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https://www.dresden.de/de/kultur/charta.php 19.01.2022 11:38:18 Uhr 20.01.2022 15:37:59 Uhr

Dresdner Charta für Nachhaltigkeit im Kultursektor

Ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit

Klar ist: Ein Wandel hin zu ökologisch und sozial nachhaltigeren Strukturen etabliert sich durch einen kulturellen Wandel, kommuniziert durch die klare Positionierung und den Gestaltungsraum kultureller Akteurinnen und Akteuren.

Zentrale Zielstellung dieser Charta ist es, eine umfassende Nachhaltigkeitstransformation des Kultursektors zu unterstützen, und mit dieser in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu wirken.

Kunst und Kultur leben von Vielfalt und Internationalität. Im Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit, dem Bewahren von materiellem und immateriellem Kulturgut und ökologisch-sozialer Verantwortung gilt es dabei, Wege für einen gewissenhaften Umgang mit künstlerischen, wissenschaftlichen und produktionsbedingt notwendigen Ressourcen zu finden. Dabei ist an den Kultureinrichtungen selbst, als Vorbild voranzugehen und Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu ergreifen und zu vermitteln.

Es ist die Überzeugung der Unterzeichnenden, dass die Leitsätze, Prinzipien und Kriterien dieser Charta auch für andere Kultureinrichtungen als Leitfaden dienen können. Damit verbindet sich der Aufruf an alle Kulturinstitutionen und Akteure im Kunst- und Kulturbereich, sich der Charta anzuschließen und eigene Nachhaltigkeitsanstrengungen zu unternehmen. Nur gemeinsam können wir schlagkräftig genug sein, die Herausforderungen anzugehen.

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Dresdner Charta für Nachhaltigkeit im Kultursektor

Präambel

In Anbetracht der globalen Klimakrise steht die Weltgesellschaft vor enormen Herausforderungen. Die Pariser Klimaziele und die Agenda 2030 verdeutlichen die sozial-ökologische Krise unserer Zeit und die Notwendigkeit, Verantwortung für das eigene betriebliche Handeln neu im Sinne der Nachhaltigkeit zu definieren und zu praktizieren. Für eine lebenswerte Zukunft ist es nunmehr unerlässlich, Nachhaltigkeitsstrategien im ökologischen, ökonomischen und sozialen Bereich zu entwickeln und konsequent umzusetzen. Kultureinrichtungen nehmen dabei als Räume für Diskurse und Dialoge eine Schlüsselrolle ein.

Zentrale Zielstellung dieser Charta ist es, eine umfassende Nachhaltigkeitstransformation des Kultursektors zu unterstützen, und mit dieser in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu wirken.

Kunst und Kultur leben von Vielfalt und Internationalität. Im Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit, dem Bewahren von materiellem und immateriellem Kulturgut und ökologisch-sozialer Verantwortung gilt es dabei, Wege für einen gewissenhaften Umgang mit künstlerischen, wissenschaftlichen und produktionsbedingt notwendigen Ressourcen zu finden. Dabei ist es an den Kultureinrichtungen selbst, als Vorbild voranzugehen und Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu ergreifen und zu vermitteln.

Es ist die Überzeugung der Unterzeichnenden, dass die Leitsätze, Prinzipien und Kriterien dieser Charta auch für andere Kultureinrichtungen als Leitfaden dienen können. Damit verbindet sich der Aufruf an alle Kulturinstitutionen und Akteure im Kunst- und Kulturbereich, sich der Charta anzuschließen und eigene Nachhaltigkeitsanstrengungen zu unternehmen. Nur gemeinsam können wir schlagkräftig genug sein, die Herausforderungen anzugehen.

