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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2023/01/pm_072.php 01.02.2023 14:56:24 Uhr 16.04.2024 22:24:12 Uhr

Leipzig und Dresden entwickeln CO2-Rechner für den Kulturbetrieb

Ergebnisse zeigen Einrichtungen und Veranstaltern, wie sie klimafreundlicher arbeiten können

Das Dezernat Kultur der Stadt Leipzig und das Amt für Kultur- und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden arbeiten gemeinsam an einem CO2-Rechner für den Kulturbetrieb. Der Emissionsrechner soll allen Kultureinrichtungen mit Sitz in Leipzig und Dresden ab Frühjahr 2023 kostenfrei und dauerhaft zur Verfügung stehen. Die Nutzer bekommen in Workshops eine umfassende Einführung.

Während für Unternehmen und Privathaushalte schon kostenfreie Emissionsrechner auf dem Markt sind, gibt es für den Kulturbereich noch kein geeignetes Werkzeug, das die vielfältigen Formate und Emissionsquellen der Kulturbetriebe präzise erfasst. „Der Kulturbereich benötigt dringend einen geeigneten CO2-Rechner“, betont Leipzigs Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke. „Die Kultureinrichtungen leben Nachhaltigkeit vor und engagieren sich inhaltlich wie strukturell sehr stark für Klima und Umwelt. Bislang werden die Bemühungen jedoch ausgebremst, weil derzeit kein geeignetes Werkzeug zur Verfügung steht, um den Status quo eigenständig zu ermitteln und wirksam handeln zu können.“ 

Dr. David Klein, Leiter des Amtes für Kultur- und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden, ergänzt: „Der Emissionsrechner ist ein weiterer wichtiger Baustein in unserer kommunalen Strategie zur nachhaltigen Entwicklung im Kulturbereich. 37 Kulturinstitutionen haben die Dresdner Charta für Nachhaltigkeit im Kultursektor unterzeichnet und sich damit zu umfangreichen Maßnahmen verpflichtet. Der Rechner wird dabei maßgeblich helfen.“

Vorbild ist der webbasierte Emissionsrechner „E-Tool“ der Arbeitsgemeinschaft „Mittelstandsinitiative“ (www.energie-tool.de). Die Anwendung wurde für Handwerksbetriebe entwickelt und hat im Vergleich mit anderen CO2-Rechnern in Hinblick auf Datenabfrage und -auswertung, Transparenz sowie Benutzerfreundlichkeit überzeugt. Fachleute passen das „E-Tool“ in den kommenden Monaten an die speziellen Anforderungen im Kulturbereich an. Dann lässt sich für jede Kultureinrichtung und Veranstaltung ein vollständiger Fußabdruck für das klimaschädliche Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) berechnen. Darunter fallen zum Beispiel der Transport von Gemälden und Ausstellungsstücken, der Einkauf von Stoffen und Materialien zur Kostümanfertigung, der (internationale) Tournee- und Gastspielbetrieb, die Anreise von Publikum und Gastkünstlern oder Leistungen von beauftragten Dritten wie Cateringfirmen. Die erfassten und ausgewerteten Daten können Stellschrauben sichtbar machen, mit deren Hilfe sich Emissionen im Kulturbereich wirkungsvoll einsparen lassen. 

Kooperationspartner und erfahrene Experten auf dem Gebiet der Treibhausgasbilanzierung sowie der Umsetzung von Beteiligungsprozessen sind neben der Arbeitsgemeinschaft „Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz“ das Unternehmen GICON-Großmann Ingenieur Consult GmbH aus Dresden, das Softwareunternehmen WIPS-com GmbH aus Berlin sowie das Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW in Leipzig.

Hintergrund
Sowohl in Leipzig als auch in Dresden gibt es bereits umfangreiche Aktivitäten für Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Kulturbereich. So entwickelten Dresdner Kultureinrichtungen individuelle Nachhaltigkeitsstrategien im Rahmen des Projektes „Culture for Future“, gefördert durch den Rat für Nachhaltige Entwicklung. Anfang 2022 unterzeichneten 37 Kultureinrichtungen die „Dresdner Charta für Nachhaltigkeit im Kultursektor“. 

Das Dezernat Kultur der Stadt Leipzig führt seit 2021 den Begleitprozess „Klimaneutralität von Kultureinrichtungen und (Kultur-)Veranstaltungen“ durch, der die städtischen Kultureinrichtungen mit Hilfe von Fachleuten befähigt, eigenständige CO2-Bilanzen zu erstellen und Maßnahmen abzuleiten. Die 2021 gegründete Veranstaltungsreihe „Kreislaufwirtschaft im Kulturbetrieb“ verfolgt die Umsetzung effizienter Kreislaufwirtschaft im Kulturbereich. Um die Aktivitäten zu bündeln ist die Gründung eines Klimaschutznetzwerks Kultur der Stadt Leipzig geplant.