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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2022/03/pm_057.php 16.03.2022 16:01:26 Uhr 01.07.2022 13:02:32 Uhr
Meldung vom 16.03.2022

Verwaltungszentrum: Kosten für die Tiefbauarbeiten müssen angepasst werden

Auf dem Ferdinandplatz baut die Kommunale Immobilen Dresden GmbH & Co. KG (KiD) das neue Verwaltungszentrum der Landeshauptstadt Dresden. Vorbereitend hat das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung die Baufeldfreimachung und archäologische Grabungen, die Arbeiten an der Baugrube, Tiefbau und Verbau sowie Wasserhaltung und Erschließungsarbeiten organisiert. Darüber hinaus führte das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung in den Jahren 2019 und 2020 einen Wettbewerblichen Dialog durch. Im Ergebnis dieses Vergabeverfahrens entschied sich die Jury für das Konzept der Firma Ed. Züblin AG in einer Bietergemeinschaft mit Dressler Bau GmbH. Der erste Preisträger wurde durch die KiD als Totalübernehmer mit der Planung und dem Bau des Verwaltungszentrums beauftragt.

Für einen Grundstücksankauf, die vorbereitenden Maßnahmen des Wettbewerblichen Dialogs, die Verfahrensbetreuung des Wettbewerblichen Dialogs, die Planungskosten der Tiefbauleistungen, die Erschließung eines Brunnens und eines Brunnenbaus sowie die gesamten Tiefbauarbeiten werden Kosten von rund 12,5 Millionen Euro entstehen. Dies sind rund 1,83 Millionen Euro mehr, als im Haushalt des Amtes für Hochbau und Immobilienverwaltung hierfür veranschlagt sind.

Marcus Felchner, Leiter des Amtes für Hochbau und Immobilienverwaltung, informiert über die Gründe für diese Kostenerhöhung: „Mit dem Abschluss des Wettbewerblichen Dialogs im Januar 2021 wurde die Planung fortgeschrieben und präzisiert. Bis Januar 2022 gab es laufende Anpassungen, die teilweise erhebliche Auswirkungen auf die Ausführung des Tiefbaus haben. So wurden Sohlhöhen neu definiert und die Schächte im Außenbereich angepasst, was sich auf die Verbauplanung und den Aushub der restlichen Aushubmassen auswirkte. Von ursprünglich vier geplanten Kranstandorten konnten nur drei umgesetzt werden. Deshalb mussten wesentliche größere Kräne und Fundamente für deren Standflächen eingesetzt werden. Im Verlauf der Tiefbauarbeiten stießen wir auf Bauwerke im Boden, welche beseitigt werden mussten. Trotz Baugrunduntersuchungen wurden diese vorher nicht entdeckt. Ebenso wurden bei der abfallrechtlichen Begleitung der Arbeiten andere Bodenklassifizierungen als erwartet vorgefunden. Insbesondere eine große Menge von Antimon-Blei musste auf einer Sonderdeponie entsorgt werden.“

Dem Ausschuss für Finanzen liegt eine Vorlage über eine außerplanmäßige Mittelbereitstellung in Höhe von 1,83 Millionen Euro zur Fertigstellung der Tiefbauarbeiten vor. Die Finanzierung der Mehrkosten erfolgt aus dem Haushalt des Amtes für Hochbau und Immobilienverwaltung.

Die Gründe für die Mehrkosten sind im Detail:

  • Auffinden von hochgiftigen Ablagerungen (Antimon-Blei) und deren Entsorgung auf einer Sonderdeponie
  • Änderungen der abgestimmten Abläufe durch das Landesamt für Archäologie, teilweise Mehraufwendungen durch Schutz der freigelegten Bebauung
  • pandemiebedingte Mehrkosten durch zehn Wochen Baustillstand, weil durch den Aushub freigelegte Kampfmittel von der Landesdirektion Sachsen nicht mehr angenommen worden sind
  • pandemiebedingt erhöhter Reinigungsaufwand für Container und Sanitäreinrichtungen
  • aus Änderungen und Bauzeitverlängerungen resultierende Mehrkosten für Planung, Statik, Schadstoffgutachter und Bauüberwachung
  • erhöhte Aushubmengen einschließlich Entsorgung des Bodens aufgrund einer tieferen Baugrubensohle
  • Änderung der Trägerbohlenwand mit größerer Einbautiefe und Lageänderung (zusätzliche Anker, Gurtung und längere Träger)
  • Mehrmengen bei Verankerung der Bohrpfahlwand aufgrund der Forderung des Prüfstatikers

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