Fünf Leitsätze der Charta

  1. Entsprechend den strategischen Planungen der Kommune, des Freistaates und des Bundes verpflichten wir uns zu betrieblichem Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz.
  2. Wir verstehen uns als diskursive Nachhaltigkeitsakteure innerhalb der Stadtgesellschaft und sind Vorbild für andere.
  3. Wir koordinieren unsere Bemühungen zu Nachhaltigkeit mit anderen Kultureinrichtungen sowie mit den jeweils zuständigen öffentlichen Organisationen. Dabei setzen wir auf Unterstützung der jeweiligen Rechtsträger und Immobilienverwaltungen. Wir vernetzen uns mit regionalen und überregionalen Nachhaltigkeitsakteuren.
  4. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein Schlüssel, um Werte und Kompetenzen zu vermitteln und Menschen zu befähigen, vorausschauend zu denken und nachhaltig zu handeln. Deshalb entwickeln wir Interaktionen und partizipative Angebote und wirken damit in die Gesellschaft.
  5. Wir verabschieden eine ganzheitliche, betriebliche Nachhaltigkeitsstrategie, die Aktionsfelder, Ziele, Indikatoren und Maßnahmen umfasst. Wir verpflichten uns, auf dieser Basis folgende Mindeststandards einzuhalten:

Beschaffung und Ressourcenmanagement

  • Wir wirtschaften nachhaltig und steigern die Ressourceneffizienz unserer Einrichtung durch Reduzierung, Wiederverwendung und Recycling von Ressourcen.
  • Wir verabschieden Kriterien zur nachhaltigen Beschaffung für Druckerzeugnisse und Publikationen, Versanddienstleistungen, IT und Medientechnik, Bewirtung und Catering sowie Möbel und Ausstattungsgegenstände und setzen diese um.

Mobilität

  • Wir reduzieren nicht vermeidbare Langstreckenflüge und kompensieren Treibhausgas-Emissionen. Für Dienstreisen nutzen wir bevorzugt die Bahn als Verkehrsmittel. Bei Autofahrten und Mietwagennutzung planen wir vorrangig E-Mobilität ein.
  • Wir etablieren Reisevorgaben für Gastspiele und Tourneen.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass unsere Häuser über den Umweltverbund erreichbar sind, und schaffen Anreize zur Nutzung desselben.

Gebäudetechnik und Energie

  • Wir implementieren Maßnahmen, welche die Energieeffizienz unserer Gebäude und der eingesetzten Technik erhöhen.
  • Wir beziehen bevorzugt Ökostrom und schaffen Möglichkeiten für die Produktion von erneuerbaren Energien.
  • Wir streben an, Fernwärme und erneuerbare Wärmeenergie zu nutzen (bspw. Solarthermie).
  • Wir nutzen Einsparmöglichkeiten beim Verbrauch von Wasser. Wir reduzieren unser Abfallaufkommen und setzen auf Systeme zur Kreislaufwirtschaft.

Mitarbeitendenförderung und -zufriedenheit

  • Wir beziehen Mitarbeitende in unseren Nachhaltigkeitsprozess ein und fördern deren Engagement.
  • Wir tragen zu Vielfalt und Chancengleichheit bei und wirken Diskriminierung entgegen.
  • Wir fördern Mitarbeitende durch Weiterbildungs- und Ausbildungsangebote.
  • Wir schaffen ein Arbeitsumfeld mit fairer Vergütung, Gesundheits- und Präventionsmaßnahmen und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Kommunikation

  • Wir verankern nachhaltiges Denken und Handeln im Leitbild unserer Einrichtung.
  • Wir legen alle zwei Jahre einen öffentlichen Bericht über den Stand und die Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie ab.
  • Wir kommunizieren fortlaufend über Nachhaltigkeitsthemen und setzen Anreize zum Umdenken.

Forderungen

Nachhaltigkeitsanstrengungen können nur gelingen, wenn entsprechende Rahmenbedingungen gesetzt werden: Für Nachhaltigkeitsaktivitäten müssen personelle und materielle Ressourcen für Kultur und Nachhaltigkeit hinterlegt und durch Förderprogramme von Bund und Ländern finanziell gestützt werden.

Durch die Rechtsträger und öffentlichen Finanzgeber sind weitere Rahmenbedingungen zu setzen. Hierzu gehören unter anderem die Erweiterung der Leistungsindikatoren der Kulturbetriebe (z.B. im Haushaltsplan) um Nachhaltigkeitskennzahlen, die Einführung eines Klimahaushaltes für Kulturbetriebe, die Ermöglichung der Mittelverwendung für Nachhaltigkeitsmaßnahmen innerhalb beschlossener Budgets sowie die Einbeziehung und Berücksichtigung von Kulturbetrieben bei der Planung kommunaler Nachhaltigkeitsstrategien.

Dresden, 13. Januar 2022

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