kulturbereich“ der Initiative Culture4Climate. 

Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur, Wissenschaft und Tourismus der Landeshauptstadt Dresden: „Der Kultursektor nimmt eine wichtige Rolle in der Stadtgesellschaft ein. Er wirkt identitätsstiftend, fördert Teilhabe, Kreativität und Innovation, erhöht die Lebensqualität der Bevölkerung und steigert die Attraktivität der Stadt nach innen und außen. Die Entwicklungen im Kulturbereich zum Klimaschutz sind notwendig, um sich zukunftsfähig aufzustellen und den Gesellschaftswandel mitgestalten zu können. Im Rahmen der dringlichen Herausforderungen, vor denen wir stehen, und im Zusammenhang mit den vielfältigen positiven Entwicklungen im Dresdner Kulturbereich, die auch international große Beachtung finden, ist der Beschluss des Stadtrates ein positives Signal und sehr wichtig für unsere weitere Arbeit hin zu mehr Nachhaltigkeit im Kultursektor“.

Hintergrundinformationen:
Das Amt für Kultur und Denkmalschutz hat 2021 das Pilotprojekt „Culture for Future“ initialisiert. Fünf verschiedene Kultureinrichtungen – die Dresdner Musikfestspiele, die Dresdner Philharmonie, das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen, die Staatsoperette Dresden und die Städtischen Bibliotheken Dresden – arbeiteten ein Jahr lang intensiv zu Maßnahmen und Strategien nachhaltiger Entwicklung im eigenen Betrieb. Das deutschlandweit einmalige Pilotprojekt wurde vom Rat für nachhaltige Entwicklung – das Beratungsgremium der Bundesregierung im Anliegen Nachhaltigkeit – gefördert und in Kooperation mit dem Umweltzentrum Dresden durchgeführt. Die Beteiligungsphase brachte konkrete Ergebnisse hervor, die in einer Prozessdokumentation, einem allgemeinen Praxisleitfaden, in einrichtungsspezifischen Case Studies sowie in einer Dresdner Charta ausformuliert und veröffentlicht wurden. 

Im Frühjahr 2022 verständigten sich insgesamt 37 Dresdner Kultureinrichtungen auf die „Dresdner Charta für Nachhaltigkeit im Kulturbereich“ und unterzeichneten damit eine umfangreiche Selbstverpflichtung. Diese sorgte bundesweit für große Aufmerksamkeit und wurde schließlich auch zur Grundlage für die Deklaration der Initiative Culture4Climate, die eine solche Selbstverpflichtung für die Bundesebene gestaltete. 

Aktuell entwickelt das Amt für Kultur und Denkmalschutz gemeinsam mit dem Kulturdezernat Leipzig einen speziellen CO2-Rechner für den Kulturbereich, der für alle Einrichtungen in beiden Städten dauerhaft und kostenfrei zugänglich ist. Damit können Treibhausgasemissionen sichtbar gemacht werden. In der Analyse der Bilanzen können Hebel für zukünftige Einsparungen ermittelt werden. In Berichten an den Stadtrat alle zwei Jahre sollen zudem die nachhaltigen Entwicklungen in den Kultureinrichtungen dargestellt werden.