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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/hochwasser/kleingaerten-hochwasser.php 11.08.2020 10:51:21 Uhr 21.01.2021 09:26:39 Uhr

Umgang mit Kleingärten im Abflussbereich der Elbe, insbesondere im Altelbarm im Dresdner Osten


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Ziel der Landeshauptstadt Dresden ist es, auch im Hochwasserabflussbereich der Elbe bestehende Nutzungen weitest möglich zu erhalten und zu fördern.

Der Stadtrat hat die Stadtverwaltung Dresden deshalb beauftragt, als Grundlage für künftige Planungen und Entscheidungen im Altelbarm ein Konzept zur hochwasserangepassten Gestaltung des Abflussgebietes zu erarbeiten.

Dieses Konzept befand sich im Oktober/November 2019 im Prozess einer intensiven öffentlichen Beteiligung. Unter Berücksichtigung der eingegangenen Hinweise und Anregungen wurde das Konzept bis Jahresende überarbeitet. Anschließend wurden mit den betroffenen Kleingartenvereinen jeweils anlagenspezifische Lösungen zur parzellengenauen Umsetzung des Konzeptes abgestimmt.

Am 4. Juni 2020 beschloss der Stadtrat das Gestaltungskonzept: Stadtratsbeschluss V0168/19

Das Konzept kann hier eingesehen werden: Gestaltungskonzept Altelbarm

Im Konzept zur hochwasserangepassten Gestaltung des Abflussgebietes werden die Flächen ausgewiesen, die künftig uneingeschränkt kleingärtnerisch im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen genutzt werden können. Zudem werden Flächen bestimmt, die für einen möglichst ungehinderten Hochwasserabfluss von Bebauungen, Anlagen und größeren Anpflanzungen freizuhalten sind.

Förderprogramm

2015 beschloss der Stadtrat (Stadtratsbeschluss V0105/14 mit Anlagen), mit finanziellen Mitteln und praktischer Hilfe die freiwillige Aufgabe einzelner Parzellen zu begleiten. Diese Förderung wurde im April 2019 bis 2025 verlängert (Stadtratsbeschluss A0479/18). Betroffen sind Kleingärten nicht nur im sogenannten Altelbarm im Dresdner Osten, sondern beispielsweise auch Anlagen im Eingangsbereich des Ostrageheges in Dresden-Friedrichstadt.

Grundlage der Förderung ist eine jeweils spezifische Vereinbarung zwischen dem entsprechenden Kleingartenverein, dem Stadtverband „Gartenfreunde Dresden“ und der Landeshauptstadt Dresden, um die individuellen und anlagenkonkreten Bedingungen berücksichtigen zu können. Dieses städtische Hilfsangebot schließt die Pächter ein, denen der wasserrechtliche Antrag eventuell nicht genehmigt werden kann. 

Grundsätzlich werden nur Lauben und Anlagenteile zurückgebaut, deren Nutzung durch ihre Pächter freiwillig aufgegeben wird. Ziel ist es, soweit dies nicht dem Konzept zur hochwasserangepassten Gestaltung des Altelbarms widerspricht, die Parzellen möglichst kleingärtnerisch weiter zu nutzen. Bis 2019 wurden etwa 150 Parzellen im gesamten Stadtgebiet mit Hilfe des Förderprogrammes umgestaltet und die Pächter entschädigt.

Wasserrechtliche Genehmigung

Pächterinnen und Pächter, die eine Verlängerung ihrer befristeten wasserrechtlichen Genehmigungen benötigen, können diese seit Februar 2020 bei der unteren Wasserbehörde der Landeshauptstadt Dresden beantragen (Formular B 12.5). Dabei werden die Ergebnisse der oben genannten Abstimmungen berücksichtigt. Das neue Formular ist speziell auf den wasserrechtlichen Antrag zur "Verlängerung der Genehmigung für eine Gartenlaube im festgesetzten Überschwemmungsgebiet der Elbe" zugeschnitten und soll die Bearbeitung sowohl durch die Behörde als auch durch die Pächterinnen und Pächter erleichtern.

Das allgemeine Antragsformular (Formular B 12.4) bleibt weiterhin gültig.

Abflussbereich und Überschwemmungsgebiet

Der Abflussbereich der Elbe bei Hochwasser umfasst innerhalb des rechtlich festgesetzten Überschwemmungsgebietes die Flächen der Vorländer, des Altelbarms und der Flutrinnen, über die sich die Strömung des Hochwassers flächig und gerichtet hinwegbewegt (siehe Themenstadtplan). Große Teile des Überschwemmungsgebietes gehören also nicht zu dem Bereich, den das Hochwasser zum Abfluss benötigt.

Grundlage für die Abgrenzung des Überschwemmungsgebietes und des Abflussbereiches innerhalb dieses Gebietes sind Auswertungen des digitalen zweidimensionalen hydrodynamisch-numerischen Modells (2D-HN-Modells) des Freistaates Sachsen. Wasserrechtlich vorgegebener Maßstab der Berechnungen ist ein Hochwasserereignis, wie es statistisch einmal in 100 Jahren zu erwarten ist. Das Überschwemmungsgebiet der Elbe in Dresden wurde zuletzt am 21. Januar 2019 aktualisiert.

Im rechtlich festgesetzten Überschwemmungsgebiet – besonders im Abflussbereich der Elbe – sind grundsätzlich verboten (siehe § 5 Abs. 2, § 78 und § 78a Wasserhaushaltsgesetz sowie § 73 und § 74 Sächsisches Wassergesetz):

  • die Errichtung oder Erweiterung von baulichen Anlagen (wie Gartenlauben)
  • die Errichtung von Mauern, Wällen oder ähnlichen Anlagen (wie Zäune)
  • Anpflanzungen, die den Wasserabfluss behindern können (wie zaunersetzende Hecken)

Mit dem 2D-HN-Modell Elbe können vergangene Hochwasserereignisse nachvollzogen werden. Außerdem können verschiedene Szenarien berechnet werden, zum Beispiel die Ausbreitung eines hundertjährlichen Hochwassers und die Ausgestaltung eines optimalen Hochwasserabflussbereiches. Auch die Wassertiefen und durchschnittlichen Fließgeschwindigkeiten können mit dem 2D-HN-Modell Elbe bestimmt werden.


Häufig gestellte Fragen

Nachfolgend werden typische Fragen beantwortet, die in den bisherigen Diskussionen gestellt wurden (Stand: November 2019):

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