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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2020/05/pm_065.php 18.06.2020 11:48:15 Uhr 21.09.2020 08:30:26 Uhr
Meldung vom 25.05.2020

Heiß, heißer, Haltestelle?

Befragung zur Hitzeanpassung von Haltestellen startet

Am Montag, 25. Mai, startet die Online-Umfrage zur sommerlichen Hitzebelastung an Dresdner Haltestellen unter www.mitdenken.sachsen.de/gruene-haltestelle. Als Partner des HeatResilientCity-Projekts (HRC, Hitzerobuste Stadt) bittet das Umweltamt die Dresdnerinnen und Dresdner um rege Beteiligung. Das Projektteam untersucht, wie Haltestellen in Zukunft hitzeangepasst gestaltet werden können, um das Warten bei sommerlichen Höchsttemperaturen angenehmer zu gestalten. Die Umfrage endet voraussichtlich am 21. Juni 2020. Neben dem Umweltamt wirken die Dresdner Verkehrsbetriebe AG und das ISP Erfurt an der Durchführung der Befragung mit.

„Die letzten Sommer haben gezeigt, wie stark Hitze unser Leben beeinträchtigen kann“, erklärt Franziska Reinfried, Meteorologin im Umweltamt und Mitglied des HRC-Projektteams/Teilprojektleiterin des Forschungsvorhabens. „Temperaturmessungen und Bürgerbefragungen zeigen, dass bei hohen sommerlichen Temperaturen die asphaltierten und gläsernen Bereiche an Haltestellen schnell zu unerträglichen „Hitzeinseln“ werden. Oft fehlt es hier an schattigen Wartebereichen“, ergänzt Reinfried. Um diese Situation zu verbessern, entstand im Rahmen des Hitzeprojekts die Idee der „Grünen Haltestelle“.

In Dresden liegt der Untersuchungsschwerpunkt auf der Haltestelle „Julius-Vahlteich-Straße“ der Linie 6 und 7 in Gorbitz. Die Projektgemeinschaft Blaurock/Dietzel Landschaftsarchitekten entwickelten Vorschläge, wie mit Begrünungsmaßnahmen die Verschattung erhöht und damit das Warten angenehmer gestaltet werden kann. Wichtig ist den Projektpartnern, dass die Lösungen von den Betroffenen, also den Gorbitzer Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Fahrgästen des ÖPNV, akzeptiert werden. Der ursprünglich geplante Bürgerworkshop muss aufgrund der Corona-Pandemie entfallen. Das Projektteam lädt daher zu einer Online-Befragung ein. Hier können die Teilnehmenden die Ideen der Landschaftsarchitekten einsehen und bewerten. Gleichzeitig wird abgefragt, wie stark sich die Menschen durch Hitze an den Haltestellen tatsächlich beeinträchtigt fühlen.

Die anonyme Befragung dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Die Ergebnisse fließen in die laufende Planung zur hitzeangepassten Gestaltung der Haltestelle Julius-Vahlteich-Straße ein. Wenn sich die Maßnahmen bewähren (Akzeptanz, Optik, Pflege), plant die DVB weitere Haltestellen entsprechend umzugestalten. „Wir sind gespannt auf die Beiträge der Dresdnerinnen und Dresdner und bedanken uns bereits im Voraus für die Unterstützung“, sagt Franziska Reinfried.

Die Befragungsergebnisse werden auf der HRC-Website unter www.heatresilientcity.de veröffentlicht. Teilnehmende können sich die Ergebnisse auch per E-Mail über den Newsletter des Forschungsprojekts zuschicken lassen.

Hintergrund

Das Projekt „HeatResilientCity“ (Hitzeresiliente Stadt- und Quartiersentwicklung in Großstädten am Beispiel von Dresden und Erfurt) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Vorhaben der „Leitinitiative Zukunftsstadt“ im Themenbereich „Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region“ gefördert. Für die Laufzeit bis Herbst 2020 erhalten die Projektpartner insgesamt rund 2,5 Millionen Euro. Wissenschaftliche Partner sind das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (Projektleitung), das Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation der Fachhochschule Erfurt (ISP), das Institut für Hydrologie und Meteorologie der Technischen Universität Dresden und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden. Praxispartner sind das Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden, das Umwelt- und Naturschutzamt der Landeshauptstadt Erfurt sowie die Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft Dresden.

Weitere Informationen zum Projekt sind zu finden unter www.heatresilientcity.de sowie auf den Seiten des Dresdner Umweltamtes unter www.dresden.de/stadtklima, Thema Zukunftsorientierte Stadtplanung.

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