Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2022/03/pm_023.php 07.03.2022 16:20:17 Uhr 02.12.2022 11:24:40 Uhr
Meldung vom 07.03.2022

Dresden: Hilfe und Unterstützung für Geflüchtete

Aktuelles

Die Stadt Dresden hat der Initiative „Ukrainisches Kooperationscenter Dresden“ ab heute, Montag, 7. März zwei komplett ausgestattete Büros in Räumlichkeiten der Verwaltung zur Verfügung gestellt. Oberbürgermeister Dirk Hilbert dazu: „Wir werden außerdem Mitarbeiter abstellen, die die Community unterstützen und mit den städtischen Einrichtungen vernetzen. Die Helferinnen und Helfer aus der ukrainischen Gemeinschaft haben teilweise ihre eigentliche Arbeit aufgegeben. Wir wollen eine geeignete Vereinbarung treffen, damit hier Gelder und Honorare zur Verfügung gestellt werden können. Wir dürfen diese Menschen nicht alleine lassen. Gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden werden wir Anlaufstellen in der Stadt schaffen, damit Geflüchtete erste Informationen erhalten und nach der langen Reise versorgt werden. Und ich bin außerordentlich froh, dass der Stadtrat in seiner Sitzung am 3. März 2022 100.000 Euro für unsere Maßnahmen vor Ort freigegeben hat.“

Die Initiative „Plattform Dresden e. V.“ hat zusammen mit der Ukrainischen griechisch-katholischen Personalpfarrei St. Michel zu Dresden die Initiative „Ukrainisches Kooperationscenter Dresden“ ins Leben gerufen. Dazu Dirk Hilbert weiter: „Solche gemeinsamen Initiativen geben uns die beste Grundlage für ein gemeinsames Agieren bei der Organisation und Koordination der Hilfe für die Ukraine.“

Ein zentrales Thema wird zukünftig in jedem Fall die Kinderbetreuung sein. Im Augenblick sind es vor allem Frauen mit ihren Kindern, die die Ukraine verlassen haben. Sabine Bibas, Betriebsleiterin Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen sagt: „Wir haben freie Plätze in den Kindertageseinrichtungen. Die Betreuung sollte kein Problem sein. Bei Bedarf können sich die Eltern bzw. Helfer an die Beratungs- und Vermittlungsstelle des Amtes für Kindertagesbetreuung wenden. Die Kolleginnen und Kollegen haben die Übersicht, in welcher Einrichtung Plätze verfügbar sind und vermitteln die Ansprechpartner. Kontakt: Amt für Kindertagesbetreuung, Beratungs- und Vermittlungsstelle, Breitscheidstraße 78, Haus E, 01237 Dresden, Telefon 0351-4885051.

Unter www.dresden.de/ukraine-hilfe sind Informationen zusammengefasst, auch in Ukrainisch. Unter der E-Mail: ukraine-hilfe@dresden.de können Hilfsangebote unterbreitet werden, die dann an die richtigen Ansprechpartner vermittelt werden. Aktuell gescuht sind Dolmetscherinnen und Dolmetschern oder Privatleute, die zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit sind. Bisher sind etwa 700 E-Mails eingegangen. Telefonisch ist die Koordinierungsstelle unter 0351-488 22 55 zu erreichen.

