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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2022/05/pm_074.php 24.05.2022 09:17:05 Uhr 06.12.2022 21:51:37 Uhr
Meldung vom 19.05.2022

19 Millionen Euro für eine „schlauere“ Stadt

Landeshauptstadt und Technische Universität Dresden beteiligen sich am Modellprojekt Smart City

Wie können die Menschen in Dresden ihre Anliegen und Wünsche schnell und einfach an die Stadtverwaltung richten? Und wie wird die Verwaltung in Zukunft selbst aufgestellt sein, um diese gezielt und effizient zu bearbeiten? Um diese Fragen zu beantworten, investieren die Landeshauptstadt Dresden und die Technische Universität Dresden rund 19 Millionen Euro und entwickeln ein gemeinsames Smart-City-Konzept. Sie gehören damit zu den 28 ausgewählten Modellprojekten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Unter dem Leitthema „Gemeinsam aus der Krise: Raum für Zukunft“ hatte das Ministerium Städte, Kreise und Gemeinden im vergangenen Jahr aufgefordert, sich als „Modellprojekt Smart Cities“ strategisch mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen.

„Die meisten von uns sind schon täglich in der digitalen Welt unterwegs. Schon heute lassen sich zahlreiche Dienstleistungen und Prozesse in der Stadt digital abwickeln. Mit den Fördermitteln des Bundes können wir nun einen riesigen Schritt hin zu einer noch ‚schlaueren‘ Stadt machen. Besonders freut mich, dass wir die Digitalisierung als Partner zwischen Verwaltung und TU Dresden realisieren und so unsere Kompetenzen bündeln. Die Tatsache, dass wir von 94 Bewerbern zu den Ausgewählten gehören, unterstreicht dies deutlich“, so Oberbürgermeister Dirk Hilbert.

Das Projektvolumen für das Dresdner Smart-City-Konzept beläuft sich auf 19 Millionen Euro, wovon 65 Prozent durch das BMWSB gefördert werden. Die Landeshauptstadt Dresden beteiligt sich mit 35 Prozent am Projekt. Bei der Projektleitung setzt die Landeshauptstadt Dresden auf die Expertise des Eigenbetriebs IT-Dienstleistungen und sieht eine enge Zusammenarbeit mit der TU Dresden als wissenschaftlichem Hauptpartner vor. So wird das WISSENSARCHITEKTUR Laboratory of Knowledge Architecture (TUD) in der ersten Phase des Projektes die Erstellung der Smart-City-Strategie maßgeblich unterstützen und gestalten.

Digitale Anwendungen und Konzepte sollen Dresden weiter stärken Beim Modellprojekt Smart City stehen die Bürgerinnen und Bürger im Fokus. Digitale Beteiligungswerkzeuge für „Dresdens Smart Citizenship“ sollen es den Dresdnerinnen und Dresdnern ermöglichen, mit der Stadtverwaltung in allen Belangen der Stadtentwicklung direkt zu kommunizieren. Erste Erfahrungen konnten das WISSENSARCHITEKTUR Laboratory of Knowledge Architecture und das Stadtplanungsamt bereits mit dem Beteiligungsverfahren U_CODE sammeln, welches verschiedene Interessengruppen bei der Konzeption urbaner Räume und Gebäude einbezieht. Mittels digitaler Werkzeuge können Bürger dabei ihre Ideen und Hinweise einbringen, die anschließend weitestgehend automatisiert aufbereitet und ausgewertet werden. So sollen intelligente Quartiere mit höherer Lebensqualität, Beteiligung und Nachhaltigkeit entstehen. Die in der Projektlaufzeit bis Ende 2026 entwickelten smarten Anwendungen und Konzepte sollen entscheidend dazu beitragen, Dresden als lebenswerte Stadt zu stärken und sollen von weiteren Städten in ganz Deutschland angewendet werden können.

„Der Zuschlag zu dem Förderprojekt“, sagt Dr. Peter Lames, Finanzbürgermeister und Chief Information Officer der Landeshauptstadt Dresden, „bestätigt die sehr guten Ergebnisse im Bereich Digitalisierung für Dresden, die uns im deutschlandweiten Smart-City-Index für Städte des IT-Branchenverbandes Bitkom im Jahr 2021 auf Platz 6 geführt haben. Die Ziele, die wir uns mit dem neuen Verwaltungszentrum vorgenommen haben, können wir im Rahmen des Förderprojektes noch viel nachhaltiger umsetzen.“ Das bis 2025 errichtete neue Verwaltungszentrum in der Dresdner Innenstadt in Verbindung mit den digital vernetzten Quartieren wird damit zum Prototypen eines digitalen Rathauses, das zentral alle Prozesse zusammenführt, Beteiligte einbindet und eine vernetzte Entwicklung in den einzelnen Stadtteilen sowie der 
ganzen Stadt ermöglicht.

TU Dresden als Mitinitiator und Hauptpartner des Modellprojektes

Als wissenschaftlicher Partner für das Modellprojekt Smart Cities bietet sich in Dresden als erste Adresse die TU Dresden an, denn am WISSENSARCHITEKTUR Laboratory of Knowledge Architecture im Bereich Bau und Umwelt (Fakultät Architektur) wurden bereits in diversen Forschungsprojekten digitale Lösungen für das Leben und Arbeiten in der digital vernetzten Stadt von Morgen untersucht. Prof. Jörg Rainer Noennig, Leiter der Arbeitsgruppe und Mitinitiator des Antrages, erklärt: „Wir interessieren uns seit fast einem Jahrzehnt für die Entwicklung von Smart Cities und intelligent vernetzten Räumen. Mit Initiativen wie zum Beispiel unserem ESF-Innovationsteam ‚Data4City‘ oder dem Verbundprojekt ‚Die digitale Stadt gestalten‘ haben wir zukunftweisende Technologien untersucht und neue Methoden entwickelt, mit denen die Potenziale der digitalen Transformation für die Entwicklung sozial und ökologisch nachhaltiger urbaner Gemeinschaften genutzt werden können. Mit dem Modellprojekt Smart Cities bietet sich nun für Dresden und seine Forschungslandschaft die einmalige Gelegenheit, solche Ansätze mit Akteuren aus der Stadtverwaltung, der Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft zu erkunden und zielgerichtet umzusetzen“.

Hintergrund

Auf den Aufruf des BMWSB haben sich unter dem Leitthema „Gemeinsam aus der Krise: Raum für Zukunft“ 94 Städte, Kreise und Gemeinden sowie interkommunale Kooperationen aus ganz Deutschland beworben. Neben dem Dresdener Antrag wurden noch 27 weitere Einreichungen ausgewählt, für die 
insgesamt 300 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Bundesregierung hatte mit dem Konjunktur- und Zukunftspaket im Juni 2020 beschlossen, die Förderung der Modellprojekte Smart Cities fortzusetzen und auf insgesamt 820 Millionen Euro aufzustocken.

Mit den Modellprojekten Smart Cities unterstützt die Bundesregierung Kommunen dabei, die Digitalisierung strategisch im Sinne einer integrierten, nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung zu gestalten. Die Modellprojekte entwickeln und erproben sektorenübergreifende digitale Strategien für das Stadtleben der Zukunft.

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