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Sexuell missbrauchte Kinder und Jugendliche nicht allein lassen

Pressemitteilung

9. Oktober 1998 / l / IRi

Sexuell missbrauchte Kinder und Jugendliche nicht allein lassen
Neues Faltblatt informiert über Beratungsmöglichkeiten im Jugendamt

Laut Kriminalstatistik wurden im vergangenen Jahr in Sachsen 1.260 Kinder Opfer von sexueller Gewalt, davon 930 Mädchen und 330 Jungen. Die Zahl der wirklich betroffenen Kinder und Jugendlichen ist noch höher, da nicht alle Fälle angezeigt werden. Es gibt keine AItersstufe, in der Mädchen oder Jungen vor sexuellem Missbrauch sicher wären. Dabei entspricht das in der Öffentlichkeit geprägte Bild von Kinderschändung als einem plötzlichen Übergriff durch Fremde nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Häufiger sind die Täter dem Mädchen oder Jungen bekannt, kommen aus der Familie oder dem nahen sozialen Umfeld. Oft sind es Personen, denen sie vertrauen, die sie sogar lieben. Diese nutzen die Überlegenheit gegenüber ihren Opfern aus und zwingen sie zur Geheimhaltung des Geschehens. So erreichen sie, dass ihr Handeln oft über längere Zeit unentdeckt bleibt und gegen den Willen des Mädchen oder Jungen Fortsetzung findet.

Obwohl sich die wenigsten Menschen solche Übergriffe auf Heranwachsende vorstellen möchten, kann jedem eine Auseinandersetzung mit der Thematik abverlangt werden - vor allem wenn sich missbrauchte Mädchen oder Jungen anvertrauen wollen. Dann ist das Verhalten der gewählten Bezugsperson entscheidend. Nicht nur pädagogische Fachkräfte, sondern alle Erwachsenen, die Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, können in dieser Situation helfen. Wie, darüber informiert jetzt ein Faltblatt der Landeshauptstadt Dresden. Die Koordinierungsstelle "Gegen sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen" des Jugendamtes bietet darin ihre umfassende Unterstützung bei Verdacht und Offenbarung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche an. Die Beratung ist vertraulich, kostenlos und anonym. Bei der gemeinsamen Suche nach geeigneten Hilfemöglichkeiten steht das Wohl des Kindes im Vordergrund.

Das Faltblatt "Sexuell missbrauchte Kinder und Jugendliche - Wie Sie ihnen helfen können, Wie wir Sie dabei unterstützen" wird jetzt außer in der Koordinierungsstelle selbst - Riesaer Straße 7, Zimmer 021 - in den Informationsstellen der Rathäuser Dr.-Külz-Ring 19 und Riesaer Straße 7, in den Ortsämtern beim Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes sowie in den fünf Psychologisch-medizinischen Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Familien - Mitte: Dürerstraße 88, Nord: Bautzner Straße 125, Ost: Burgenlandstraße 19, Süd: August-Bebel-Straße 29 und West: Braunsdorfer Straße 13 - kostenlos angeboten.

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