Lars Rohwer, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Dresden e. V: „Es ist überwältigend zu sehen, wie schnell und engagiert die Dresdnerinnen und Dresdner auf allen Ebenen bereit sind zu helfen. Dies trifft auf unzählige Privatpersonen, kleine und große Initiativen sowie Unternehmen zu. Auch wenn es für viele weniger persönlich und ungreifbarer erscheinen mag, sind Geldspenden tatsächlich in der gegenwärtigen Lage die beste und wirkungsvollste Art, um die humanitäre Hilfe im Ausland zu unterstützen. Denn es gibt sowohl in der Ukraine als auch in den Grenzgebieten keine Kapazitäten seitens des Roten Kreuzes, nicht abgestimmte Lieferungen anzunehmen, zu lagern, auf Qualität zu prüfen und zu verteilen. Diese Spenden bleiben oft ungenutzt und erschweren ja blockieren sogar die humanitäre Arbeit. Wir sprechen immer von zielgerichteter und bedarfsorientierter Unterstützung. Vor allem wenn es um Hilfsgüter geht. Das bedeutet, dass wir in enger Absprache mit den Partnern vor Ort wirklich nur das liefern, was gerade dringend gebraucht wird.“
Das DRK bittet um Spenden für die betroffene Bevölkerung: Deutsches Rotes Kreuz, IBAN: DE63370205000005023307, BIC: BFSWDE33XXX, Stichwort: Nothilfe Ukraine

Unterkünfte gesucht

Die schutzsuchenden Ukrainerinnen und Ukrainer sollen möglichst dezentral in Wohnungen untergebracht werden. Gesucht werden Ein- bis Fünfraumwohnungen mit Küche und Bad, im Idealfall möbliert. Unter www.dresden.de/ukraine-hilfe stellt die Stadt eine Checkliste für die Wohnungen bereit. Bislang sind 91 Wohnungsangebote von gewerblichen und privaten Vermietern bei der Stadt eingegangen. Die Dresdner Hotelallianz hat als Soforthilfe 300 Plätze angeboten.

Aktuell stockt das Sozialamt mit seinen Partnern der Migrationssozialarbeit die Betreuungskapazität für Geflüchtete auf. Die Partner sind das Sächsische Umschulungs- und Fortbildungswerk e. V. (Region West), der Afropa e. V. (Region Nord), der Caritasverband für Dresden e. V. (Region Süd) und der Ausländerrat e. V. (Region Mitte).

Die Geschäftsführerin des Caritasverband für Dresden e. V. Juliana Schneider äußert: „Wir sind als Träger der Migrationssozialarbeit mit der Stadt in engen Gesprächen. Wir stimmen uns gerade mit der Stadt über Unterstützungsleistungen ab. Die Stadt hat ein gutes System von Beratungsangeboten, mit dem wir Träger der freien Wohlfahrtspflege in den Stadtteilen präsent sind. So sind wir für Betroffene einfach erreichbar."

Spenden

Die Landeshauptstadt Dresden arbeitet seit Jahren unter dem Stichwort „Dresden hilft“ eng mit der Dresdner Hilfsorganisation arche noVa zusammen. Die Initiative leistet humanitäre Hilfe vor Ort. Sie hat langjährige Erfahrungen und Kontakte und unterstützt die befreundeten humanitären Helferinnen und Helfer in den Regionen Donezk und Luhansk. arche noVa hat für diese Hilfe in einem ersten Schritt ein Budget von 45.000 Euro zur Verfügung gestellt. Aktuell wird die Verteilung von Wasser, Lebensmitteln und andere lebensnotwendigen Hilfsgütern in ostukrainischen Gemeinden vorbereitet.

Geschäftsführer Mathias Anderson erklärt: "Unsere Partnerorganisation konzentriert sich dabei auf besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen. Dazu gehören ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen, die nicht in der Lage sind, zu fliehen. Auch diejenigen, die bisher nicht direkt von Artillerieangriffen betroffen sind, müssen bereits mit massiven Versorgungsengpässen leben. Unsere gemeinsame Hilfe zielt deshalb auf humanitäre Grundbedürfnisse. Wo immer möglich, sollen Lücken in der öffentlichen Versorgung geschlossen werden. Unsere lokale Partnerorganisation verfügt über Erfahrung in der Hilfsgüterverteilung und große Expertise im Bereich Wasser- und Sanitärversorgung. Das Team ist darauf vorbereitet, Reparaturen durchzuführen oder Notdienste zu übernehmen."

Weitere Informationen unter www.arche-nova.org

Spendenkonto: arche noVa e.V., Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE78850205000003573500, BIC: BFSWDE33DRE, Stichwort: Ukraine

Drucken